CFM – Gaben im Charité Geschenkpapier

CFM – Gaben im Charité Geschenkpapier

Die CFM Geschäftsführung lässt sich nicht lumpen – als Weihnachtsüberraschung bekamen wir Pakete nach Hause geliefert, organisiert von einem privaten Dienstleister. Die Pakete, verziert mit einem hübschen Charité Sticker, beinhalteten Salz, Schoko, einen Mund-Nasen-Schutz und ein erheiterndes Briefchen. Ernsthaft!? Erstens: Privatadresse? Wir wussten ja, dass Charité/CFM ein leichtes Problem mit Datenschutz hat, aber auch zu Weihnachten verschenken wir unsere Daten nicht an externe Dienstleister. Zweitens: Der Inhalt? Das Salz für die Festtagssuppe hätte wir auch noch selbst kaufen können. Drittens: Charité-Sticker auf dem Paket? Da hätte ja der ein oder die andere KollegIn fast gedacht, der neue TVÖD wird nach Hause geliefert. Zumindest haben viele KollegInnen der Geschäftsführung gezeigt, was sie davon halten: das Paket ging schnurstracks an den Absender zurück. Die CFM Geschäftsführung denkt sich nun wahrscheinlich auch, „was beschwert ihr euch?“ – die KollegInnen der Charité haben gar nichts bekommen.

Stars und Sternchen sagen 1440 Minuten Danke

Dies ist nicht der Titel einer neuen Schlagerhitparade, sondern eine Zusammenstellung von verschiedenen Danke-Videos an die „Corona-HeldInnen“ eingespielt von Promis und Charité-Beschäftigten. Auftaktstar ist unser Spahn, der uns zwar keinen Euro zu viel gibt für unsere Anstrengungen, aber immer ganz vorne dabei ist beim Danke sagen. Vielleicht sollte er einmal durch die Kliniken ziehen und das jedem Kollegen und jeder Kollegin persönlich sagen, die keine Prämie bekommen hat.

Privatisier dich doch selbst

Läuft‘s gerade schlecht bei euch im Betrieb? Dann privatisier ihn doch! Laut Helios, Asklepios oder Rhön soll das wahre Wunder wirken. Wie diese Wunder aussehen, ist z.B. an den Uni-Kliniken in Marburg und Gießen zu sehen. Diese wurden damals vom Rhön-Konzern gekauft und die Arbeitsbedingungen extrem verschlechtert, es wurde gerade so ein Tarifvertrag erkämpft. Nun sollen die Kliniken an Asklepios weiterverkauft und die Tarifbindung völlig aufgehoben, dazu soll noch Personal abgebaut werden. Bei den Aktionären füllen sich die Taschen, doch für Personal und PatientInnen ist das eine Katastrophe.

Corona-Erpressung

Etliche KollegInnen hatten Glück, sie bekamen etwas ab vom Geld, welches Herr Spahn als Belastungsausgleich zur Verfügung stellte. Über die Verteilung sollten die jeweiligen Betriebsräte sich mit den Chefetagen einigen. Sollten dies nicht gelingen, verlangte der Minister das Geld zurück.  Die Summe war von Anfang an zu gering und so haben viele von uns nichts abbekommen. Kaum jemand in den Tochterfirmen der Charité, aber auch nicht alle Pflegekräfte oder Assistenzärzte. Und das Personal an etwa 70% der bundesdeutschen Kliniken wurde komplett nicht bedacht. Hier wird schon mal veranschaulicht, was ein Ziel von Gesundheitspolitik nach Corona sein wird. Spaltung! Spaltung zwischen den Belegschaften, Spaltung innerhalb der jeweiligen Belegschaft.

Spaltung beenden

Die Klinikkonzerne Vivantes und Charité haben diverse Tochterfirmen ausgegründet. Ziel war dabei die Tarifflucht. Nicht nur die Pandemie hat gezeigt, es kann in einer Klinik auf keine der ausgegründeten Berufsgruppen verzichtet werden. Jede ist wichtig für das Funktionieren eines Krankenhauses, fast jeder Arbeitsbereich benötigt Entlastung. Darum sollten wir 2021 endlich Schluss machen mit dieser aufgezwungenen Aufsplitterung. Ob CFM oder VSG, ob Viva-Clean oder ZTB, ob Vivantes oder Charité – Wir halten den Laden am Laufen, wir müssen bestimmen zu welchen Bedingungen und zu welcher Bezahlung. Den Anfang könnte unsere Solidarität mit den Beschäftigten der VSG (Vivantes Servicegesellschaft) machen, denn dort läuft im März der erkämpfte Tarifvertrag aus.

Flexibler Renteneintritt

Wir kennen Eine. Eine KollegIn, die die Rente erreicht hat. Und sogar noch fit ist. Die hat es gut. Der internationale Verband der Pflegekräfte (ICN) rechnet weltweit mit 4,7 Millionen Pflegefachkräften, die bis 2030 in Rente gehen werden und auch bei uns wird sich der Mangel an Pflegepersonal verstärken. Unsere Chefs kennen darauf vor allem eine Antwort: Pflegekräfte werden aus anderen Ländern abgeworben. Dies wird in den entsprechenden Herkunftsländern zu einer schwierigen Situation für das Gesundheitssystem führen. Aber was juckt das die Verantwortlichen in der Chefetage? Sie freuen sich schon auf die Antwort der Politik auf den Mangel an Pflegekräften. So wird in der CDU mittlerweile unverblümt über eine Anhebung des Renteneintrittsalters auf 70 oder 72 Jahre gesprochen. Damit es sich schöner anhört, nennt man das dort „flexiblen Renteneintritt“.

(Be)Scheuer(te) Aktionen

Für die ist er halt bekannt, der Scheuer Andi. Seit Jahren kämpft er unermüdlich um den Titel „Schmerzfreiester Minister“. Trotz ernster Konkurrenz (Vorsicht, der Spahn holt auf!) liegt der Verkehrsminister mit Mautdesaster und Dieselskandal gut im Rennen. Heuer hat er zu Weihnachten in seinem Wahlkreis Passau mal wieder einen rausgelassen. Da ließ er für das Klinikpersonal – 3000 Tüten mit Plätzchen anliefern. Nur der Klinikpersonalratchef zeigte sich „undankbar“ und brachte seine Tüte zurück mit der Bemerkung, bei den Tarifverhandlungen sei den Pflegekräften auch niemand entgegengekommen – und außerdem hätten sie bei der Überlastung eh keine Zeit zum Plätzchen futtern…

Abrechnung

Großer Alarm bei den Krankenkassen – Kliniken rechnen Personalkosten doppelt ab, über DRG und über Pflege. Ja, isses denn die Möglichkeit! Was fällt uns dazu ein? Zum einen ist offenbar das ganze Abrechnungssystem Murks, wenns da solche Schlupflöcher gibt. Zum anderen kann es uns auch Wurscht sein, wenn sich an unserer Entlohnung nichts verbessert.

Worte und Taten

Mit salbungsvollen Worten betonen Kanzlerin und ihr Gesundheitsminister immer wieder, dass alles getan werde, um die Medizinische Versorgung aufrecht zu erhalten. Doch gleichzeitig läuft – trotz und während der Corona-Pandemie – im Hintergrund der weitere Abbau von Klinikkapazitäten. Allein in Bayern haben letztes Jahr vier Kliniken dicht gemacht und in Berlin steht die Dominicusklinik auf der Kippe.

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