Gillette: Ein Unternehmen – eine Belegschaft

Wir alle arbeiten in der gleichen Fabrik, sind aber bei verschiedenen Firmen angestellt. Die meisten von uns direkt bei Gillette, aber viele auch bei Sodexo, Albrecht, Schenker, Randstad und so weiter. Wir ArbeiterInnen werden aufgeteilt nach Firmen, tragen verschiedene Arbeitskleidung und haben verschiedene Arbeitsbedingungen und Löhne. Das führt so weit, dass in manchen Abteilungen alle blau tragen bis auf einen. Der „Außenseiter“ ist dann gleich zu erkennen. So beginnt Spaltung. Für P&G hat das nur Vorteile: Je geteilter wir als Belegschaft sind, desto schwieriger können wir uns gemeinsam wehren. Wenn bei Sodexo jemand rausfliegt, welcher Kollege von Gillette macht den Mund auf? Wenn Mach3 nach Polen verlagert wird und Arbeitsplätze gestrichen werden, was interessiert das eine Kollegin von Randstad? Die Spaltung der Belegschaften gibt es nicht nur bei uns, sondern in fast allen großen Firmen, oftmals noch viel schlimmer als bei uns. Die ArbeiterInnenbewegung hat viele Verbesserungen gegen die Unternehmen durchgesetzt, indem Belegschaften geschlossen auftreten und gemeinsam ihre Forderungen durchsetzen. Die Spaltung in verschiedene Firmen ist auch eine Reaktion der Unternehmen darauf und soll die Kraft von uns ArbeiterInnen schwächen. Wir können dagegen halten, indem wir jeden Arbeiter und jede Arbeiterin in der Fabrik als KollegInnen sehen, egal welche Farbe die Arbeitskleidung hat. Manchmal sagt man den KollegInnen von anderen Firmen nicht mal richtig Hallo, aber auch das liegt an uns. Ob Gillette oder Sodexo oder Randstad, wir alle arbeiten in der gleichen Fabrik: eine Fabrik, eine Belegschaft, KollegInnen halten zusammen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.