Gaza: Bomben und Hunger und israelische Drohnen gegen ein Hilfsschiff

Vor 2 Monaten hat die israelische Armee eine totale Blockade über Gaza verhängt. 2 Millionen Menschen werden seit 19 Monaten bombardiert, von einer Ecke der Enklave in die andere getrieben, ohne dem Horror entfliehen zu können. 19 Monate ohne genug Wasser oder Strom oder Nahrungsmittel. 19 Monate, in denen alle Krankenhäuser zerstört wurden, medizinisches Personal erschossen und verletzt wurde… Die Bilder sind unbeschreiblich. Seit 2 Monaten kommen überhaupt keine Hilfslieferungen mehr zu den Menschen in Gaza. An dem Grenzübergang auf ägyptischer Seite stehen die LkW mit Lebensmitteln und medizinischem Material über drei Kilometer Länge, aber sie dürfen nicht rein. Mehrmals gab es Demonstrationen in Gaza, Menschen haben Plakate in die Kameras gehalten und Sprüche gerufen gegen das Töten, sie erinnern, dass sie Menschen sind und nicht aus Stahl, sie verlangen von der Hamas, Israel und der Welt ein Ende des Krieges.

Angesichts des Horrors haben die europäischen Außenminister:innen kürzlich ein kurzes Statement abgegeben und sehr vorsichtig die x-te Bombardierung eines Krankenhauses kritisiert und an das Völkerrecht appelliert. Ein paar warme Worte, muss ja… Aber die militärischen und politischen Beziehungen zwischen Deutschland und Israel gehen ungehindert weiter. Palästinasolidarische Aktivist:innen in Deutschland werden weiter verfolgt und die Meinungsfreiheit beschränkt. Aber auch die Proteste in Israel gegen den Krieg in Gaza gehen weiter. Laut der israelischen Zeitung Haaretz sollen Reservisten massenhaft die Meldung zur Armee verweigert haben, eine Welle an offenen Briefen aus verschiedenen Teilen der Armee und des israelischen Staates kritisiert die Regierung. Auch wenn diejenigen, die nicht nur die israelischen Geiseln und Soldat:innen, sondern auch das Schicksal der Palästinenser:innen im Blick haben, noch immer die klare Minderheit sind. Und nun steht ein neuer Großangriff des israelischen Militärs auf Gaza bevor.

Vor diesem Hintergrund hat die Freiheitsflottille, eine Koalition von Nichtregierungsorganisationen, versucht Hilfslieferungen nach Gaza zu bringen. Ein Schiff der Freiheitsflotille wurde jedoch in der Nacht zum 2. Mai in internationalen Gewässern vor Malta von israelischen Drohnen angegriffen. Der Bug des unbewaffneten Zivilschiffs wurde zweimal getroffen, was ein Feuer und einen großen Riss im Schiffsrumpf verursachte. An Bord des Schiffes befanden sich Aktivist:innen aus 21 Ländern, die an einer gewaltfreien Mission teilnahmen, „um Israels illegale und tödliche Belagerung des Gazastreifens zu bekämpfen und dringend benötigte, lebensrettende Hilfe zu liefern.“

Währenddessen warnt das Internationale Komitee des Roten Kreuzes, dass die humanitären Operationen in Gaza „am Rande des totalen Zusammenbruchs“ stehen. Der Völkermord geht weiter.

Beitragsbild: https://freedomflotilla.org/de/2025/05/03/dringende-pressekonferenz-zum-drohnenangriff-auf-das-schiff-conscience-der-freedom-flotilla/

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