Öffi (fast) für umme

In NRW verkündete gerade Regio, dass alle Tf und Zugbegleiter zur Arbeit und wieder nach Hause für umsonst in allen Zügen aller Bahnunternehmen, also neben Regio auch Abellio, Keolis, National Express, Transdev und so weiter, fahren können.

Und hier bei uns? Wann können wir endlich alles benutzen, DB, BVG, ODEG, NEB… Wie sollen wir denn sonst 2 Uhr nachts nach Hause kommen, wenn keine S-Bahn mehr fährt, oder wenn man in Basdorf oder so wohnt? Absurd, dass wir, die wir den Verkehr am Laufen halten, selbst für die Benutzung bezahlen müssen. Also: umsonst für alle… und dazu besser ausgebauten Nachtverkehr!

Es gibt Geld, und zwar gaaaanz viel!

Wie jedes Jahr beschreibt der Oxfam-Bericht wieder einmal die Zunahme der Ungleichheiten auf globaler Ebene. Im Jahr 2019 besaßen 2.153 Milliardäre mehr Geld als 60% der Weltbevölkerung, also mehr als… 4,2 Milliarden Menschen! Genau genommen haben diese Milliardäre 8.700.000.000.000 (8,7 Billionen) Dollar. Wow. Eine mathematische Übersetzung der Gründe, warum die Arbeiterklasse überall auf der Welt um ihr Leben und nicht mehr nur um das Überleben kämpft. Die Ungleichheiten sind international… auch die Kämpfe!

Auch Deutschland ist ganz vorne dabei, wenn es um soziale Ungleichheit geht: Laut DIW verfügen die fünf reichsten Menschen bzw. Familien in Deutschland über mehr Vermögen als die komplette ärmere Hälfte der Bevölkerung!

Noch Fragen, wo das Geld herkommen könnte für höhere Renten und öffentliche Dienste?

Wiederauferstehung

Zielbild Tf ist tot, es lebe… die Verfügbarkeit Tf. Laut neuen Planungen der S-Bahn sollen wir Meldestellenbereichen zugeordnet werden und den Meldestellen sollen dann Schichten zugeteilt werden. Alles wäre nur zu unserem Besten und besser für die Planung.

Aber warum ist das alles nicht so glaubhaft? Weil wir den Laden zu gut kennen! Wieder plaudern irgendwelche Halbleiter hinter verschlossenen Türen und groß ist das Schweigen im Walde, wenn man mal nachfragt. Zum Beispiel: was ist mit unseren Forderungen?

Auch unsere Bedürfnisse müssen garantiert berücksichtigt werden! Alle wollen wir in Wunschplänen arbeiten und uns die Meldestellen aussuchen.

Wir haben schließlich nur ein Leben und damit wollen wir es gut bis in die Rente schaffen.

6 Tage… Wieso? Weshalb? Warum?

Nachdem die DB Infos zum Wahlrecht zwischen sechs zusätzlichen freien Tagen oder mehr Geld veröffentlichte, gab‘s ne Riesenabfuhr von der GDL, die ihrerseits nun eine Info zum Wahlrecht veröffentlichte, die… einen angesichts von vier Wahlmodellen auch ziemlich verzweifelt zurück­lässt. Alles wird immer komplizierter, weil immer individualisierter (und unübersichtlicher, wenn es später um Tarifforderungen geht!). Man braucht künftig einen Tarifspezi auf dem Führerstand, um die eigenen Tarifansprüche zu verstehen. Einfacher wäre: mehr Geld und mehr freie Tage für alle!

Unfall, Unfall… nur ein Zufall?

Die Frankfurter Rundschau zeigte sich neulich schockiert, als sie fünf Unfälle oder beinahe-Unfälle bei der DB in nur vier Tagen zählte (der größte Schreck ist, dass das nur die bekannten Fälle sind neben einer viel größeren Dunkelziffer!): In Frankfurt fuhr ein Regio im Hauptbahnhof auf einen Prellbock, in Garmisch-Partenkirchen standen sich „plötzlich“ zwei entgegenkommende Züge gegen­über, drei Doppelstockwagen und die Lok eines IC sprangen im Landkreis Freudenstadt aus den Schienen… Und was erklärte die DB dazu: „zwischen den Ereignissen besteht kein Zusammenhang“!

Außer vielleicht dieselben Sparorgien überall? Der ständige Stress? Die permanente Übermüdung? Mangelhafte, zu kurze Ausbildung? Noch mehr Zusammenhänge gefällig?

Eine Hand wäscht die andere

Regio-Chef Sandvoß wollte wahrscheinlich gönnerhaft klingen, als er letztens rumblubberte, DB Regio würde auf mehreren Netzen von „Wettbewerbern“ mit Zügen und 200 Lokführern aushelfen. In NRW hat Regio sogar zwei S-Bahn-Strecken von einem „konkurrierenden“ Bahnunternehmen übernommen, weil die nur die Hälfte der Lokführerstellen besetzen konnten. Dieses Spiel kennen wir zu gut.

Erst machen die in den Chefetagen und der Politik einen auf „Wettbewerb“ und spiel‘n uns ein mega Affentheater von wegen Konkurrenz und sorgfältiger Prüfung aller Angebote vor. Wir sollen dann springen und Männchen machen und alle Verschlechterungen akzeptieren (weil, ist ja Ausschreibung und die „Konkurrenz schläft nicht“). Und hinterher machen diese ach-so-großen Konkurrenten auf nette Kumpels und helfen sich aus der Patsche, um die Gewinne aus den Verkehrsverträgen einzufahren.

Wenn es um ihre Profite geht sind sie sich einig. Wir sind uns auch einig: gegen Ausschreibung und gegen jede Verschlechterung, egal welche Farbe das Unternehmen hat!

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