Massenproteste in Spanien wegen der hohen Mieten: ¡Maricarmen, no estás sola! – Maricarmen, du bist nicht allein!

Am Samstag gingen 500.000 Menschen allein in Madrid auf die Straße, um gegen die hohen Mietpreise zu demonstrieren. In mindestens 50 weiteren Städten gab es Proteste. Diese Bewegung nahm ihren Anfang vorletzte Woche mit der Zwangsräumung von Maricarmen in Madrid.

Der Fall von Maricarmen ist kein Einzelfall, sondern steht für die immer dramatischere Wohnungsfrage in Spanien insgesamt. Seit Jahren kämpft die 87-jährige Maricarmen gegen ihre Räumung, unterstützt vom Sindicato de Inquilinos, einer Mieterorganisation, die sich nicht nur um konkrete Probleme von Mietern kümmert, sondern seit Jahren für das Recht auf Wohnen mobilisiert. In den letzten beiden Wochen hat sich der Protest schnell auf andere Städte in Spanien verbreitet. Spontan sind zu den Demos auch in kleinen Städten Massen von Menschen gekommen, die vorher noch nicht an der Bewegung beteiligt waren. So auch bei unseren Genoss:innen in Granada, wo sich immer mehr Studierende in den Kampf um bezahlbaren Wohnraum einbringen.

Denn während uns immer wieder erzählt wird, das Problem seien einzelne „Mieter, die nicht zahlen wollen“, sieht die Realität ganz anders aus: Ein großer Teil des Wohnraums befindet sich in den Händen einer relativ kleinen Zahl von Eigentümern, Banken und Investmentfonds, die mit Wohnungen Gewinne erzielen und auf steigende Preise spekulieren. Gleichzeitig sind die Mieten in den vergangenen Jahren deutlich schneller gestiegen als die Löhne. Für immer mehr Menschen bedeutet das, dass ein immer größerer Teil ihres Einkommens für die Wohnung draufgeht und am Ende des Monats kaum noch etwas zum Leben bleibt.

Wohnen darf aber keine Ware sein, mit der einige wenige immer größere Gewinne machen, während die Mehrheit sich das Leben nicht mehr leisten kann. Das Recht auf ein Zuhause muss über dem Recht stehen, mit Wohnraum zu spekulieren. Genau deshalb ist der Kampf von Maricarmen Teil eines größeren Kampfes um bezahlbare Wohnungen, höhere Löhne und das Recht, würdig zu leben.

¡Hace falta ya una huelga de alquileres, hace falta ya una huelga general! – Was noch fehlt ist ein Mietstreik, was noch fehlt ist ein Generalstreik!

Beitragsbild: Protest in Madrid am 2. Oktober 2026 – https://www.france24.com/en/europe/20261003-fresh-protests-over-housing-flare-spain-after-lawmakers-reject-relief-measures

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