Elon Musk – Ein Mann seiner Klasse

 Keiner wollte diese Eröff­nungsparty verpassen: Bundeskanzler Scholz, Bundeswirtschaftsminister Habeck, der Ministerpräsident von Branden­burg, sein Wirtschaftsminister und sein Umweltminister, alle waren sie da und wollten in die Kameras gucken, wenn hoher Besuch aus Amerika kommtnach Brandenburg.

Elon Musk, der reichste Mann der Welt, der sich die Welt schön twittert, was das Zeug hält und – weil er wegen ein paar Tweets Ärger hat ganz einfach Twitter kaufen will – was kostet die Welt? Also Elon Musk hat innerhalb von nur 2 Jahren eine Tesla-Elektroauto-Giga-Factory in die Wälder Brandenburgs ge­setzt. Vom Wald ist nichts mehr übrig. Wasser war in der Region schon vorher knapp und es kam immer wieder zu Pro­testen in der Bevölkerung. Nun, ein paar Tage nach der Eröffnung des Werks rationiert der Wasserverband den Wasserverbrauch für Privatleute, in der Lackiererei ist schon „was“ ausgelaufen, was soll‘s… Endlich passiert was in Bran­denburg! Musk ließ die Fabrik ohnehin ohne Genehmigung bauen, was Habeck als „unternehmerischen Mut“ feierte. Da Deutschland aber keine „Bananenrepublik“ ist, kamen kurz vor Eröffnung dann noch die Genehmigungen, sorgfältig geprüft, ganz ohne Druck… Brandenburg will noch für 50 Millionen einen Bahnhof ins Werk verlegen. Geld zieht Geld an…

Die Brandenburger Regierung wirbt regelmäßig bei Investoren mit niedrigen Löhnen und hoher Arbeitslosigkeit (was sie natürlich schöner ausdrückt), das passt zu Musk, der bekanntermaßen Gewerkschaften und Arbeitsschutz lästig findet. Mit „Bürokratie“ hält er sich nicht auf. Und weil sich in Deutschland ein Betriebsrat nicht verhindern lässt, hat er sich jetzt einen nach eigenem Rezept gebacken.

Musk geht es, wie VW und den anderen Auto-Dinosauriern, nur um Profit und Marktanteile auf Kosten der Leute. Aber hej, warum so negativ?!

Auf der Eröffnungsparty erzählte Musk in die strahlenden Gesichter seiner Anhänger:innen, dass jedes Auto ein Schritt in Richtung einer nachhaltigen Zukunft sei und rief dazu auf, an die Zu­kunft zu glauben. Champagner!


Sabine Müller, Berlin

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