Mehr Azubis – immer her damit!

Mehr Azubis – immer her damit!

Vivantes und Charité wollen ab 2025 auf einem neuen Pflegecampus über 3000 Azubis auf ihren künftigen Gesundheitsberuf vorbereiten. Neben Gesundheits-pfleger_innen sollen u.a. auch Logopäd_innen, Physio- und Ergotherapeut_innen ausgebildet werden. Auf dem Campus sollen auch Wohnheime, eine Bibliothek, Unterrichtsräume sowie eine Kantine entstehen. Im Zuge des Personalmangels mal eine echt gute Idee. Doch: bisher wurde die Finanzierung noch nicht geklärt. Wir hoffen nur, dass dies nicht wie bisher über die Krankenkassenbeiträge erfolgt – wir wissen was das für Auswirkungen auf die Personalbesetzung hat!

Verschwommene Erinnerung

Es wurde echt Zeit, dass KM Einhäupel geht, denn er hatte schon sehr verschwommene Erinnerungen. Im Kurier berichtete er von seinem Start an der Charité 1992. Er hätte dort auf den Stationen medizinische Geräte und Ausrüstungen vorgefunden, die aussahen, als wären sie Marke Eigenbau. Das war kurz nach der Wende,  aber das EKG- oder auch das Sono-Gerät auf manch heutiger Station und auch die Uralt-Rollstühle verbreiten den von ihm erinnerten Charme noch heute.

Zusammen ein Ziel – Charité 2030
Die Charité möchte die kommenden Monate unseren Input haben, um „relevante Handlungsfelder zu identifizieren, zu priorisieren und in ganz konkrete Maßnahmen zu übersetzen.“ Unter dem Motto „Zusammen ein Ziel“ hätten wir da auch gleich den ersten Vorschlag: Rückführung aller Charité Töchter in den Mutterbetrieb sowie für alle Beschäftigten den TVöD!

Und welche Ideen hat die CFM?

Mehr Geld für ihre Beschäftigten? Pah, denkste. Arbeitsverdichtung! So sollen nun auch am CVK die Betten im Patientenzimmer aufbereitet werden – immer schön Fahrzeiten sparen. Als nächsten fällt ihnen vielleicht noch ein, dass die Reinigungskräfte die Betten nebenbei mit aufbereiten können und mit der anderen Hand noch Teekochen?

Wiener Personalnot
Nicht nur in Deutschland wird das Pflegepersonal knapp, auch unsere österreichischen Kolleg_innen pfeifen auf dem letzten Loch. Zu dem krassen Personalmangel kommt nun auch noch eine weitere Ungerechtigkeit: Aufgrund einer Reform in der Vergütung neuer Pflegekräfte bekommen diese einen höheren Lohn als alteingesessene ohne dass diese die Möglichkeit haben, ins neue Lohnschema zu wechseln. Daher sind am 24.9 mehrere hundert Kolleg_innen in Wien auf die Straße gegangen und sie wollen auch in Zukunft weiterhin protestieren – für gerechte Arbeitsbedingungen und Bezahlung.

Aber bitte, Brigitte…
Frau Mohn, das ist doch ein Hohn! Entschuldigung für die Knüttelreime, aber was die Bertelsmannstiftung da zumutet, ist schon ziemlich grenzwertig. Nachdem eine in ihrem Auftrag erarbeitete Studie empfohlen hatte, jede 2. Klinik in Deutschland zu schließen, wurde von einigen darauf hingewiesen, dass Brigitte Mohn sowohl im Vorstand der Stiftung als auch im Aufsichtsrat der privaten Rhön Klinikum AG sitzt. Diese würde zweifellos von der Schließung kommunaler Kliniken profitieren. Interessenkonflikt? Nein, das muss sie entschieden zurückweisen! Merke: Bei Betreten der Bertelsmannstiftung wird gebeten, den Verstand an der Garderobe abzugeben.

Theorie und Praxis
Gerade wurden landauf landab 70 Jahre Grundgesetz gefeiert, Rechtsstaat und Gesetzlichkeit gewürdigt. Doch gibt es offenbar immer noch Geschäftsführungen, bis zu denen sich nicht rumgesprochen hat, das ihre Beschäftigten Rechte haben. Das Streikrecht zum Beispiel. So drohte nach verdi Angaben die Geschäftsführung der Asklepios Kliniken in Seesen bei Streikteilnahme mit Kündigung. Stimmt gar nicht, sagen die Chefs, wir haben nur eine einseitige Not-dienstverpflichtung erlassen, und wer trotzdem streikt, der wird gekündigt. Wieder einmal zeigt sich: wer sein Recht bekommen will, muss es sich oft erst nehmen.

Prüfen!

Auf der Website der Charité steht unter dem Punkt Physiotherapie nicht nur der Hinweis darauf, dass die CPPZ seit 2009 diesen Versorgungsauftrag erledigt, sondern auch: „Das Zentrum ist eine 100% Tochtergesellschaft… Die direkte Anbindung an das Klinikum ermöglicht eine enge Verzahnung des Therapeutenteams mit den behandelnden Ärzten.“ Keine CPPZ Kolleg_in hat erlebt, dass sich seit der Umwandlung zur 100%-Tochter irgendetwas an der Einbindung in die Arbeitsabläufe auf Station geändert hat. Damit darf man wohl getrost davon ausgehen, dass schon seit 10 Jahren diese Verzahnung existiert und die arbeitsrechtliche Behandlung als externe_r Mitarbeiter_in ungerechtfertigt war. 10 Jahre lang müsste also wohl TVöD bzw. TV-C gegolten haben. Nachzahlungen? Huhu ver.di, bitte auf jeden Fall dringend prüfen lassen und wenn geschehen, uns Bescheid geben.

So langsam ticken die Uhren bei der CFM

Seit 2011 fordern wir ein Ende des tariflosen Zustandes an der CFM. Wir sahen und sehen nicht ein, dass der Charité- Vorstand auf unsere Kosten den Götzen Schwarze Null anbetet. Die Jünger des Vorstandes namens Geschäfts-führung hielten uns hin: Versprechen, zu Verhandlungen bereit zu sein, dann Urlaub statt Ver-handlungen, dann monatliche Verhandlungsrunden, dann wieder Urlaub, dann gnadenvolle Mini-Lohnerhöhungen nach Nase. Jetzt, 2019, verhandeln die Kolleg_innen der Tarifkommission ver.di erneut mit der Geschäftsführung, doch die hat noch immer nur einmal im Monat Zeit. In Ewigkeit… doch wir sind nicht im Paradies, sondern eben bei der CFM und darum fordern wir bei der offensichtlichen Überforderung der Geschäftsführung eine Abkürzung des Verfahrens durch Einführung des TVöD. Ab sofort.

Gegen die Tarifflucht sind verschiedene Aktionen geplant. Am 25.10 gibt es eine Diskussionsveranstaltung „TVöD/TV-L für alle ist keine Utopie!“ im ver.di Haus (19Uhr, Paula-Thiede-Ufer 10) und am 26.10 Treffen sich Kolleg_innen vorm SPD Landesparteitag (ab 8Uhr, Hotel InterContinental Berlin, Budapester Straße 2).

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