Was „hochrangig“ bedeutet

Wird Osram das „Lighthouse“ in München 2023 verlassen? Der 84m hohe Turm kostet Geld, und Ams… will sparen. Das Management von Osram könnte also den schönen Blick auf die Umgebung verlieren und von der 23. Etage in einen sechsstöckigen Nebentrakt verlagert werden.

Dass Ams keine Interesse hat, die Prestigestelle in München zu behalten, ist durchaus verständlich.

In Wien gibt‘s zahlreiche über 100m hohe Gebäude. Vielleicht versucht Ams bereits dort etwas zu mieten?

Osram gestern, Ams heute: großkotzig auftreten ist eine Pflichtaufgabe aller Großunternehmen.

Wer‘s glaubt wird selig!

Der Neubau (wo letztes Jahr u.a. Ledvance war) und das Glaswerk sollen im September geräumt werden. Dafür hat der Investmentmanager AVENTOS große Pläne für den Standort. Der lokale Vertreter von Osram (unser lieber Rebafka) kommt nach, labert über die „fast 100 Jahre alte Industriegeschichte“, und dreht das Ding so rum, dass es angeblich „verantwortungsvoll weiterentwickelt werden kann“… Der „Development Partner“ bei AVENTOS übernimmt die Rolle des gute-Nachrichten-Verkünders und erwähnt „zahlreiche neue Arbeitsplätze“!

Sesam, öffne dich!

Osrams Standort soll ein „urbaner nachhaltig konzipierter Gewerbestandort für ein breites Nutzerspektrum“ werden. Auf Deutsch: AVENTOS will für die neuen Eigentümer („eine Gruppe privater Investoren“) Miete kassieren. Die Eigentümer rechnen mit Rendite, ihrem einzigen Interesse. Daher wird zur Zeit unter reichlicher Zuhilfenahme von Werbung in einem bestimmten Milieu versucht, Vermieter zu finden.

Wer könnte das werden? Auf jeden Fall hat das ganze nichts mit unserer Zukunft zu tun.

Glaswerk denkmalgeschützt, und wir 😉

Mehrere Generationen von Arbeiter:innen haben Tag und Nacht im Glaswerk die Gewinne der Aktionär:innen von Siemens, Osram und zuletzt Ams gesichert.

Denkmalschutz, warum nicht? Was aber den Schutz unserer Zukunft angeht, dafür wird weder der Staat noch das Unternehmen etwas tun, sondern wir selbst.

Einen guten Platz für jede:n!

Was mit den Kolleg:innen von Neubau und Glaswerk passieren wird, bleibt bis jetzt unklar. Der Berliner Standort ist groß, im Lampenwerk werden neue Schichten gemacht: keine und keiner von euch darf durch die Umstrukturierung eine schlechtere Stelle bekommen! Diejenigen, die ihre Schichtzuschläge oder ihre ERA-Stufe behalten wollen, sollen es können! Die kommende Umstrukturierung ist nicht die erste und wird nicht die letzte sein, wir sind alle betroffen!

Schufte und bleib gesund!“

Die Leiharbeiter bekommen von Osram – so wie in vielen Großunternehmen – eine Ergänzung zum bescheidenen Lohn der Leiharbeitsfirma, sodass ihr Gehalt korrekt wird.

Werden sie aber krank, dann hört Osram auf zu bezahlen! So sind sie nicht nur durch Leiharbeit ungesichert, sondern auch im Krankheitsfall doppelt bestraft!

Prekariat darf nicht die Normalität werden!

Wegen der seit Monaten fehlenden Arbeitskräfte hat Osram angefangen Leute einzustellen. Einstellen oder – warte mal – „über unsere Zeitarbeitspartner“! Es handelt sich also um Leute, die nicht nur 6 Monate Probezeit machen werden, sondern vielleicht ein oder zwei Jahre auf die feste Stelle warten werden.

Mit dem Köder der „späteren Übernahme“ versucht Osram, das Angebot an Bewerbern zu erhöhen, weil sie dann unter den besten Fachkräften die billigsten aushandeln wollen. Diese Kollegen stehen unter Druck und Osram hofft, durch diese Kettenverträge die Produktivität hoch zu halten und die Unzufriedenen schneller auswechseln zu können.

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