Das Trauerspiel von Afghanistan

US-Präsident Obama will seine Truppen aus Afghanistan
abziehen, sagt er. Also schickt er erst einmal zusätzliche
Soldaten. Eine Logik, der sich auch unsere deutschen
Krieger nicht verschließen können – Ende Februar wurde
das deutsche Kontingent um 850 aufgestockt. Seit
Ende 2001 versuchen westliche Militärs, dem Land mit
Bomben und Granaten „Aufbau und Demokratie“ zu
bringen. Das Ergebnis ist entsprechend – Tausende getöteter
Zivilisten, Trümmer und Zerfall. Und wie in den
Heimatländern der NATO-Krieger sind es die kleinen Leute, die Arbeitenden, die die Zeche für die Profit- und
Machtgier der Herrschenden zahlen. Doch keines der
Probleme ist militärisch lösbar – das haben gerade in
dieser Region immer wieder die Großmächte erfahren
müssen.

Vor 150 Jahren schrieb Fontane über das
Scheitern des britischen Afghanistan-Abenteuers:

“Die hören sollen, sie hören nicht mehr,
vernichtet ist das ganze Heer,
Mit dreizehntausend der Zug begann,
E i n e r kam heim aus Afghanistan…“

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