EPIC heißt das neue KIS der Charité. Episch dürfte auch die Finanzierung dessen werden. Der Senat zahlt gesetzeswidrig nicht, sondern zwingt der Charité zur Finanzierung einen riesigen Kredit auf: bis zu 400 Millionen Euro. In Kopenhagen hatte sich der Preis bei Einführung von EPIC mal eben um ein Drittel erhöht. Kredite sind teuer. Die Charité muss den Kredit aus dem laufenden Geschäft zurückzahlen. Wer trägt die Zinsen? Senat, Charité, Bund? Die Hauptlast tragen wir, die Beschäftigten der Charité und ihrer Tochterfirmen. Zusätzlich zu der jetzt schon bestehenden Arbeitsdichte müssen wir diesen Kredit nun tagtäglich herausarbeiten.
Buttergelbe Charité
Damit wir genügend Kraft haben, den Kredit herauszuarbeiten, setzt die Charité jetzt auf die „Ernährungswende“. Sie will uns besonders frische und gesunde Gerichte anbieten. Doch huch, ausgerechnet in der höchsten Preiskategorie (Campus Cooking). Aber was jammern wir. Können wir doch auch richtig sparen. Zum Beispiel im Charité Shop bei der Osterüberraschung. Da sparen wir … die Versandkosten, gerade jetzt wo es die Sweatshirts in „Buttergelb“ gibt. Danke Charité!
Bye Bye Unabhängige Hochschulbildung
Das Modell mit der Kreditfinanzierung als Schattenhaushalt gefällt dem Senat zu sehr. So plant er eine eigene Firma, die die Gebäude der Hochschulen übernehmen soll. Dazu soll das „Hochschulbaugesell-schaftsgesetz Berlin“ beschlossen werden. Dickes Ding. Viele Kolleg:innen der Bau- und Verwaltungsabteilungen befürchten die Verschlechterung ihrer Gehälter und Arbeitsbedingungen. Kernstück dürfte zudem sein, dass künftig die Hochschulen für die Nutzung der Räume Miete an diese Gesellschaft zahlen müssen. Damit finanzieren sie künftig Kosten, die eigentlich der Senat tragen müsste. Natürlich auch die Kosten für Baukredite. Und die Mietzahlung dürfte zur Begründung dienen, die Zahl der Lehrveranstaltungen einzuschränken oder Räume der studentischen Selbstverwaltung einzusparen.
Angeworben, ausgebeutet, abgeschoben?
Die pflegerische Versorgung von Menschen kann in diesem Land nur noch sichergestellt werden, wenn viele Menschen aus anderen Ländern diese Aufgabe über-nehmen. Es werden sogar staatliche Kopfprämien für die Anwerbung gezahlt. In Altenburg wurden vietnamesische junge Leute angeworben zur Pflegeausbildung. Sie mussten schuften, bekamen aber weder Ausbildung noch Lohn und verloren wegen fehlender Mietzahlung auch noch ihre miesen Unterkünfte. Ihre Aufenthaltsgenehmigung ist an diesen Ausbildungsplatz gebunden. Aktuell klagen sie gerade gegen die deutschen Ausbeuter und hoffen darauf, schnell neue Ausbildungsplätze zu finden.
Nächste Insolvenz von Berliner Klinik
Obwohl das Jüdische Krankenhaus (JKB) den Entlast-ungstarifvertrag NICHT umsetzte, Kiezkrankenhaus ist, die Beschäftigten geschuftet haben, die Patient:innen diesen Standort annehmen, die psychiatrische Versorgung essenziell für Berlin ist, … lässt der Senat die Klinik vor die Wand laufen! Schließung oder Verkauf an Private drohen. Ein Grund für das Drama: Der Senat zwang das JKB, hohe Investitionen, die der Senat hätte tragen müssen, selbst zu erbringen. Der Senat fördert auch nicht die Kooperation zwischen Charité, Vivantes und dem JKB. Schlussendlich überlässt er die Krankenhausplanung ominösen anonymen Marktkriterien und demnächst der Krankenhausreform.
Nicht nur das JKB
Auf unsere Kosten wird auch woanders gespart: So wurde das Honorar der Psychotherapeut:innen um 4,5 % gekürzt! Das bedeutet noch weniger Kassenärztliche Plätze. Das größte Kinder- und Jugendsuchtzentrum soll im Juni schließen – es werden dann nur noch 25 Plätze deutschlandweit zur Verfügung stehen – dem gegenüber 200.000 junge Patient:innen.
98% und wir sagen es noch einmal: 98%
Ach Jott, die Vivantes Geschäftsführung ist sauer. Sie bietet doch ach so viel. Angeblich 7 % mehr Lohn in 2026 und wundert sich, dass ver.di darauf nicht eingeht. Hat sie etwa vergessen, was die Kolleg:innen fordern? TVÖD für alle! Diese Forderung steht seit Gründung der Tochterunternehmen, also seit über 20 Jahren. Noch einmal bis 2029 zu warten, um zumindest das Gehaltsniveau des TVÖD zu erreichen, ist den Kolleg:innen nicht zuzumuten. Weiteren Verzicht wollen die Kolleg:innen nicht mehr hinnehmen. In ihrer Urabstimmung haben sich 98 % für den unbefristeten Streik ausgesprochen. Dieser soll am 15.04. starten.
Übrigens
In ihrer Presseerklärung bewirbt die Geschäftsführung von Vivantes ihr Angebot damit, dass es 10 % über dem Tarifvertrag an der CFM liege. Woran man sieht, alles Gerede von „mehr ist nicht drin, sonst droht die Pleite“ ist Hinhalterei. 100% TVÖD darunter geht es nicht bei Vivantes Töchtern und CFM!
Bundeswehr an Charité
Stell dir vor, dieses Wirtschaftssystem führt mal wieder zum Krieg. Natürlich „droht die Gefahr aus dem Osten“ und verwundete Soldat:innen müssen von Litauen bis nach Berlin transportiert werden. So war es, das Szenario einer Übung im März und die Charité beteiligte sich. Geübt wird tatsächlich ein Szenario, dass es unbedingt zu verhindern gilt. Die Konsequenz dieser Übungen wird sein, dass Pläne festgelegt werden, nach denen Militärangehörige prioritär behandelt werden (müssen). Zivile Patient:innen fallen hinten runter. Diese Übung ist Augenwischerei und dient der Behauptung: Kriege seien unter Wahrung von Humanität führbar. Krieg ist durch Übungen an Krankenhäusern kein Deut weniger barbarisch.
1.Mai-Demo – Solidarität ist wichtiger denn je!
Der 1. Mai war nicht immer ein Feiertag – sondern ein Streik- und Kampftag! Dieses Jahr können wir Kolleg:innen von der CFM und den Vivantes-Töchtern, Charité und Vivantes, Ärzt:innen und Psychotherapeut:innen gemeinsam auf die Straße gehen und den Chefs zeigen, was Solidarität heißt und das wir uns nichts mehr gefallen lassen! Los geht’s um 11.30 Uhr am Straußberger Platz.
Danke …
… allen, die am CVK zur Unterstützung des Vitamin C gespendet haben! Ihr könnt das Flugblatt auch weiterhin unterstützen unter paypal.me/rsodeu.

