Profite runter, Löhne rauf!

Willkommen in der Matrix…

Der Krankentransport an der Charité ist wirklich etwas
ganz Besonderes. Schließlich gleicht kein
Transport dem Anderen. So viele Unwägbarkeiten:
kaputte oder volle Fahrstühle, schwierige Patienten,
defekte Rollstühle… Denkt man so. Die Oberen der
Charité und CFM belehren uns jedoch mit einer Änderung
im Modul SAP Krankentransport wiedermal
eines Besseren. Da ist nun die Rede von „automatischen
Berechnungen der geplanten Transportzeit“
und einer „hinterlegten Wegezeitenmatrix“. Uff, also
demnächst müssen wir Rede und Antwort stehen,
wenn die berechnete Zeit überschritten wurde? Wer
hat und Wie wurde das denn bitte berechnet? Viele
Fragen und bisher nicht mal die Wahl zwischen der
roten und der blauen Pille.

Hallo, Teilnehmer?

Während wir bisher bei der Bestellung des Krankentransports
immer direkt eingeben konnten, ob es
sich um einen dringenden Transporte handelt, ist
die neue Regelung recht nüchtern: „Die Prioritäten
werden ausschließlich vom Krankentransport der
CFM vergeben. Bei Notfällen wenden Sie sich per
Telefon an den Krankentransport.“ So, so. Und wie
entscheidet der Krankentransport dann die Priorität?
Anhand welcher Kriterien? Und wen bitte rufe ich
dann an? Etwa den einen Kollegen aus der Zentrale
im Virchow, mit dem dann alle zeitgleich telefonieren?
Das kann ja heiter werden.

Hört, Hört!

„Insgesamt ist aus der Sicht der Charité durch die
Gesundheitskommission deutlich geworden, dass
eine formale und undifferenzierte Personalbemessung
und evtl. Erhöhung des Personalbestands keine
adäquate Lösung ist.“
WOW! Wir bilden uns also Personalmangel, Arbeitsüberlastung
und Arbeitshetze nur ein! Und die
Lösung der Charité: ein bisschen Prozessoptimierung
und alles läuft wieder wie geschmiert. Genau
genommen ist das eine klare Kampfansage an uns
und wenn die Charité nicht sehen will, dann müssen
wir sie es mal wieder fühlen lassen!

Und schon wieder Christoph

Nachdem unser guter alter Christoph 31 (ADAC
Hubschrauber) einen neuen Rekord aufgestellt hat
(2014 hatte er 3.700 Einsätze), bekommt er endlich
was Neues zum Abheben. Denn nach 38 Jahren
wird nun der Landeplatz am CBF erneuert, da sich
gesetzliche Vorgaben wie etwa die Sicherheitsabstände
zu Gebäuden (ja, das haben wir am eigenen
Leibe erfahren) verändert haben. Außerdem sollen
die Starkstromversorgung am CVK und CBF erneuert
werden, da diese „in Teilen einen Zustand erreicht
(haben), der sicherheitsrelevant ist.“ Jaaa,
endlich keinen Hubschrauber mehr, der fast ins
Zimmer fliegt und durchgehend Strom – gut dass wir
nicht wissen, was sonst noch so gemacht werden
muss an der Charité!

Wer will Olympia?

Reicht ja schon, wenn Berlin es will. Jetzt möchte es
auch noch der Einhäupl. Vor kurzem flatterte eine
Mitteilung von ihm ins Intranet mit der Bitte, dass
auch wir von der Charité dieses Vorhaben Olympia
in Berlin unterstützen sollen. Da will Herr Einhäupl
in unserem Namen also Werbung machen. Doch
bevor wir überhaupt drüber nachdenken, sollte er
vielleicht dem Senat auch mal so ne nette Naricht
zukommen lassen, in der steht, was WIR wollen:
mehr Personal und bessere Arbeitsbedingungen!

Sana Gerresheim will wie die Charité werden!

So erklärt der neue Chef der Chirurgie des Klinikums
Gerresheim, welches zur Kette Sana gehört.
Um das von ihm so hoch gehaltene Niveau der
Charité-Chirurgie zu erreichen, will er einige ärztliche
KollegInnen aus Berlin „abwerben“. Dieses Klinikum
gilt als recht erfolgreich. Mehr PatientInnen,
mehr Umsatz, mehr Gewinn. Und ein Parkhaus soll
es auch demnächst geben (Mitte – hört, hört!). Nun,
wem´s gefällt?! Uns beschleicht da allerdings die
Furcht davor, dass die Charité zukünftig noch mehr
werden will wie das Sana-Klinikum oder Helios oder
Marseille oder wie sie noch alle heißen.

Zu spät!

Der Verband der Universitätskliniken geht jetzt ordentlich
in die Offensive in der Imageschlacht der
Krankenhäuser. Dazu gibt er eine neue Zeitschrift
heraus: „Qualität leben“. Das erste Heft ist da auch
gleich ein Knaller mit seinem Leitthema Patientensicherheit.
Dazu gehört auch ein Beitrag von bzw. mit
der ehemaligen Pflegdirektorin H. Francois-Kettner:
„Die Verantwortung liegt oft in der Organisation“.
Mensch, wenn sie das mal zu ihren Zeiten an der
Charité gegenüber dem Management deutlich gemacht
hätte! Aber, ruhig Blut, bezüglich der Tarifverhandlungen
zur Mindestbesetzung hätte sie zum
Nachholen ja noch ein wenig Zeit.

Money, Money

Von dem Zeug kann man natürlich nie genug bekommen.
Das weiß auch der Marburger Bund. So
hat er auch mal wieder in Tarifverhandlungen agiert.
Nein – diesmal geht es nicht um die Charité, sondern
um den Riesenkonzern Helios, der immer wieder
mal in die Medien gerät, wegen der unmöglichen
Arbeitsbedingungen auch für das ärztliche
Personal. Wer nun nach tariflicher Verbesserung
dieser Arbeitsbedingungen sucht, wird kaum fündig.
Doch halt, wir wollen nicht ungerecht sein. Alle Ärzte
dürfen nun 30 Tage Urlaub genießen. Und für Bereitschaften
gibt es Extra-Frei? Quatsch: Es gibt ein
neues Stundenentgelt! Was zu beweisen war.

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