Patient:innen Award

Patient:innen Award

Der Einsatz vieler Kolleg:innen der Covid-Intensivstationen 203 und 204 am CCM sollte mit der Widmung des Patienten- Awards gewürdigt werden. Aber entgegen genommen hat diesen Preis neben den Stationsleitungen auch die Centrumsleitung. Ausgerechnet. Eine der Vertrauten unserer Pflegedirektorin und bestimmt nicht unbeteiligt daran, dass uns in den letzten Jahren so viele Kolleg:innen verlassen und viele von uns den Spaß an der Pflege verloren haben. Mangel an Pflegepersonal entsteht nicht nur durch zu wenig Ausbildung oder zu geringe Entlohnung, sondern auch durch die Arbeitsbedingungen und das Klima auf den Stationen. Und für die sind sowohl PD als auch PCLs in großem Maße mitverantwortlich.

Und das Ergebnis ist …

97.3 % der verdi CFM Kolleg:innen haben für die Annahme der Schlichtungsergebnisse gestimmt! Doch leider heißt das noch lange nicht, dass die CFM sich auch daran hält. Weiterhin werden Dienstleistungen an Externe ausgelagert wie z.B. GO. Und was sollte die CFM davon abhalten, weiter auszulagern, wenn sie jetzt nach Tarif zahlen muss? Wir haben uns etwas erkämpft und auch nach Unterschrift heißt es weiterhin: sich mit Kolleg:innen organisieren, aktiv bleiben und die CFM weiterhin nerven. Denn übers Ohr hauen lassen wir uns nicht!

Gut gebrüllt

Aber Hallo – der Regierende Michael mutiert neuerdings zum kämpferischen Arbeiterführer. Jetzt hat er sich gerade als großer Unterstützer der IG-Metall im Tarifkonflikt um die Angleichung der Ost-Löhne vernehmen lassen. «Für ganz Deutschland muss gelten: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit.» So kennen wir unsere Verbal -äh, Sozialdemokraten. So lange es nix kostet, werden kämpferische Losungen in die dunkle Nacht hinausgerufen. Doch als es darum ging, die Koalitionsvereinbarung über die Angleichung an den TVÖD für die Töchter von Charité und Vivantes durchzusetzen, da war jahrelang vom Senat nichts zu merken.

Maskenball im Parlament

Was für eine Überraschung – da haben doch Politiker:innen aus Bund und Ländern für die Vermittlung von Masken-Geschäften Hunderttausende € an – nun, sagen wir, Provisionen kassiert. Nein! Doch! – Ooh! Wo sich doch unsere Qualitätsjournaille eigentlich sicher ist, dass es so etwas wie Korruption doch höchstens auf dem Balkan oder im fernen Afrika … Blödsinn – immer wieder gibt es solche Beispiele für „materielle Interessiertheit“ von Politiker:innen in der Bundesrepublik. Schon vor 40 Jahren gab es das schöne Lied: „Tango Korrupti – Wenn einer draufkommt und entpuppt di – Nimmst du dir einfach einen Anwalt, der was kann halt Und bist schwuppti-wupp davon …“ Und schließlich – was ist so ein kleiner Masken – Deal gegen ehemalige Minister, die nach ihrer Amtszeit rotzfrech in die Industrie wechseln, um die Belohnung für Ihre Politik einzustreichen.

In der Pflege nichts Neues

Neue alte Zahlen aus der Altenpflege – im Jahr 2019 wurden offiziell 14,8 Millionen Überstunden geleistet, davon 5,8 Millionen unbezahlt. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Frage der Linksfraktion hervor, Beschäftigte in der Altenpflege leisteten damit unbezahlte Arbeit im Wert von 61 Mio. Euro, das entspräche jährlich rund 3.180 Vollzeitstellen. Es dürfte sicher sein, dass diese Situation sich 2020 durch Corona weiter zugespitzt hat. Mit Beifall allein und ein paar Boni ist da schon lang nichts mehr zu retten.

Entlassung statt Entlastung

Ein Kollege einer ITS in der Uniklinik Münster hat es gewagt. Er kritisierte öffentlich die Arbeitsbedingungen in der Klinik und machte somit die Dringlichkeit der Forderung nach Entlastung auch in seiner Klinik sichtbar. Die Antwort kam prompt. Kündigung. Während die Klinikleitung gerne im hauseigenen Intranet berichtete, als der Kollege Teil einer unkritischen Dokumentation über das UKM war, nahm sie seine kritischen Äußerungen in einer TV-Sendung zum Anlass, ein Exempel zu statuieren. Denn gemeint ist nicht nur der eine Kollege, sondern alle, die sich für eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen auch an der Uniklinik Münster einsetzen. So jedenfalls empfinden es die dortigen Vertrauensleute. Und wir auch.

Berliner Gesundheitssektor mobilisiert sich

Im Rahmen der Berliner Krankenhausbewegung fand am 21.04.2021 eine „Stadtversammlung“ als Onlineveranstaltung mit 450 Teilnehmer:innen statt. Eingeladen hatten – unterstützt durch Ver.di – Pflegekräfte, Reinigungskräfte, Beschäftigte aus dem Labor, im Service und aus allen Bereichen der Berliner Krankenhäuser Charité und Vivantes. Die Kolleg:innen berichteten von den Zuständen und Arbeitsbedingungen in den Kliniken und ihren Plänen, u. a. die Politik mehr in die Pflicht zu nehmen, über verschiedene Eskalationsstufen bis zu den Wahlen im September und Streik. Jedoch wissen wir von unseren Kämpfen bereits: Entlastung & TVÖD für alle gibt es nur durch einen gemeinsamen Kampf – egal ob Pfleger:in oder Reinigungskraft!

No Service

An der Uniklinik in Schleswig Holstein haben die Kolleg:innen die Schnauze voll. Auch dort wurde per Outsourcing Tarifflucht betrieben. Nur heißt die CFM halt anders, es ist die Service Stern Nord GmbH. Aus Unzufriedenheit mit Ver.di organisierten sich viele in der Gewerkschaft der Servicekräfte (GdS). Etwa 800 der ca. 2000 Beschäftigten traten in einen zweitägigen Streik um ihrer Forderung nach dem Ende des Lohndumping Nachdruck zu verleihen. Sie wollen eine Entlohnung erreichen, die sich am Niveau der Bezahlung im Öffentlichen Dienst anlehnt. Gegen Outsourcing und Lohndumping – eine verbindende Forderung auch am 1. Mai.

Holen wir uns den 1. Mai zurück!
Anders als letztes Jahr dürfen wir dieses Jahr wieder raus zum 1. Mai! Dieser Tag hat eine Menge für uns Arbeiter:innen zu bedeuten, auch wenn unsere Chefs sich wünschen, wir würden dies vergessen. Es wird zwei Demos geben, 11 Uhr beginnend vom Hackschen Markt sowie 17 Uhr, Hermannplatz.

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