Osram Berlin: Drehbuch für Kinolampen

Bei Osram trägt die Verlagerung der Kinolampenproduktion Ende des Jahres von Eichstätt (Bayern) nach Berlin komische Konsequenzen: unter den 130 Kolleg*innen von Eichstätt, die gekündigt wurden, hat sich eine Handvoll Leute entschieden, von Bayern nach Berlin umzuziehen. So könnten sie erst mal ihren Job behalten. Andererseits hat der Berliner Vorstand Kolleg*innen angeboten, ein paar Monate in Bayern zu arbeiten, um angelernt zu werden. Dort sollen sie die Maschinen kennenlernen, die allmählich in Berlin installiert werden sollen. Für die betroffenen Berliner*innen bedeutet es fünf Tage der Woche in einem bayerischen Hotel untergebracht zu werden, also wochenweise weg von der Familie und als Ausgleich gerade einmal der Verpflegungsmehraufwand…

Angriffe bei Osram

Die Installation der Kinolampenproduktion wird erst Anfang 2021 durchgeführt. Diese „neue“ Linie löst aber in Berlin die Frage der Zukunft nicht. Der österreichische multinationale Halbleiterhersteller „ams AG“, der sich vor kurzem Osram angeeignet hat, sorgt für Unsicherheit. Auf einem Zettel, der neulich in Berlin aufgehängt wurde, fordert Osrams Konzern- und Gesamtbetriebsrat fiebrig „Keine Abkehr von vertraglichen Zusagen“. Ams wird sich aber nicht von juristischen Argumenten beeindrucken lassen. Um sich gegen den geplanten Stellenabbau zu widersetzen sind Demos und Streiks unabdingbar, am besten nicht nur unter Osramer*innen!

Kämpfe verbinden

Nicht ganz zufällig waren aber am 12. November 1.200 Kolleg*innen von Daimler auf der Straße. Daimler droht mit massivem Job-Kahlschlag. In Berlin könnten bis zu 2,000 Kolleg*innen ihre Stelle verlieren. Die Schuld sei nicht die der Aktionäre… sondern die Dieseltechnologie! Der Vorstand versucht den Geiz der Aktionäre hinter Umweltvorwänden zu verstecken, aber von ein paar Angestellten sind die Forderungen und die Argumentation gleich klar: „Für Umweltschutz und für den Erhalt der Arbeitsplätze […] beides geht, auf Kosten der Profite. Daimler hat genug Profit gemacht die letzten Jahrzehnte“. Sogar die Forderung nach Arbeitszeitverkürzung mit vollem Lohnausgleich wird trendig… Die nächste große Aktion der Daimler-Kolleg*innen findet am 9. Dezember statt. Ein notwendiger Schritt wäre jetzt gemeinsame Aktionen von allen Werken zu organisieren!

Die wütenden Kolleg*innen von Daimler in Berlin am 12. November

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