Die CFM wie wir sie kennen – auch im Neuen Jahr

Die CFM wie wir sie kennen – auch im Neuen Jahr

Wie wir der Tarifinfo Nr.6 entnehmen können, plante die CFM tatsächlich uns Lohnhöhen unter 12,50€(!) anzubieten. Nun verlangen sie mehr Zeit, um ihr Angebot anzupassen. Daher wollen sie erst am 23. Januar weiter verhandeln, diese Zeit sollten wir ihnen doch mit dem einen oder anderen (Warn)Streiktag versüßen, um zu verdeutlichen: Wir lassen uns nicht verarschen!

„Werde Teil vom C-Team“

Nein, das ist keine Werbung für die 3. Staffel vom A-Team, sondern es ist der Titel zur Einladung zum Bewerbertag an der Charité am 18.1.2020. Dabei können Interessierte die berufliche Vielfalt der Charité kennen lernen, angefangen von Medizin und Pflege hin zu Gärtnern und Kochen. Wahrscheinlich wird aber nichts erzählt vom tariflosen Zustand an der CFM, den schlechten Arbeitsbedingungen in der Pflege oder von der Herausforderung in der Küche, PatientInnen von 3,84€ pro Tag bekochen zu müssen.

„Vitamine sind nicht nachweisbar“

Apropos, wenn wir gerade beim Essen sind. Das Berliner Krankenhausessen ist so „gut“, dass es sogar in die Zeitung gekommen ist. Im rbb Beitrag fielen Sätze wie „Es ist nicht nur ungesund, sondern geradezu toxisch“ oder „Vitamine sind nicht nachweisbar“. Damit endlich wieder gutes Essen auf Station kommt, gab es sogar eine Empfehlung einer Ernährungsmedizinerin: Verwandte sollen selbst kochen und das essen dem kranken Angehörigen vorbei bringen. Und wenn diese dann schon Mal da sind, warum auch nicht gleich noch das Bett mit frisch überziehen, Medikamente geben und waschen?

Kündigung nach Streik

In den Ameos Kliniken in Sachsen-Anhalt gab es in den vergangenen Monaten Warnstreiks für einen Tarifvertrag. Doch anstatt endlich zu verhandeln, hat die Geschäfts-führung 14 MitarbeiterInnen gekündigt – wegen Erlös-ausfällen und „respektlosem Verhalten“ gegenüber MitarbeiterInnen, PatientInnen und Vorgesetzten. „Natürlich“ war der Grund nicht, die Streikstimmung zu dämpfen und KollegInnen einzuschüchtern. Jedenfalls gefällt uns die Antwort der Tafel Sachsen-Anhalt darauf: sie lehnten eine Tannenbaumspende von Ameos ab, da die Kündigung von KollegInnen, welche von ihrem Streikrecht Gebrauch machen, unakzeptabel wäre und die Kündigungen aufgehoben werden müssen. Das ist doch mal eine Ansage!

Es ist vollbracht und hat nur um die 20 Jahre gedauert

„Nach intensiven Verhandlungen… wurden die Dienstver-einbarungen… PEP und zur gleitenden Arbeitszeit“ abge-schlossen, so teilt es der PEP-Newsletter im Intranet mit. Damit wurden die bisher gültigen Vereinbarungen zur Gleitzeit aus der Zeit vor der Fusion(!) außer Kraft gesetzt. Das heißt, die Charité hat fast 20 Jahre benötigt, um sich mit einem Personalrat zu diesen Themen zu einigen. Daraus darf man wohl schließen, dass die Charité sich bisher geweigert hat, mit den gewählten Vertretungen über Verbesserungen und Rechtssicherheit für die Beschäftigten zu verhandeln. Das kennen wir aus den Tarifverhandlungen zu Entlastung zur Genüge und zeigt noch einmal, die Charité ist zwar ein öffentlicher Betrieb, wird aber wie jede gemeine Privatklitsche geführt.

Berlin hat jetzt eine Pflegesenatorin

Das war sicher nur ein Druckfehler in der Erklärung der Gesundheitssenatorin zur Initiative: Eindämmung der Leih-arbeit in der Pflege. Eigentlich müsste es nämlich heißen PflegedirektorInnen-Senatorin. Denn Frau Kalayci fordert nicht etwa ein, dass die Pflegechefs endlich Verantwortung für ihr katastrophales Management in den letzten Jahren übernehmen, sondern das Verbot von Zeitarbeit in der Pflege. Das Schlupfloch zu erträglicheren Bedingungen und besserer Bezahlung soll so gestopft werden. Applaudiert wird der Senatorin u.a. von der Berliner Krankenhaus-gesellschaft, dem Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste und auch von Charité-Heepe. Die als Centrums-leitung und Pflegedirektorin der Charité ausreichend Zeit hatte, für vernünftige Arbeitsbedingungen zu sorgen und stattdessen mit  Verantwortung dafür trägt, dass viele von uns bereits aus der Charité oder sogar aus dem Beruf ausgestiegen sind.

Alles wie immer – nur schlimmer

Da sind sie wieder, die allerneuesten Gruselmeldungen aus der Gesundheitsbranche. Diesmal kommen sie vom Deutschen Krankenhausinstitut, das in seinem aktuellen Krankenhaus-Barometer mit wirklich fürchterlichen Zahlen aufwartet. Kurzes Fazit: seit 2016 weitere Verschlechterung und Verschärfung auf ganzer Linie. Mindestens 17.000 Pflegekräfte fehlen bundesweit, vier von fünf Kranken-häusern können offene Stellen nicht besetzen. Die Lösungs-vorschläge der Herrschaften aus den Krankenhausleitungen sind allerdings genauso gruselig – sie argumentieren strikt gegen Bettensperrungen und Mindestbesetzung. Na klar, wer jetzt für zwei schuftet, der kann doch auch für drei… Vergessen Sie das, Herr Direktor, Sie haben wohl die Alarmklingel nicht gehört. Das ganze System Krankenhaus-finanzierung gehört auf Intensiv! Wer ausreichend Personal und „gesunde“ Arbeitsbedingungen will, der muss auch ausreichend investieren. Und zwar nicht in die Schatullen von Pharmakonzerne oder aufwendige Werbekampagnen. Punkt. Auf Station spielt die Musik – da müssen die Gelder ankommen für angemessene Bezahlung und vernünftige Ausstattung. Dann klappts auch mit dem Personal.

Nebenschauplatz

Was tut man nicht alles, um sich als Abgeordneter ins Gespräch zu bringen. Der gute FDP-Mann Luthe prangerte jetzt furchtlos an, dass 2012-16 bei Jahresabschluss-veranstaltungen mit MitarbeiterInnen Zechen im Restaurant angefallen sind. 2016 wurde dann die Höhe pro Person auf 40€ begrenzt. Unsere Probleme möcht ich haben… Viel mehr würde mich interessieren, wie sich die FDP-Fraktion die weitere Finanzierung der in Verantwortung des Landes liegenden Krankenhäuser so vorstellt, ohne dabei die Worte Privatisierung und Wettbewerb zu benutzen.

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