„Sollte sich zu Beginn des neuen Schuljahres herausstellen,
dass die Schulen mit Unterdeckung
beginnen müssen, dann werden wir gemeinsam mit den Eltern zu Protestmaßnahmen aufrufen.“
(1. Juli 2010 –
Rose-Marie Seggelke,
Berliner GEW-Vorsitzende)
Das neue Schuljahr hat so begonnen, wie es alle befürchtet haben. 480 Neueinstellungen hat es für das neue Schuljahr gegeben. Doch allein 778 ältere Kollegen werden noch im Jahr 2010 ausscheiden, so dass es in den kommenden Monaten noch mehr Probleme
geben wird. Schon jetzt gibt es Schulen, wie das Freiherr-vom-Stein-Gymnasium, die in ganzen Jahrgangsstufen
keine Lehrer für Mathematik zur Verfügung haben. In den vergangenen Jahren gab es wenigstens die Möglichkeit
Engpässe, die gar ganze Schuljahre
bedeuten konnten, mit Vertretungslehrern
zu überbrücken. Doch selbst hierfür wurden nun die Gelder gestrichen.
Nicht nur weil der Senat nicht mehr einstellen will, haben die Schulen Probleme
Lehrer zu finden. Sondern auch, weil der Senat zu wenig bezahlt. Junge
angestellte Lehrer können bei mindestens
26 Schulstunden, zusätzlicher
Vor- und Nachbereitungszeit, Elternabenden, Klassenfahrten und Konferenzen bis zu 700 Euro weniger verdienen als ihre verbeamteten KollegInnen.
Deshalb gehen viele junge LehrerInnen
in andere Bundesländer, wo sie unter vernünftigeren Bedingungen
arbeiten und besser bezahlt werden.
Der jetzige Engpass ist vom Senat hausgemacht, weil er Berlin kaputt spart, um die Schulden bei den Banken
abzuzahlen. In anderen Bereichen
des Öffentlichen Dienstes sieht es daher keineswegs besser aus. Das Protestpotenzial wäre riesengroß, aber bislang halten sich die Gewerkschaften
mit Mobilisierungen zurück. Es liegt an uns, hier Druck aufzubauen.
