Wir lassen uns das Licht nicht ausknipsen!

Ziel erreicht?

Man kann AMS nicht vorwerfen, nicht mit offenen Karten gespielt zu haben: seit Monaten wurde das Gemetzel, welches AMS vor hat, ausreichend detailliert dargestellt.

Das Ziel von AMS war einerseits den eigenen Aktionären zu versprechen, dass sie Osram wie eine Zitrone auspressen werden, und andererseits zu testen, was die Reaktion bei den Angestellten sein könnte. Die IGM hat einen Mobilisierungsstunde organisiert, und das war‘s. Der Aktionstag war gut besucht (in Berlin 300 Leute), aber die Produktion wurde nicht gestört. Berlien konnte beweisen, dass der Betrieb weiterhin ungestört produzieren wird, die Großaktionäre wurden beruhigt. So konnte AMS um sich herum immer mehr Vertrauen gewinnen.

Wir lassen uns das Licht nicht ausknipsen!

Die erfolgreiche Übernahme durch AMS ist ein Etappensieg für die Aktionäre. Daher ist die Rede von Schwabe aggressiver wie nie geworden: Der Wandel sei „ein Fakt und unumkehrbar“, „Wir müssen diese Veränderung akzeptieren“, usw.

Die Frechheit der Betriebsleitung ist grenzenlos; sie argumentiert nicht einmal mehr, dass es um das kleinste Übel gehe: Übel ist Übel und wir sollen das schlucken?

Es wird Zeit etwas Sand ins Getriebe zu streuen!

Komische Ablehnung

Als AMS am 6. Dezember mitteilte, sie habe 55% der Aktien in der Tasche, erfuhren wir vom Konzern- und Gesamtbetriebsrat, dass ein „Verhandlungsteam“ eingesetzt wurde, und sogar dass die Verhandlungsphase „zügig“ aufgenommen wird. Der neue Boss wurde also nicht mal aufgefordert, etwas zu warten: der Betriebsrat war gleich am Tisch! Bereit, den nächsten Plänen der neuen Aktionäre zuzustimmen? Was ist mit der „Ablehnung gegenüber dem Kapitalmarkt“, von dem der Betriebsrat am Anfang Dezember sprach?

Zukunftsprojekte haben sie genug!

Große Betriebe wie Osram und AMS haben nicht auf uns gewartet, um ihre Forschungs- und Entwicklungsabteilungen schuften zu lassen, den Markt zu untersuchen, Berechnungen über Kosten und Gewinne durchzuführen und darüber zu debattieren, was die dicksten Profite bringt. Eine „intensive Suche nach Zukunftsprojekten“ machen sie permanent.

Bei Ledvance wurde auch vom Betriebsrat eine solch „intensive Suche“ hervorgehoben, es ging um „neue Produkte“. Die Betriebsleitung nimmt solche Forderungen der Gewerkschaft um so lieber an als es nichts kostet und sogar helfen kann Zeit zu gewinnen. Bei Ledvance wurde nach ein paar Monaten festgestellt, dass es andere „Zukunftsprojekte“ als die vom Boss nicht gab.

„Zukunftsprojekte“ sind nicht in sich selbst gut. Ohne zu erwähnen um wessen Zukunft es geht, die der Aktionäre oder unsere, ist irreführend.

Zeit und Geheimnis: Waffen der Betriebsleitung

Ende November versprach uns der Konzern- und Gesamtbetriebsrat im Infoblatt Kompakt oder auf der Betriebsversammlung zu berichten. Seitdem keine Nachrichten. Sollen wir jetzt warten, dass die Betriebsleitung ihre Wünsche über diesen oder jenen Standort äußert? Verhandlungen ohne den Druck eines Warnstreiks kann nur das Schlimmste bringen! Statt separate Verhandlungen über einen Standort nach dem anderen sollten wir jetzt gemeinsam die Betriebsleitung unter Druck setzen!

Arbeitszeitverkürzung, gerne!

Letzten Monat hat die Betriebsleitung die Schichtleiter des Glaswerks beauftragt, unsere Kollegen einen nach dem anderen zu fragen, ob sie zu Hause bleiben wollen, und das natürlich ohne Geld. Zum Beispiel eine Woche lang… und gaaanz freiwillig! Aber denkt die Betriebsleitung, dass wir hier aus Spaß arbeiten? Dass die Löhne so hoch sind, dass wir so locker auf das Viertel unseres Einkommens verzichten können? Die Frage an die Kollegen vom Ofen gerichtet, die nachts und am Wochenende arbeiten müssen, ist eine Frechheit. Die Betriebsleitung bittet dazu die Kollegen zu Einzelgesprächen, um sie einzeln in eine Situation zu bringen, wo sie persönlich „Nein“ sagen sollen. Was mehr eine Erpressung als ein reines „Angebot“ darstellt.

Eine Arbeitszeitverkürzung ist schon lange notwendig, bei uns, bei der Metallindustrie, und auch anderswo! Besonders jetzt da die Zahl der Arbeitslosen steigt (auf 2,2 Millionen im Dezember). Aber dann ohne Lohnsenkung: dafür sollten wir kämpfen!

Beste Laune in den Vorstandsetagen

Um 26% ist der DAX gestiegen; in 2019.

Die Vorfreuden der Börsenheinis und Konzernmanager sind berechtigt: die 30 DAX-Unternehmen verkündeten Ende November 3,5% höhere Gewinne gegenüber dem Vorjahr (was auch schon ein Superjahr war), ganz vorne VW – insgesamt sagen die Prognosen, dass allein die DAX-Unternehmen 130 Milliarden Euro Gewinne im letzten Jahr eingefahren haben werden. Stößchen! Da sind sie die Milliarden, die angeblich überall fehlen. Und die Lichtkonzerne, die mit der Autoindustrie zusammen arbeiten, sollen auch die Klappe halten!

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