
Es hätte eine der vielen tragischen, aber sonst nicht viel Aufmerksamkeit erregenden Geschichten werden können. Die afroamerikanische Leichtathletik-Sportlerin Tori Bowie, die 2016 Olympiazweite und 2017 zweifache Weltmeisterin wurde, starb kürzlich Anfang Mai im Alter von 32 Jahren bei der Geburt. Offiziell hieß es , es habe „Geburtskomplikationen“ gegeben. Aber diese Nachricht hat Fragen und alarmierende Warnungen rund um die medizinische Versorgung von Schwarzen in den USA wieder aufleben lassen. Die Enthüllungen über die Umstände ihres Todes führten zu Reaktionen auf Twitter, insbesondere von anderen schwarzen amerikanischen Athletinnen. Die amerikanische Weitsprungspezialistin Tianna Madison erinnerte in einem Tweet daran, dass „drei der vier Mitglieder der amerikanischen 4x100m-Staffel fast gestorben wären oder an den Folgen einer Geburt gestorben sind“. Allyson Felix, eine der erfolgreichsten Leichtathletinnen aller Zeiten in den USA verwies in einem Beitrag für die Zeitung „Time“ ebenfalls auf diesen Umstand hin, und merkte an, dass dass es alles schwarze Frauen waren. Sie erinnerte daran, dass auch die berühmte Tennisspielerin Serena Williams fast bei der Geburt gestorben wäre. Und sie zeigte mit dem Finger auf das US-Gesundheitssystem, das schwarze Frauen benachteiligt und höheren Risiken aussetzt. Die offiziellen Zahlen des Nationalen Instituts für Gesundheitsstatistiken zeigten, dass im Jahr 2021 die Müttersterblichkeitsrate bei schwarzen Frauen 2,6 Mal höher lag als bei weißen Frauen: 69,9 Todesfälle pro 100.000 Geburten bei schwarzen Schwangeren und 26,6 bei weißen Frauen.
Das Fazit von Allyson Felix: „Wir leben in den USA im Jahr 2023 und schwarze Frauen sterben bei der Geburt. Es ist absurd.“
Auch im Bereich der Gesundheitsversorgung kann Rassismus tödlich sein.
Beitragsbild: https://time.com/6287392/tori-bowie-allyson-felix-black-maternal-health/
