Haifischbecken S-Bahn

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Haifischbecken S-Bahn

Die Hitze in den Hinterzimmern steigt, das Gepoker um die S-Bahn läuft auf Hochtouren. Im Herbst soll die Ausschreibung starten, und auch wenn (angeblich) noch niemand weiß, welches Ende das ganze nehmen wird, hält man uns jetzt schon die heilige Wettbewerbsfähigkeit entgegen, wenn wir zu selbstbewusst Forderungen für uns erheben. Aber was läuft eigentlich in der Pokerrunde? In der Presse heißt es, über das Verfahren gebe es noch keine Entscheidung. Also ist die völlige Aufstückelung der Bahn weiter denkbar, damit möglichst viele von den großen Fischen ein fettes Stück abkriegen? Und was ist mit unseren Arbeitsbedingungen und Löhnen? Selbst wenn das Entgelt bleiben soll – aber welche Garantie haben wir? – was ist mit Urlaub, Arbeitszeiten, Beschäftigungsjahre, Kündigungsschutz und Schonarbeitsplätze, wenn es wegen der Gesundheit nicht mehr so gut läuft? Die Berliner Spitzenpolitiker eiern weiter rum und reden. Aber es sind echt milliardenschwere Globalplayer am Start – mit Alstom und Stadler/Siemens ein paar Altbekannte und mit dem weltweit größten Bahnhersteller CRRC auch ein paar Neue – die die Hand ausstrecken. Dazu ein paar Banken, Beratungsfirmen und andere Parasiten, die sich sicher nicht so leicht überreden lassen Es geht um viel – für uns, die Fahrgäste und eigentlich die ganze Stadt. Doch die Verhandlungen laufen im Geheimen im kleinen Kreis. Mit Demokratie und Vernunft hat das nichts zu tun.

Es gibt wieder Streiks…

bei der Technik Angesichts der Hitze gehen Türen von alleine zu oder wieder auf. Auch die Elektronik kommt nicht klar. Nichts Neues, eigentlich. Schnee von gestern. Aber Fitmachen der Züge, steht nicht ganz oben auf der Prioritätenliste. Weil die S-Bahn sich das später vom Land Berlin noch gut für den Interimsverkehr bezahlen lassen will? Statt früh zu beginnen lieber später die Hand aufhalten? Egal ob die Rechnung aufgeht, je mehr Betriebswirtschaft desto schlimmer wird‘s.

Kurz gesagt: es ist zu warm

Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung und andere Institute reden seit Jahren immer dasselbe: wenn es heiß ist dann viel Trinken, kühle Räume aufsuchen, häufige kurze Pausen einlegen, leichte Kost essen (viel frisches Gemüse etc.), Arbeitszeiten anpassen… Jedes Jahr dieselben Ratschläge. Und warum gibt es nicht an allen Orten frisches Mineralwasser? Warum laufen nicht überall die Klimaanlagen? Warum 10 StundenNachtschichten, was umso schlimmer ist, als man am Tag kaum schlafen kann? Wo sind die zusätzlichen Ablösungen?… Mal gucken, wie es in den Teppichetagen so aussieht.

Bahnwerk Cottbus – eine Zukunft für die Kollegen?

Nachdem die DB das Werk in Cottbus erst jahrelang runtergefahren und die Kollegen unter Druck gesetzt hat, soll es künftig ausgebaut und wieder eingestellt werden. Große Pläne gibt es, von ICEs und einem Technologiezentrum ist die Rede. Was die Versprechungen angeht, liegen wir mit unserer Skepsis hoffentlich falsch liegen. Aber das Grinsen von Pofalla kommt vor allem daher, dass die Kohle für den Ausbau aus der Kasse des Bundes kommt, also unseren Steuern. Unter dem Vorwand, wegen des Kohleausstiegs was für die Regionen zu machen, werden Milliarden an Unternehmen fließen. Erst das Bahnwerk abnippeln lassen, und sich dann für den Wiederaufbau, den wir bezahlen, feiern lassen…

Achtung, Großfamilienclan im Bahntower

In den obersten Etagen soll es lustige Zahlungen gegeben haben. Zum Beispiel an Homburg, lange im Bahnvorstand. Als er 2015 ging gab es eine millionenschwere Abfindung und… einen Beratervertrag, von über 500.000 Euro ist die Rede. Beratung für die S-Bahnen, für die er vorher verantwortlich war. Auch andere „beraten“ und bekommen für Beraterverträge viel Geld. Da lebt sie noch, die gute alte Eisenbahnerfamilie, die sich immer hilft. Also, wir beraten ja auch ständig, es gibt Sachberater, Werkstattberater, Lokführerberater, ständig ist unser Rat gefragt, sogar um das Unternehmen zu retten. Wie wärs mit einem angemessenen Beraterhonorar wie das von Homburg?

Es wird auch nachgedacht, im Bahntower

Lutz – ganz anders – ist sein millionenschweres Gehalt wert. Er arbeitet und macht sich Gedanken, wie es bei der Bahn besser laufen könnte. Deshalb hat er jetzt…. ein Strategiepapier vorgelegt. Immerhin 170 Seiten. Ganz neu: Der Schienenverkehr wird ausgebaut! Ein Zeichen, dass es vorangeht, wenn der oberste Chef der Deutschen Bahn verkündet, die Bahn zum Laufen zu bringen. Auch kleine Schritte können einen Fortschritt bedeuten. Aber immer langsam und gut überlegen!

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