Verkehrswende, Energiewende… und eine soziale Wende

Der Zugfunke – 20. März 2019 als pdf

Treffen sich ein Lokführer und ein Busfahrer beim Streik auf einem Betriebshof
Sagt der Lf: „Echt gut, dass ihr für eure Sachestreikt. Viele Lokführer sind solidarisch mit euch.“Sagt der Busfahrer: „Vielen herzlichen Dank. Ichwerde das weitergeben.“Fragt der Lf, wie‘s so mit dem Streik läuft.Antwortet der Busfahrer: „Wir haben zwei Hauptforderungen, einmal die Arbeitszeitverkürzung auf 36,5 Stunden pro Woche für alle und die andere ist der Lohn, dernach oben gehen muss. Mit 2.168 brutto kommt ja auch keiner mehr so richtig klar. Wir sagen sowieso, 2.700 brutto als Einsteigerlohn muss sein. Ja, also der jetzige Streik ist für vieleN eubeschäftigte wirklich was neues, denn so stell dir vor, seit 7 Jahren hatten wir nichts damit zutun. Das musste die Ostrockband Karat aberschon damals gewusst haben, als sie das Lied „Über sieben Brücken musst du gehn“ geschrieben haben. Naja, und hier gibt’s auch kein offenes Mikro.“
Fragt der Lf: „Wie sind denn bei euch die Schichten?“Antwortet der Busfahrer: „Bei uns gibt es ganzverschiedene Schichtmodelle, angefangen vom Hauptturnus, das bedeutet eine Arbeitszeit fastrund um die Uhr. Du beginnst mit einem Spätdienst, der in der Nacht endet, arbeitest dich innerhalb der nächsten 6 Tage bis zum Frühdienstvor. Somit stehst du am letzten Tag der Arbeitswoche so auf, dass du dich selbsteingeholt hast. Also wecken gegen 2.45 Uhr! Es gibt noch den Nebenturnus, das bedeutet, Du arbeitest von Montag bis Freitag und hast jede 3.Woche deinen Pflichtsamstag, also 6 Tage und einen Tag frei. Da schmeißte dir weg! Is ja och sobei denen im Hauptturnus, die haben 6 Tage und dann zwee Tage frei. Viele „Neue“ gehen jetzt schon in Teilzeit, so dass sie öfter drei Tage frei haben. Und die Wendezeiten wurden in denletzten Jahren so gekürzt, dass du kaum noch Zeit hast, an der Endhaltestelle mal Luft zu holen. Fahren ist halt alles.“
Fragt der Lf: „Habe gehört, dass ihr 900 Euroweniger bekommt als bei uns gezahlt werden.“„Ja, das stimmt. Wir arbeiten ja nach dem TV-N.“ Fragt der Lf: „Was denn das?“Der Busfahrer: „Wir sagen dazu Tarifvertrag Niedriglohn, darum die 900 Euro weniger.“
Denkt sich der Lf: „… is ja ganz wie bei uns…keine Reserven, dann kommt man mit Verspätungin die Wendezeit, wirklich dasselbe wie bei uns… nur der Lohn ist etwas anders….“

Krise… Schulden… Gewinn!
Vor der Bilanzpressekonferenz sickerte schon durch, dass die Deutsche Bahn im letzten Jahr 2,11 Milliarden Euro Gewinn gemacht hat. Mitkaputter Bahn lässt sich Geld machen.

Alaaf, es regnet Süßes

Bislang zahlte der Bund jedes Jahr 3,5 Milliarden für Investitionen in die Infrastruktur, ab jetzt sollenes 4,5 Milliarden werden. Aber wo landet die ganze Kohle? Bei uns wird minutengenau geprüft, jedesS chräubchen und jedes Blatt Papier gezählt. Aberwenn es um hunderte Millionen geht, da fehlt derÜberblick, klagt der Bundesrechnungshof…Die einzigen, die den Laden kontrollieren könnten,das wären wir selbst.

Werkstattträume
Auf der Betriebsversammlung bei der S-Bahntauchte wieder dieser seltsame Begriff„Werkstattverbund“ auf. Die Senatorin, die keineAhnung von der Bahn hat und sich beraten lässtvon Beratern, die auch keine Ahnung von derBahn haben, kocht im Stillen ihr Süppchen weiterzusammen mit den an der S-Bahn-Ausschreibunginteressierten Unternehmen, also auch die S-Bahn selbst…. bis jemand ihnen in die Suppespuckt.

Um den heißen Brei
Die Kommunikationsfeen haben uns wiederbeglücken wollen. Ein Interview mit Preißelploppte uns auf dem Tablet entgegen… So ein Gejammer, „alles wird in Frage gestellt“. LautPreißel ist alles in der Mache, neueArbeitszeitregeln,Meldestellenkonzept,Dienstpläne, alles liege auf dem Tisch. Ja, abernicht auf unserem!Diese Geheimniskrämerei ist eine Waffe desManagements. Sie fürchten sich vor unserer Reaktion. Aber nur, wenn wir den Mundaufmachen, kommen auch unsere Forderungenauf den Tisch und haben wir eine Chance, dasssich die Arbeitsbedingungen verbessern. Vonalleine ist es noch nie besser geworden.

Gestresst
Ein Betrunkener knallte im ICE einen Feuerlöscher gegen die Scheibe zum Führerstand… weil ihm der Zug zu schnell fuhr. Der Lokführer kam mit einem Heidenschreck davon. Sofort hat man einen Vorfall im Kopf, dereinem selbst passiert ist. Den Schreck des Lf kann man sich gut vorstellen. Nicht so die DB. Sie erklärte: „Der Vorfall vom Wochenende ist bishereinmalig – so etwas haben wir noch nie erlebt“. Ja, wir arbeiten ja auch, im Gegensatz zu andere

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