Das ist Mord!

Ansteckungsgefahr

Zwei Tage Warnstreik sind vollbracht. Und vielen hat es
Spaß gemacht. Bevor wir hier ins Reimen kommen: 500
Streikende, viele Transpis und Plakate, über 1500 Demonstranten
(Presseangabe). Das macht Mut auf mehr.
Wir haben einige Tausend KollegInnen an der Charité.
Sie gilt es nun anzustecken mit unserer Begeisterung für
den Arbeitskampf, für die Forderung nach einem gesunden
Gesundheitssystem. Und nicht vergessen sollten wir
unsere Nachbarn vom Herzzentrum, bei Vivantes oder
Helios.

Geiselnehmer an der Charité

Druck gegen den Streik gab es überall an der Charité –
ob nun von den Oberärzten oder den Stationsleitungen.
Das da unser Herr Frei auch nicht fehlen durfte, war
selbstverständlich. Denn seiner Meinung nach ist „Die Belastung
des Personals in den Krankenhäusern, auch in
der Charité, unbestreitbar hoch, aber wir kümmern uns
genug um die Patienten und haben auch derzeit ausreichend
Personal
„. Ja klar, genug Personal, deswegen
streiken wir auch. Doch als würde das nicht reichen. Zudem
nennt er uns „Geiselnehmer“, weil wir auf Kosten der
PatientInnen streiken würden. Aber da wir Personalmangel
haben, in der Nacht z.T. 38 PatientInnen alleine betreuen,
keine Zeit haben, auf Toilette zu gehen oder PatientInnen
ordentlich lagern zu können, streiken wir auch in
ihrem Interesse! Denn nur weil sich der Geldsack der
Charité etwas leert, heißt das nicht, dass wir auf Kosten
der PatientInnen streiken, sondern eher für ihre Gesundheit!
Aber vielleicht sieht das Herr Frei auch anders, wenn
er sich mal bei uns wundgelegen hat.

CFM – ein Teufelskreis

Die Logik dahinter ist so einfach… Deswegen jetzt noch
mal für die Chefetage zum Mitschreiben: Wenn Leute
krank sind und nicht arbeiten können, ist die Lösung, die
übriggebliebenen KollegInnen dann einfach die anfallende
Arbeit miterledigen zu lassen, denkbar dumm. Denn diese
KollegInnen arbeiten dann ihrerseits so viel, dass sie vor
lauter Stress und Hetze auch krank werden und dann
auch nicht mehr arbeiten können und dann beginnt der
Teufelskreis einfach wieder von vorne… Die Lösung ist
auch ganz einfach: Ersatz für Krankheitsfälle! Dann
bräuchten die da oben auch nicht mehr über den ach so
hohen Krankenstand jammern.

Bei den Schildbürgern

Also manchmal glaubt man ja echt, man sei nur unter Bekloppten
im CBF. Nee, nicht wegen der neu hinzugekommenen
Patienten aus der Eschenallee. Das schaffen
unsere Chefs auch ganz alleine. Da wird der Fahrstuhl zur
Bettenzentrale doch allen Ernstes seit Monaten nicht repariert,
weil sich die Charité und CFM nicht einigen können,
wer am Ende für die Kosten aufkommt. Und solange
die da oben sich um die Kostenübernahme streiten, müssen
wir Beschäftigten den Schlamassel mit langen Umwegen
ausbaden. Das ist aber mal wieder typisch: statt
für den reibungslosen Ablauf im Krankenhaus zu sorgen,
sorgen sie sich nur um die Zahl auf dem Kontoauszug.

Charité kann Glamour – jedenfalls für Chefs

Das erklärt doch wirklich mal einiges. Wer bisher dachte,
dass die Aufträge der IT so lange brauchen, um bearbeitet
zu werden, weil die KollegInnen dort von ehemals 30
auf 18 Leute „gesundgeschrumpft“ wurden, der hat nur
teilweise Recht. Denn im Hause Charité zählt der iPad
des Chefs nun mal mehr als der Drucker in der Rettungsstelle.
Und wenn der Krawattenträger also mal wieder mit
seiner Technik hadert, landet der VIP-Auftrag flugs bei der
IT Abteilung und dann muss alles stehen und liegen gelassen
werden. Das sind also die wahren Prioritäten bei
der Charité. Wir hatten es ja fast geahnt…

Nicht lustig

Was haben sich die Herren und Damen vom Charité- Management
nicht gefeiert. Mit der Station 46a im CBF haben
wir auch endlich eine Einrichtung für die geriatrische
Reha. Und natürlich sind wir Spitze! Doch leider vergaßen
sie dabei so einiges. Oder verfuhren sie nach dem Motto:
Alte Leute – alte Station und graue Wände? Oder nach
diesem: Demenzerkrankte vergessen ja eh, ob es Personal
auf der Station gibt?

Na Und!

Da hat der Frei schnell nachgerechnet. 30 bis 36 Millionen
Euro im Jahr müsse die Charité an Personalkosten mehr
ausgeben, wenn unsere Besetzungsforderungen umgesetzt
werden. Viel Geld? Nun wahrlich nicht! Und alle
rechnen nach. 1 oder 2 Wochen BER offenhalten, 10 oder
100 Meter Kanzlerbahn? Uns ist das Wurst. Wir wollen
ein Gesundheitssystem, in dem zu arbeiten nicht krank
macht. Koste es, was es wolle!

Nostradamus Frei

Und wie kommt der Frei nun eigentlich auf diese Summe?
Nun, er behauptet, zur Erfüllung unserer Forderungen
würden 600 neue Pflegekräfte benötigt. Da scheint er
wirklich hellseherische Fähigkeiten zu haben. Oder weiß
irgendjemand von uns, wie viel Personal eigentlich nach
heutigem Berechnungssystem auf Station vorhanden sein
müsste? Wie viele Stellen auch heute schon frei sind?
Und das wäre ja wohl die Grundlage dafür, um ausrechnen
zu können, wie viele Stellen wirklich neu geschaffen
werden müssen. Aber vielleicht lässt uns Herr Frei ja in
seine Glaskugeln schauen.

Die magische Prozenthürde

Hm, anscheinend streikt die CFM noch nicht, da Verdi die
magischen 30% der Organisierung noch nicht erreicht hat.
Wir halten diese Herangehensweise für Quatsch. Denn
wie viele sind denn bitte bei der Charité gewerkschaftlich
organisiert? 2011 waren es dort auch nur etwas über 10%
und wahrscheinlich gab es in den letzten vier Jahren keinen
massiven Anstieg der Mitgliedszahlen. Denn Gewerkschaft
wird genau dann wichtig, wenn gekämpft wird.
Und wenn für die richtigen Gründe gekämpft wird, werden
die Leute raus kommen – egal ob gewerkschaftlich organisiert
oder nicht.

Alle Jahre wieder…

ist der 1. Mai ein Feiertag. Doch dass dieser in der Geschichte
erkämpft wurde, haben viele vergessen. Schon fast 130
Jahre lang gehen Arbeitende an diesem Tag auf die Straßen,
erst in Form von Streiks, heute legalisiert als Feiertag, um für
bessere Arbeitsbedingungen und Löhne zu kämpfen. Und
das sollten wir nicht vergessen! Deswegen kommt am 1. Mai,
um 10.00 Uhr zum Hackeschen Markt und macht daraus
wirklich wieder einen Tag der Arbeitenden – mit unseren Inhalten
und Forderungen!

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