Ihr Ziel und unsere Ziele

Letztens ploppte auf dem Tablet eine neue Info zum „Zielbild Tf“ auf. Wie eh und jeh jammert uns die Geschäftsführung der S-Bahn die Ohren voll, wie schwer doch alles mit der Schichtpla­nung sei. Der Plan ist nun, die bisherigen Schichtlagepläne abzuschaffen. Künftig sollen wir zuerst „Urlaub versenken“ spielen und ins Blaue hinein unsere Urlaubswünsche eintragen. (Dann kann man sich zum Beispiel nicht eine anstrengende Woche raussuchen und den Urlaub günstig dazu basteln.) Danach werden einzelne freie Tage eingetragen und dann erst werden die Schichten drum rum geplant… Schluss mit Schichtplänen, zwischen denen wir die Wahl haben, ob lieber ohne Nächte, eher Frühschichten oder Tagesschichten. Die Spatzen pfeifen es von den Dächern, dass die Tagesschichten künftig ganz wegfallen sollen.

Es heißt, noch nicht alles sei in Sack und Tüten. Was an Verschlechterungen ist da noch in Planung? Wenn das bisschen Planungssicherheit, die wir bisher hatten, wegfällt, dann fällt ein wichtiger Vorteil weg, der uns hier noch bei Laune hält.

Aber alleine mit Kritik kommen wir nicht an unser Ziel. Zeigen wir der Chefetage, wie wir uns eine gute Planung vorstellen. Dazu müssen wir uns verabreden und Ideen entwickeln (von denen es sicher eine Menge gibt). Je mehr wir sind, und je besser wir uns organisieren, umso eher können wir das stoppen und für uns was rausholen.

Unwort des Jahres: Die Wabe

Auch ein neues Meldestellenkonzept ist in der Mache. Je nach vorhandener Baureihe sollen wir Meldestellenwaben zugeordnet werden. Wenn man Pech hat, kann das weit weg von zu Hause sein und sehr flexibel für die Planung.

Angeblich ist das alles ein Problem mit den verschiedenen Baureihen. Wer soll das glauben? Es gäbe eine einfache Lösung: Alle kriegen eine Ausbildung für alle Baureihen!

Workshopblabla

„Leider“ hätten sich zu wenige für den September-Workshop zum „Zielbild“ gemeldet, „bedauert“ die Arbeitsgruppe. Jo meij, was sollen wir da auch? Die wissen, dass wir keine Verschlechterungen wollen. Und wir wissen, dass das nur Scheindemokratie ist, um Zeit zu schinden und uns später vorhalten zu können, sie hätten ja wirklich nach unserer Meinung ge­fragt und der Betriebsrat hätte das ja auch unter­stützt. Die Pläne sind doch bekannt. Wenn sie sich wirklich für unsere Meinung interessieren würden, dann wären nicht die desaströsen Mit­arbeiterbefragungen, Gefährdungsbeurteilungen und unsere Forderungen so locker in den Schubläden gelandet ohne Folgen.

Häppchen gefällig?

Es sieht so aus, dass es künftig eine separate Urlaubsplanung für die Tfs der Neubaufahrzeuge auf dem Ring gibt. Ein weitere Schritt der S-Bahn in Richtung einer neuen abgrenzbaren Teil­gruppe an Tfs. Mit welchem Ziel? Die Vorberei­tung einer Abspaltung vor dem Hintergrund der Ausschreibungen? Separierte Betriebsteile sind eine bekannte Masche in der Wirtschaft bei Betriebsübergängen. Oder wofür soll das gut sein, uns so aufzuspalten?

Normal unnormal

Was mancher Fahrgast letzten Montag auf der S 3 als Alltagsstörung der S-Bahn empfand, war tatsächlich ein Brandanschlag – von wem auch immer. Nachdem tagsüber schon ein Baum Griebnitzsee umgefallen war und Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet werden musste, und Savignyplatz ein Feuerwehreinsatz wegen Schwellenbrand lief, kam in der Nacht der Anschlag dazu. Irgendwie normaler Alltagswahn­sinn eben. Was für eine „schlaue Aktion“ war das also, wenn die Fahrgäste zu allererst entnervt denken: Störung im Betriebsablauf… wie immer. Die DB schafft es von ganz alleine, dass die Züge nicht (gut) fahren…

Investoren baggern Arriva an

Die Finanzinvestoren Carlyle und Apollo pokern um Arriva – mit guten Chancen. Auch der Finanzinvestor Lone Star ist im Rennen, so wie Keolis, Go-Ahead, Stagecoach, Transdev oder ComfortDelGro. Auf dieses Geschacher haben wir keinen Einfluss. Was wird dabei rauskom­men? Sicher nichts Gutes für die Kolleg*innen. So ist Kapitalismus. Wir können aber unter uns über Unternehmensgrenzen zusammenhalten.

Zusammenhalt, wie ihn der DB Vorstand versteht

Der Skandal um Beraterverträge weitet sich aus. Zum Beispiel Homburg, der frühere Regio-Chef: Während er 2015 noch über seine Millionenabfindung verhandelte, hatte er gewissermaßen die fetten Beraterverträge schon in der Tasche. Angeblich habe er aber für die Million Beraterhonorar gute Arbeit geliefert, und zwar…. was? Solche Leute leben wie die Made im Speck und verlangen von uns, den Gürtel enger zu schnallen.

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