
[Übersetzung aus dem Französischen] Am Dienstag, dem 29. September, streikten die Beamt:innen und demonstrierten für mehr Mittel und gegen das Einfrieren ihrer Gehälter. Eisenbahner:innen, Metallarbeiter:innen, Postangestellte sowie Beschäftigte der chemischen Industrie – sowohl aus dem öffentlichen als auch aus dem privaten Sektor – wollten unbedingt daran teilnehmen. Feuerwehrleute aus dem ganzen Land besetzten zwei Tage lang den Champ-de-Mars in Paris und schlossen sich zu Tausenden der Demonstration in der Hauptstadt an, um ihrer Wut nach diesem Hitzesommer Ausdruck zu verleihen, während dem sie ohne Mittel an vorderster Front eingesetzt wurden. Die ganze Woche über streikten Schüler:innen aus den am stärksten benachteiligten Stadtvierteln oder blockierten ihre Schulen, um gegen ihre Lernbedingungen zu protestieren und die soziale Selektion abzulehnen. Ja, es ist Zeit, dass wir uns alle gemeinsam daran machen, nicht nur, um zu verhindern, dass die Bullen den Schüler :innen die Zähne einschlagen, sondern um endlich „zu leben und nicht nur zu überleben“!
Der « Preiskrieg » wird nicht gegen die Völker geführt, sondern gegen die Kapitalisten
Am Donnerstag, dem 24. September, kündigte Macron im Fernsehen die Entsendung von Soldaten nach Saudi-Arabien an. Er rechtfertigt dies damit, dass er alles tue, um die Benzinpreise einzudämmen, die nicht nur viele von uns daran hindern, den Tank voll zu machen, sondern auch die ohnehin schon steigenden Lebensmittelpreise belasten.
Krieg zur Eindämmung der Preise? Nur dass der aktuelle Preisanstieg eine Folge des Krieges der USA und Israels gegen den Iran ist – eine Aggression, die Macron im Interesse der französischen Ölkonzerne noch verstärkt. Unsere Kaufkraft ist ihm völlig egal!
Dabei gäbe es doch einfache Maßnahmen: die Löhne erhöhen, die Preise deckeln. Aber das würde die Gewinne der Kapitalisten schmälern, und Macrons Rolle besteht im Gegenteil darin, ihnen zu ermöglichen, diese in die Höhe zu treiben: Frankreich steht mittlerweile mit 61 Milliarden Euro, die an die Aktionäre ausgeschüttet wurden, auf dem zweiten Platz der Dividendenrangliste.
Krieg gegen die Schwächsten
Der Premierminister Lecornu gibt vor, im nächsten Haushalt 54 Milliarden einzusparen. Nicht, indem er diese Dividenden antastet, und auch nicht die 211 Milliarden an Steuerbefreiungen und Subventionen zugunsten der Bosse. Sondern durch das Einfrieren der Renten, durch das erneute Einfrieren der Gehälter für Beamte sowie der Wohnbeihilfen; durch die Bekämpfung von Krankschreibungen; durch die Einführung einer Wartezeit für ausländische Arbeiter:innen bis zum Erwerb von Ansprüchen. Die Krankenhäuser sind in einem erbärmlichen Zustand? Das Gleiche gilt für die Schulen? Auch sie müssen den Gürtel enger schnallen, wie alle öffentlichen Dienste. Alle ? Nein, das Verteidigungsministerium, das Innen- und das Justizministerium natürlich nicht, die in der Lage sein müssen, gegen die Armen vorzugehen, die sich letztendlich auflehnen könnten.
Wir dürfen uns nicht damit begnügen, unsere Wut herauszuschreien, sondern müssen einen umfassenden Kampf vorbereiten.
Genau diese Revolte fürchtet die Regierung: Das Gespenst der Gelbwesten macht ihr Angst, und das zu Recht!
Sich darauf zu verlassen, dass die Präsidentschaftswahlen zumindest einen Teil unserer Probleme lösen, wäre eine Fehleinschätzung. Erstens ist der Mai noch weit weg: In welchem Zustand wird unser Budget dann sein? Zweitens würde dies allen Kandidaten, die davon träumen, zum größten Profit der Bosse zu regieren, den Eindruck vermitteln, dass wir bereit sind, geduldig darauf zu warten, dass die „Rettung“ von oben kommt.
Wir müssen im Gegenteil unsere Ungeduld und unsere Wut mit allen Mitteln zum Ausdruck bringen. Der erfolgreiche Aktionstag vom Dienstag wird nur dann von Nutzen sein, wenn er den Beginn des Gegenschlags gegen den Krieg markiert, den die Arbeitgeber und die Regierung gegen uns führen. Die Schüler:innen setzen ihre Bewegung fort, die von Tag zu Tag an Stärke gewinnt. Die Feuerwehrleute geben nicht nach. Es ist von einer neuen Mobilisierung der Gelbwesten am 17. Oktober die Rede. Alles, was zu einer Bündelung aller Kämpfe beiträgt, müssen wir nutzen.
Wir müssen an unseren Arbeitsplätzen diskutieren, um an allem teilzunehmen, was zu einer gemeinsamen Bewegung werden könnte. Für unsere Löhne, für unsere Arbeitsbedingungen, für die Zukunft unserer Kinder muss es eine Fortsetzung geben. Und wenn die Gewerkschaften sich weigern, diese zu organisieren, müssen wir es selbst tun.
[Übersetzung des Artikels unserer französischen Organisation NPA – Révolutionnaires vom 29. September 2026: Après le succès des mobilisations du 29 septembre. Le pouvoir craint notre révolte, donnons-lui raison !]
Beitragsbild: Paris, septembre 2025. Photothèque Rouge / Copyright : Martin Noda / Hans Lucas.
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