
[Übersetzung aus dem Französischen] Samstag, den 3. Oktober, waren wir 300 Schüler*innen aus dem gesamten Großraum Paris zur Koordinationsversammlung unserer Bewegung.
Die Wut ist entstanden wegen des sozialen Kahlschlags in den Schulen der Vororte [soziale Brennpunkte]. Schluss mit dem Sortieren in Arm und Reich an der Schule – wir stellen uns dagegen. Wir fordern die Abschaffung [des ungerechten Studienplatzvergabeverfahrens] Parcoursup. Wir fordern mehr Mittel, Lehrkräfte und Schulbegleiter:innen für Schülis mit Beeinträchtigungen. Wir wollen Klassen mit weniger als 35 Schüler:innen; Respekt für alle Schüler:innen; Stipendien [in etwa BAföG], die pünktlich ausgezahlt werden; Schulen ohne Ratten, ohne einstürzende Decken, ohne Asbest und ohne Räume mit 40° im Sommer.
Wir fordern eine Zukunft für die Schüler:innen aus den Vororten. Wir wissen, dass das Leistungsprinzip ein falsches Versprechen ist. Es gibt keinen Grund, warum wir eine zweitklassige Bildung und Zukunft haben sollten im Vergleich zu Privatschulen oder den Schulen in Reichenvierteln. Und darüber hinaus wissen wir, dass wir in diesem System, in dem die Reichen entscheiden, keine Zukunft haben. Wir wollen wissen, wohin das Geld fließt, und wir wollen, dass es dorthin geht, wo es gebraucht wird! Die Regierung steckt Milliarden in die Armee, in die Unternehmen, in die Polizei. Darin besteht die Gewalt. Deshalb lassen wir uns nicht durch die Hetze gegen Randalierer spalten – wir stehen alle zusammen.
Die Regierung, die extreme Rechte und die großen Medien haben alles versucht um uns zum Schweigen zu bringen. Wir haben die ganze Polizeigewalt gesehen. Wir haben die Schließungen von Schulen gesehen. Wir haben diejenigen gesehen, die behaupten, wir würden instrumentalisiert oder wir seien dumm. Okay, zur Kenntnis genommen. Okay, sie wollen nicht, dass wir uns mobilisieren. Okay, die Repression zielt darauf ab uns Angst zu machen, unsere Wut zu ersticken und uns zu spalten. Die 5.000 festgenommenen Schüler:innen müssen alle ohne jegliche Strafverfolgung freigelassen werden.
Wir werden uns weiterhin mobilisieren. Und wir werden auch nicht bei den Schulen Halt machen. Wir sind nicht allein. Die Menschen aus der Arbeitswelt schließen sich der Mobilisierung an. Und unsere Wut kann alle jungen Menschen ansprechen, auch außerhalb Frankreichs.
Also werden wir den Schulstreik aufbauen! Wir rufen alle dazu auf, sich uns anzuschließen und in den Streik zu treten: Lehrer:innen, Eltern, Studis, Feuerwehrleute, alle anderen Arbeitenden. Wir werden verarscht? Dann zeigen wir ihnen, wie es 1968 war – und gehen noch weiter. Die Gewerkschaften rufen für Dienstag zum Streik auf, es ist nötig, dass alle sich uns anschließen! Und wenn dadurch schon vor dem 17. Oktober die Gelbwesten rausgeholt werden, umso besser!
Wir wollen unseren Kampf selbst in die Hand nehmen: Die mobilisierten Schüler:innen müssen über ihre Bewegung entscheiden, und niemand sonst darf an unserer Stelle entscheiden. Deshalb müssen wir bei jeder Blockadeaktion, vor jeder Schule das Wort ergreifen, uns selbst organisieren und gemeinsam entscheiden.
Ab Montag mobilisieren wir überall. Und am Dienstag müssen wir alle um 14 Uhr zur Demonstration Place de la République gehen. Wir werden dort im Block der Schüler:innen-Koordination „Paris >< Vororte“ sein. Wir rufen alle Schulen dazu auf, zu kommen und eigene Transpis mitzubringen. Und im Anschluss treffen sich alle mobilisierten Schulen um 17 Uhr zur Versammlung der Schüler:innen-Koordination „Paris >< Vororte“. Denn auch nach Dienstag machen wir natürlich weiter!
@coord_lycee_parisbanlieue
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