Anschlag in Paris: Drei kurdische Aktivist:innen getötet

Freitag drang ein Mann in die Räume des Demokratischen Kurdischen Rates von Frankreich ein, einem Kulturzentrum im Zentrum von Paris, und eröffnete das Feuer auf die dort anwesenden Personen. Er tötete drei Menschen und verletzte drei weitere schwer. Nachdem er dann in einen nahen Friseursalon eindrang, wurde er von Kunden überwältigt. Der Täter war bereits wegen zweier versuchter Tötungsdelikte aus den Jahren 2016 und Dezember 2021 bekannt, unter anderem wegen eines Angriffs mit einem Säbel auf ein Lager sudanesischer Migranten in Paris. Er war jedoch unter richterlicher Aufsicht auf freien Fuß gesetzt worden. Und er wurde rückfällig. Er selbst beschrieb sich gegenüber der Staatsanwaltschaft als Rassist und erklärte, am Freitag mit dem Vorsatz losgezogen zu sein, Ausländer zu töten. Mehrere kurdische Aktivisten bezweifeln jedoch die These des rassistischen „einsamen Wolfs“. Denn die Morde geschehen wenige Tage vor dem Gedenken an die dreifache Ermordung von Aktivist:innen der Kurdischen Arbeiterpartei (PKK) in Paris vor zehn Jahren, die wahrscheinlich auf Veranlassung der türkischen Regierung erfolgte. Eine Tat, die nie von der französischen Polizei aufgeklärt wurde. Die Wut der kurdischen Community richtet sich daher auch gegen den französischen Präsidenten Macron, der bekannt ist für seinen sanften Umgang mit dem türkischen Präsidenten Erdogan. Die Tat passierte auch vor dem Hintergrund, dass Erdogan weiter die kurdischen Gebiete in Syrien und Irak bombardieren lässt. Im Oktober wurden Videos öffentlich, die zeigen, dass die türkische Armee chemische Waffen gegen die Kurd:innen im Nordirak einsetzt. Sogar für diesen Terror muss Erdogan nicht mehr als ein bisschen moralisches Blabla befürchten. Beispielhaft dafür ist die deutsche Bundesinnenministerin Faeser, die kürzlich bei ihrem freundlichen Besuch in der Türkei nicht mehr als die Wahrung der „Verhältnismäßigkeit“ forderte. „Verhältnismäßig“… also Bomben ok, aber chemische Waffen vielleicht ein bisschen weniger?

Gleich nach dem Mordanschlag gab es eine erste Kundgebung in Paris und am Samstag fanden in Paris und vielen anderen Städten Kundgebungen zur Unterstützung der Kurd:innen statt.

Solidarität mit den Kurd:innen!

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Beitragsbild: https://www.tagesschau.de/ausland/europa/trauermarsch-kurden-paris-101.html

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