Aktiv werden?

Aktiv werden?
Eine Möglichkeit andere Aktivist:innen aus der CFM kennen zu lernen ist der 08.07.2024. Auf allen drei Standorten könnt ihr zwischen 8 und 15 Uhr Kolleg:innen treffen, diskutieren und 2025 vorbereiten!

Es wird heiß und es gibt Eis
Immer wieder dieser Sommer: es wird heiß, eventuell gibt’s ein bisschen Wasser und wir dürfen unterbesetzt und unter­bezahlt in der Charité und CFM schwitzen. Aber wer will schon meckern: zumindest gibt’s (einmal im Jahr?) kosten­loses Eis! Mit Inflationsausgleich hat das Eis aber nun wirklich nichts zu tun!

Vertrauen der Politik …
Am 10.06. war der Vorstand dann doch mal bereit, uns Plebs zu informieren, was es denn nun mit den Haushaltszahlen und -plänen so auf sich hat. In schönen Worten verpackt stimmten sie uns darauf ein, mehr zu arbeiten, um das erwar­tete Minus in 2024 etwas abzumildern. Denn schließlich müsse die Politik das Vertrauen in die Charité behalten. Das Vertrauen in uns? Die Politik, die seit Jahrzehnten nicht ge­nügend in die Kliniken investiert, die seit 20 Jahren in der CFM durch die Ausgliederung für Mini-Löhne sorgt. Die uns an der CFM noch immer nicht die 3.000 € Inflationsprämie, die es an der Charité gab, zugestehen will. Die Pflege­personal über Jahre eingespart hat. Auf das Vertrauen dieser Politik pfeifen wir.

… nur wenn wir mehr ackern
Der Wirtschaftsplan 2024 muss unbedingt eingehalten wer­den. Sagt der Vorstand und handelt auch. So werden am CBF jetzt gleich drei Belegungsmanager:innen als Antreiber einge­setzt. Jedes freie Bett soll so schnell als möglich neu belegt werden. Dazu werden sie fortlaufend die SAP-Daten nutzen. Damit die auch hübsch aktuell sind, ist nun die Arbeit am PC noch einmal höher gerutscht in der Prioritätenliste. Na gut, höher geht es nicht mehr. Ein Abgleich mit den Personal­besetzungen gehört aber wohl nicht zu den Aufgaben der drei.

In den OPs brodelt es …
… während das Ausfallkonzept des OP-Managements noch hitzig diskutiert wird, gehen schon die nächsten Gerüchte um. 100 % Auslastung der OPs soll Minimum sein. Dazu sollen wohl Hilfskräfte im OP auch direkt am Tisch eingesetzt wer­den. Medizinstudis. Klar die können das, wofür andere drei Jahre Ausbildung absolvieren, einfach so mit etwas Einarbei­tung. Qualität in der Arbeit muss Chef sich leisten wollen.

Nicht zu merken?
Seit Wochen streiken die Kolleg:innen der Servicetöchter in Regensburg, Würzburg und Erlangen für Tarifverträge, die sich am Tarifvertrag der Länder orientieren sollen. Wie auch bei uns an der CFM wollten die Chefs den Streik einfach aus­sitzen und erzählten, man würde ja nichts vom Streik spüren. Doch die Presseberichte zu Reinigungsmängeln, stinkenden Klos, herumstehenden Müllsäcken, Essensausgabe auf Pappgeschirr usw. führten in Regensburg nun dazu, dass die Geschäftsführung ihre Blockadehaltung aufgeben musste. Diese Woche wurde zu ersten ernsthaften Verhandlungen eingeladen. Das ist erst ein Anfang, zeigt aber, unsere Streiks im Servicebereich zeigen durchaus Wirkung, wenn wir uns ei­nig sind und lange durchhalten.

KPMG benötigt Geld
Diese Beraterfirma hat einen ganz wichtigen Auftrag vom Ge­sundheitsminister bekommen. Sie soll nach der PPR 2.0 auch noch das Personalbemessungsinstrument für Intensivstatio­nen Inpuls auf seine Anwendbarkeit prüfen. Natürlich auch an der Charité. Und so prüfen die entsprechenden ITS ein altes, ihnen wohlbekanntes Instrument. Denn über Jahre wurde In­puls bereits an der Charité angewandt, genauso wie in vielen anderen Kliniken. KPMG wird es freuen, der Spaß dürfte das Ministerium eine schöne Stange Geld kosten und Lauterbach kann sagen, er habe ja gehandelt.

Und plötzlich war EM
Anfang Juni wurde uns mitgeteilt, die Charité müsse sich be­sonders auf die Fußball-EM vorbereiten. Mit Einrichtung eines Krisenstabes oder auch vermehrtem Personaleinsatz. Nur schade, dass der erste Anpfiff bereits am 14. Juni erfolgte und bereits alle Dienstpläne geschrieben waren. Konnte man ja nicht wissen…

Streik nach 16 Jahren
Anfang Juni haben mehr als 3.000 Pflegende in Schweden für eine tägliche Arbeitszeitverkürzung von 15 min, mehr Urlaub und eine bessere Bezahlung gestreikt. Über drei Mio. Über­stunden wurden allein 2023 angesammelt und die Arbeitsbe­lastung steigt täglich. Die Kolleg:innen waren genügsam: dies war der erste Streik im schwedischen Gesundheitswesen seit 16 Jahren! Für die Gesundheit der Kolleg:innen und Pati­ent:innen sind gute Arbeitsbedingungen essentiell, egal wo. Da ist die Arbeitszeitverkürzung bei uns an der Charité auf 38,5 Wochenstunden auch nur ein ganz kleiner Anfang.

Mehr Personal – überall!
Seit mehreren Wochen streikt ein Großteil der öffentlichen Berliner Kita-Beschäftigten tageweise für mehr Personal und kleinere Gruppen – doch der Senat verweigert die Verhand­lungen. Der Berliner  Finanzsenator Evers (CDU) bezeichnete ihren Kampf als „Sinnlos-Streik“, da für diese Forderung an­geblich nur die Tarifgemeinschaft der Länder zuständig wäre. Respekt sieht anders aus! Und dann soll er mal sehen wie sinnlos dieser Streik ist, wenn über 35.000 Familien sowie mehr als 7.000 Erzieher:innen Dampf machen.

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