
Der Schulstreik am 5. 3. ist nach dem 5. 12. 2025 schon der zweite Streik gegen die Wiedereinführung der Wehrpflicht. Egal ob dieser Streiktag größer oder kleiner wird als der erste, das Entscheidende wird sein, Erfahrungen zu sammeln und sie zu nutzen, um langfristig eine Bewegung gegen Aufrüstung und Militarisierung aufzubauen.
Eine Idee, die von politischen Gruppen in die Bewegung eingebracht wurde, hat schon gewirkt: Vielen Schüler:innen ist ein Streikkomitee nun ein Begriff. Und diejenigen, die jetzt so eine Organisation auf die Beine stellen, werden später im beruflichen Leben ihre Erfahrung wieder nutzen können! Bei allen Streiks ist es notwendig, gegenüber dem Druck der Gegenseite (ob Bosse oder … Schulleitungen), die eigenen Kräfte zu bündeln. Dafür ist ein demokratisches Komitee unersetzbar. Der nächste Schritt, wenn es an mehreren Schulen funktionierende Schulkomitees gibt, wäre eine Stadtvernetzung der Schulstreikkomitees …
Bundesweite Streikkonferenz in Göttingen
Am Wochenende um den 14. 2. hat in Göttingen eine bundesweite Konferenz des Bündnisses „Schulstreik gegen Wehrpflicht“ stattgefunden. 250 Schüler:innen und Unterstützer:innen sind dort zusammengekommen. In den inhaltlichen Diskussionen ging es auch um die Hintergründe der Kriegstreiberei und warum wir nicht nur gegen eine Wehrpflicht sind, sondern allgemein gegen Aufrüstung und Militarisierung. Neben den Debatten wurden auch die Erfahrungen des 5. 12. 2025 ausgetauscht, um zu lernen, was man diesmal noch besser machen kann. Für den 18. 4. ist eine nächste Konferenz in Essen geplant!
Der Schulstreik in Düsseldorf
Das Düsseldorfer Demo-Bündnis, an dem wir neben vielen anderen Organisationen beteiligt sind, trifft sich seit Januar alle 2 Wochen. Für die Zeit zwischen den Treffen läuft die Kommunikation über eine WhatsApp-Community. Wir hatten zusätzlich einen zentralen Termin zum Bannermalen und haben Material und Aufgaben für Flyern und Plakatieren verteilt.
An einer Schule konnte mit Unterstützung von Lehrer:innen eine Podiumsdiskussion zum Thema Wehrpflicht organisiert werden, die sehr gut besucht war.
Besonders gut ist es, dass es an mindestens drei Schulen örtliche Schulkomitees gibt, die offene Treffen abhalten, weitere sollen möglichst noch aufgebaut werden.
Die Demo beginnt bewusst erst um 12 Uhr, damit vorher schon Aktionen an Schulen stattfinden können, die nochmal motivieren sollen sich anzuschließen. Und die Demoroute am 5. 3. läuft an vielen Schulen vorbei, um noch Schüler:innen abzuholen.
Auch an der Heinrich-Heine-Universität hat sich ein Komitee gegründet, dass u. a. mit Insta-Videos und -Posts aufklärt, weshalb das Thema Wehrpflicht auch Studis angeht.
Bei den Bündnistreffen haben wir uns auch über den Umgang mit Repression ausgetauscht, denn manche Schulleitungen versuchen bewusst einzuschüchtern. In Essen wurden am 5. 12. sogar Schulen von innen abgeschlossen, um den Schüler:innen eine Streikteilnahme unmöglich zu machen. Wir wollen Repression öffentlich thematisieren und niemand wird damit alleine gelassen. Die Teilnahme am Streik ist jedenfalls sehr viel sinnvoller und notwendiger als jedes andere „Schulschwänzen“. Für den 10. 3. ist ein Auswertungstreffen geplant. Denn die Bewegung wird nicht mit dem 5. 3. aufhören!
Korrespondentin Düsseldorf
Eindrücke aus Mannheim
Auch Mannheim ist am 5. 3. dabei. Am 5. 12. hatte es nur in der Schwesterstadt Ludwigshafen einen Schulstreik gegeben; dieses Mal mobilisieren die Ludwigshafener Schulen nach Mannheim.
Nach anfänglichen Koordinationsschwierigkeiten konnte sich auch in Mannheim ein Planungskomitee etablieren, an dem Schüler:innen von verschiedenen Schulen und Aktivist:innen verschiedener Organisationen teilnehmen. Die Mobilisierung erfolgte vor allem an den Schulen, an denen Schüler:innen aus dem Umfeld des Planungskomitees sind. Wie groß der Streik wird, ist momentan noch schwer abzuschätzen. Infoabende zum Thema blieben teilweise schlecht besucht, was aber auch mit den gerade erst beendeten Ferien in BaWü zu tun haben kann. In jedem Fall ist es sieben Jahre nach den Fridays-for-Future-Streiks eine neue Chance für die Politisierung von Jugendlichen.
Korrespondent Mannheim
