Nein zu CFM-Repression!

Nein zu CFM-Repression!
Wir alle erinnern uns an die Kündigungen der zwei Streikaktivisten und Verhandlungskomissionsmitglieder letztes Jahr. Nun gab es die erste Gerichtsverhandlung, die die fristlose Kündigung der CFM-Kollegen vorerst legitimiert. Und es ist immer noch unfassbar, welche Repressionen die CFM gegenüber unseren aktiven Kolleg:innen durchgesetzt hat. Es ist unfassbar, wie die CFM-Oberen unsere Fehler nutzen, um zu spalten und unsere Kampfkraft zu minimieren. Doch um unsere Interessen zu verteidigen, sollten wir nie die CFM-Führung um Hilfe bitten – denn sie hilft nicht uns, sondern nur sich selbst.

TVöD – ein Muss für Labor von Vivantes und Charité
Die Berliner Krankenhausbewegung fordert den TVöD für alle Tochterunternehmen von Charité und Vivantes, auch für das gemeinsame Labor. Eigentlich ein Witz, denn bereits mit dem Landesnachtragshaushalt 2018 wurde vom Abgeordnetenhaus festgelegt, dass in den Töchtern der gleiche Tarifvertrag wie in Vivantes selbst gelten soll. Umzusetzen zur Not per Gesellschafterweisung. Doch bis heute wurde dieser Beschluss nicht wirksam und so sind die Kolleg:innen des Labors aktiv geworden. Mehr als 50% der Beschäftigten setzten ihre Unterschrift unter die gemeinsame Petition zur Anwendung des TVöD und bezeugten damit, dass sie bereit sind, für diesen in den Streik einzutreten. Seitdem stehen sie unter mächtigem Druck der Geschäftsführung. Diese droht unter anderem mit der Pleite, was für ein landeseigenes Unternehmen schon bemerkenswert ist. Die Kolleg:innen benötigen nun unsere Solidarität und den Rückenwind der Berliner Krankenhausbewegung.

Jetzt streikts!
Am 08. und 09.7 werden sich in der Alten Försterei viele Kolleg:innen beim sog. Arbeitsstreik zusammenfinden. Dabei sollen über die Mindestbesetzungsforderungen der einzelnen Stationen und Bereiche sowie das weitere Vorgehen diskutiert werden. Mit dabei sind dann hoffentlich zahlreiche Kolleg:innen aus den Tochterfirmen, denn eines ist klar: Entlastung gibt es nur gemeinsam und mit TVöD für alle. Nur das Erreichen des TVöD für alle wird ein wirklicher Gradmesser für den Erfolg der Berliner Krankenhausbewegung. Die Fahrer bei Gorillas gaben während ihres Streiks bekannt: „Wir organisierten uns in weniger als 10 Minuten“ und gingen dann in den Streik. Das sollte uns erst recht gelingen.

#PflegeComeBack
Noch gut zu wissen zum Thema Pflegemangel: Schon 2018 gab es eine Studie im Auftrag der Hartmann-Gruppe, die zeigt, dass 48 % der ausgebildeten Pflegekräfte, die in den letzten Jahren ausgestiegen sind, sich einen Wiedereinstieg in den Beruf vorstellen kann – wenn die Arbeitsbedingungen besser wären. Wir sprechen hier von 120.000 bis 200.000 Kolleg:innen. Könnte helfen, wa?

The Face
Nee, echt jetzt – die suchen wirklich das „Gesicht für die Strategie Charité 2030“. Na dann, bitte lächeln und losfotografieren. Aber Obacht – nicht, dass ihr dabei euer Gesicht in dem Moment erwischt, wenn wir mal wieder unterbesetzt sind oder keine Zeit für richtig Pause bleibt. Dieses eher finstere Lächeln wäre zwar realistisch, aber kaum werbewirksam.

Es ist eine alte Geschichte
doch bleibt sie ewig neu … dichtete schon Heine. Oder anders gesagt: Achten Sie beim Unterschreiben stets auf das Kleingedruckte! Weil wir gerade für den TVöD für alle kämpfen – da bietet das Bergmann-Klinikum in Potsdam ein gutes Beispiel. Nach gehörig Druck der Beschäftigten und der Öffentlichkeit konnte dort eine entsprechende Vereinbarung über die Anwendung des TVöD erreicht werden. Tolle Sache! Wirklich? Was dabei nicht geklärt wurde, ist die Finanzierung. Weshalb nun mal wieder das eine oder andere Milliönchen angeblich fehlt, die Vereinbarung bis heute nicht umgesetzt wurde und die Klinikleitung die alte Predigt von Sparprogrammen und Ausgliederungen murmelt. Es helfen uns nur Verbesserungen, die auch wirklich bei uns ankommen.

Corona-Kohle schon wieder nicht für alle
Vom Spahnschen Ministerium erhielt die Charité einen Batzen Geld, um diesen an die Kolleg:innen zu verteilen und so eine Anerkennung für die Belastungen während der Corona-Pandemie vornehmen zu können. So weit, so erfreulich. Doch die Bedingungen (nach dem Krankenhausfinanzierungsgesetz) für die Auszahlung sind so gestaltet, dass wieder nicht alle Beschäftigten an der Charité berücksichtigt werden dürfen. Leer gehen zum Beispiel die Ärzt:innen, die Verwaltung oder CFM-Beschäftigten aus. Dies getreu dem Motto: Teile und Herrsche. Doch mit einer Corona-Prämie werden sie uns nicht auseinanderbringen, denn gemeinsam fordern wir: Ein Betrieb, ein Tarifvertrag und TVöD für alle!

10 %?
In einigen Medien geistern Zahlen herum. Unsere Forderungen nach Entlastung könnten einen Aufwuchs von 10 % Pflegekräften bedeuten. Da kennen schon Einige unsere Forderungen im Konkreten, obwohl wir diese selbst noch nicht kennen, sondern noch Station für Station festlegen. Davon sollten wir uns nicht beeindrucken lassen. Wir benötigen Mindestbesetzungen mit mind. 3-jährig ausgebildeten Pflegepersonal, die es uns ermöglichen, unseren Anspruch an unseren Beruf umzusetzen, den Patient:innen gerecht zu werden und trotzdem noch nach der Arbeit genug Kraft für Kinder, Sport und Anderes zu haben. Wir wollen Mindestbesetzungen, die das Erreichen der Rente auch im Pflegeberuf zum Normalzustand werden lassen. Mindestbesetzungen die es tatsächlich erlauben, sich an Fortbildungen, an Teambuilding usw. zu beteiligen. Dies sollten Kriterien sein, nach denen wir unsere Forderungen festlegen. Keine falsche Bescheidenheit oder Orientierung an einem ungenügenden Finanzierungssystem der Kliniken sollten uns daran hindern. Vielleicht wird ja doch eher ein Plus von über 10% notwendig sein.

Endlich Sommer!
Das Vitamin C geht in die Sommerpause und kommt im September zurück. Wir wünschen allen Kolleg:innen einen schönen Sommer!

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