Es tropft ins bereits volle Fass

Es tropft ins bereits volle Fass

Die ersten Schichtpläne sind bei der S-Bahn raus und vieles extrem unsozial. 40% der Tf mindestens werden ihre gewünschten Schichtlagen nicht bekommen, pfeifen die Spatzen von den Dächern… Wochenlang dieselbe Schichtlage… für die einen ewig Früh, andere ewig Spät… Persönliche Präferenzen? Familiäre Lage? Wo bleiben die arbeitsmedizinischen Erkenntnisse? Wo bleiben jahrzehntelange Erfahrungen? Mit diesen „Prüfkriterien“ hat die Geschäftsführung den Computer nicht gefüttert.

Das Fass ist kurz vorm Überlaufen.

Toxische Pläne

Viele haben in den letzten Jahren durchgesetzt, gar nicht mehr nachts zu arbeiten. Und jetzt sollen es immer mindestens 5% Nachtarbeit sein!?

Nachtarbeit schadet der Gesundheit. Schon 2007 stufte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) nächtliche Schichtarbeit als „wahrscheinlich für Menschen krebserregend“ ein. Seitdem hat es weitere Studien gegeben, die den Zusammenhang von Krebs und anderen Krankheiten und Nachtarbeit bestätigen. Wenn man berücksichtigt, wie zurückhaltend solche Experten sind, die sicher nicht allzu sehr den Unternehmen auf die Flossen hauen wollen, dann ist die Kategorie „wahrscheinlich krebserregend“ dramatisch. Damit ist Nachtarbeit genauso gefährlich wie Glyphosat!

Besondere Teilzeit dringend nötig

Für alle mit Wunsch nach besonderer Teilzeit im Alter macht es die S-Bahn noch schwieriger. Jedes Wort im Tarifvertrag wird nachteilig interpretiert. Dazu wurde behauptet, dass für die GDLer noch kein neuer Tarifvertrag abgeschlossen sei. Viele, die ihre Schichtpläne jetzt haben, reiben sich wegen der verrückten Farbspiele die Augen: den Sommer über erstmal lange Spät am Block…

Wenn die S-Bahn von „betrieblichen Belangen“ faselt, dann meint sie die Unterwerfung.

Zweite Welle schleicht sich ran

7 Corona-Positiv-Fälle und 35 Verdachtsfälle Anfang November allein bei der S-Bahn, das ist erst der Anfang. Die Sorge der sogenannten Führungskräfte ist aber, wie sie billig aus der Nummer kommen: es hagelt Appelle an uns, Aufgaben werden an sonstwelche Subunternehmen delegiert, Listen in Pausenräumen aufgehängt, die zwar die Ansteckung nicht verhindern, aber Geschäftigkeit vortäuschen, und dazu die Widersprüchlichkeiten: Reinigung der Führerstände sieht man öfter, aber wo ist die Logik, wenn auf einer Seite des Zugs geputzt wird, während man genau auf die andere Seite den Führerstand wechselt? Wenn die Reinigungskolleginnen nicht mehr Zeit bekommen, und deshalb nicht alle Reinigungsaufgaben schaffen können? Man ahnt das Bemühen, was bei den Pausen zu entzerren, aber Ostbahnhof wird es doch eng. Und nicht alle Pausenräume kann man gut lüften.

Aber bekanntermaßen ist ja das Corona-Virus in vollen Zügen und auf Arbeit weniger gefährlich als das fiese Corona-Virus in Restaurants und Kinos…

Bei der Bahn ist nichts sicher

Nachdem ein Tf Greifswalder Straße angeschossen und mit Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht wurde, gibt es keine Infos. Letztens wurde wieder eine Aufsicht bedroht Gewalt und Pöbeleien sind keine Einzelfälle mehr. Die S-Bahn hat sicher ein Interesse daran, dass das alles nicht zu hoch kocht angesichts der ohnehin explosiven Stimmung.

Die Logik der Befragungen

Sowohl Regio als auch die EVG machen wieder Befragungen. Je mehr sich die Arbeitsbedingungen verschlechtern, umso mehr häufen sich die Befragungen. Kollektive Proteste und Streiks bringen mehr als jede Fragestunde.

Auf die nicht so nette Tour

Die S-Bahn weiß, dass sie schwer jemand findet, der für den Laden den Rücken krumm macht und Zusatzschichten fährt. Aber jetzt die Disposition vorzuschicken, die in den Bettel-SMS bitten „uns zu helfen“, nach dem Motto, unter Freunden packt man doch an… das ist zu durchsichtig.

Prestige oder was?

Der Regio Flughafen Express fährt angesichts der reduzierten Flüge vor allem heiße Luft durch die Gegend. Unsere Überstunden und das Urlaubskonto könnten aber auch Luft gebrauchen und müssten abgebaut werden. Warum hält Regio am FEX jetzt noch so fest und reduziert nicht? Prestigeobjekt hochhalten oder Entlastung für uns… so ist die Rechnung für Regio.

Wiederholungstäter DB

Die DB hatte in der Schlichtung mit der GDL die Erpressungsmasche weiter versucht und den Schlichter dazu gebracht, den lausigen Abschluss mit der EVG erneut auf den Tisch zu packen mit einem kleinen Bonbon von 800 Euro Corona Prämie. Soll die DB doch einfach die 800 Euro an alle Bahnerinnen zahlen. Aber nötiger sind fette Lohnerhöhungen für alle dauerhaft und bessere Arbeitszeiten und Teilzeit.

Da jetzt die GDL abgelehnt hat, wird die DB sicher nicht klein beigeben. Es gibt keinen Grund aufzuatmen.

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