Die DB belästigt uns mit einem Schreiben zur „Information über die Anwendung tarifvertraglicher Regeln“. Lauter Formulierungen, denen man nicht so viel entnehmen kann. Was heißt das jetzt?

Die DB versucht Druck und Angst zu machen. Aber es gibt keinen Grund in Panik auszubrechen. Sie können auch nicht einfach Ansprüche wegnehmen.

Besser, wir pokern auch.

Danke für die Erinnerung

Zusätzlich hat die DB eine „Detailübersicht“ erstellt, was alles nicht mehr angewendet wird, wenn ein Tarifvertrag wegen Tarifeinheitsgesetz wegfällt.

Liest sich wie eine Liste, was jeweils noch in die Tarifverträge reinmüsste, ein paar Dinge fehlen offensichtlich bei den EVG-Tarifverträgen, ein paar bei den GDL-Tarifverträgen. Die Liste sollte noch zusätzlich in die Tarifrunden geschmissen werden.

Zahlensalat oder Buchstabensuppe?

Notar oder Treuhänder sollen auf Wunsch der DB Gewerkschaftsmitglieder zählen. Ok, jeder macht halt den Beruf, den er kann: die einen können gut Zahlen feststellen und andere halten das für das Wichtigste der Welt überhaupt.

Was denkt die DB, dass sie ein paar Zahlen auf Zettel schreiben lassen und wir wie Schafe ruhig in den einen oder anderen Stall trotten? Wir können die Gewerkschaft wechseln, wie wir wollen, oder auch erst eintreten, wenn die Streiks starten, oder wieder austreten. Vor allem, wenn die Stimmung wütend genug ist, dann werden irgendwelche Zahlen bei einem Notar nicht verhindern, dass wir uns über whatsapp und facebook verbinden und den Streik organisieren. Was zählt, ist, was wir real auf die Beine stellen.

Gemeinsame Jagd

Statt nach Gewerkschaftsmitgliedern zu jagen könnten wir alle zusammen Jagd auf das Management machen, damit alle profitieren:

volle Corona-Prämie, Gehaltserhöhung mindestens 4,8% für dieses Jahr, bessere Teilzeitregelungen im Alter, höhere Betriebsrente, bessere Schichtregelungen…Freundschaftsanfragen

DB spekuliert vielleicht darauf, dass wir mit Streiks zögern, weil wegen Corona die Bevölkerung kein Verständnis haben könnte.

Damit könnten sie sich aber völlig verspekulieren. Denn viele Menschen in diesem Land, nicht nur bei der Bahn, sind sauer: weil zig Unternehmen Corona als Vorwand nutzen für Stellenabbau und Lohnkürzungen, weil soviel Geld an Großkonzerne fließt. Es könnte sehr gut ankommen, wenn Bahner zeigen, dass wir uns wehren. Und es gibt immer mal Proteste gegen die Unzumutbarkeiten, bei H&M, in der Pflege, bei Siemens Energy… Wir könnten Kontakt aufnehmen, was schreiben, Informationen teilen usw.

Lieber schön vage bleiben?

Wenn die obligatorische Bettel-SMS nichts zu den offenen Schichten sagt, bedeutet das Schweigen, dass zu viel offen ist, nach dem Motto, wir nehmen alles, was wir kriegen können und entscheiden je nachdem wie hoch die Pönale ausfallen würde?

Wo doch der Computer mit dem Superprogramm so dolle Schichten gebastelt hat…

Wer braucht sowas?

Lutz und Seiler haben sich nach dem Wintereinbruch pressewirksam bei uns bedankt, wir machen großartige Arbeit, und so. Und sie haben versprochen, noch besser zu werden.

Keiner kann den Mist mehr hören. Warme Worte, aber die Realität sieht so aus: 2 Mrd. Einsparungen, keine Corona Prämie, nix Vereinbarkeit Familie und Beruf, bei Regio eingefrorene Loks und Wagen, bei Netz die Schichten das reine Chaos, ausgefallene Weichenheizungen, zugefrorene Weichen und keiner ist da zum Schnee und Eis räumen, im Südharz tagelang Strecken dicht, dieselbe Blamage auf der neuen Schnellstrecke nach München und und und. Sich selbst aber Boni zahlen. Statt sich zuhause `nen Bunten zu machen, hätte der Vorstand gerne mal ein paar Weichen frei kratzen können.

Zettel, Weisung, weg?

Wegen der Masken werden Kollegen verbal angemacht, AGLer sollen mehr kontrollieren.

Aber wie widersprüchlich ist das: immer noch Aufenthaltsräume, die nicht gelüftet werden können, z.B. Südkreuz hat nur auf einer Seite eine Tür, die nicht mal nach außen geht – frecherweise hängt da der Zettel, der zum Lüften auffordert. „Mit Nothammer lüften“ hat jemand freundlicherweise daneben geschrieben. Schlimmer ist noch diese kleine Hütte in KW… Die Zahlen für maximale Menge an Leuten passt auch nur, wenn alles planmäßig läuft. Aber letztens mit dem Eis stapeln sich die Leute, auch Wachschutz und Bahnreiniger kommen.

Auf Eigenschutz müssen wir achten, ja. Aber die Viren schwirren trotzdem rum. Die Bahn zieht sich auf ihre alte Methode „Zettel ranpappen und Weisungen rausbringen“ zurück. Und das ist nicht akzeptabel.

Unter Beobachtung?

Lokführer mussten zum Gespräch, weil sie beobachtet wurden, wie sie nicht richtig den Zug abgefertigt haben, keine Warnweste trugen usw.

Wenn es wirklich zuallererst um Sicherheit ginge, würde es doch anders laufen: Statt beobachten und melden, wie wärs mit direkt auf das vermeintliche Problem ansprechen?

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