Prosit Neujahr
Noch ist es Zeit, die Liste der Neujahrsvorhaben als
CFM´ler zu verlängern. Ein Vorschlag: 2017 werde ich
nicht früher zur Arbeit gehen als per Plan vorgesehen.
Ich werde mich (wohl oder übel) beim Betreten der Charité
am Automaten einchecken. Ich werde jede Überminute
registrieren lassen. Ich werde nicht meine Freizeit
opfern, um die Arbeitsmenge zu schaffen, denn Giebe
und Co werden sie sonst immer weiter erhöhen. Ich
werde mich nett zu meinen Kolleg_innen verhalten indem
ich nicht so tue, als würde ich mein vorgegebenes,
zu hohes Arbeitspensum in meiner Arbeitszeit schaffen.
Über Gespräche mit Vorarbeiter_innen informiere ich
möglichst viele Kolleg_innen und …! 2017 wird so bestimmt
ein besseres Jahr!
Swimmingpool, Personalpool, Schattenpool
Ein Pool bietet die Möglichkeit, besonders flexible Kolleg_innen kurzfristig bei Personalausfall oder höherem
Arbeitsaufkommen zur Entlastung auf verschiedenen
Stationen einzusetzen. Für diese Flexibilität erhalten die
Kolleg_innen mehr Gehalt und die Möglichkeit ihre Einsatzzeiten
mitzubestimmen. In einem großen Klinikum
also eine sehr wichtige Einrichtung. Anders ist es an der
Charité. Dort bleibt auch der Pool unterbesetzt. (Pooleinsätze
werden den Stationen in Rechnung gestellt.)
Damit dies möglichst unbemerkt bleibt, darf in der Charité
nur in absoluten Ausnahmefällen Personal vom Pool
angefordert werden. Und selbst bei wohlbegründeten
Anforderungen kommt es immer wieder vor, dass diese
anscheinend nicht bei der Pooleinsatzleitung ankommen.
So haben wir immer mehr das Gefühl, dass der
Personalpool der Charité nur ein Schatten-Pool ist. Und
natürlich gibt es an der Charité für die paar Poolmitarbeiter_innen kaum Anreize besonders flexibel einsetzbar
zu sein.
Die gläserne Tropfsteinhöhle
Auf die Eimer, fertig, los – jedes Jahr aufs Neue tropft
es im CVK-Glaskasten und professionell aufgestellte
Behältnisse (also Eimer) müssen die Wassermassen
auffangen. Doch anstatt den Glaskasten mal richtig zu
reparieren, wird jedes Jahr aufs Neue geflickt – ein Hoch
also auf die topmoderne, weltbekannte Charité!
Dafür ham se Jeld!
Die CFM-Verantwortlichen bekommen ihr Geld also für
Zeit- und Geldverschwendung: statt sinnvoll Geld in höhere
Löhne und mehr Personal zu investieren, wird es
für aussichtslose Gerichtsverfahren verpulvert. Bis zum
letzten wurde vor Gericht ausgetragen, was man ohne
Anwalt zu sein auch hätte sagen können: in den Aufsichtsrat
der CFM gehört auch eine Beschäftigtenvertretung.
Wie schön, dass das mal gerichtlich bis in alle Instanzen
geklärt wurde…
Mitte wie leergefegt
Kaum ist der Presserummel um den angeblich so gelungenen
Start des Bettenhochhauses verflogen, wird
es zappenduster. Das mit dem Umzug hat sich erst
einmal erledigt und wurde auf unbekannt verschoben.
Von nicht funktionierenden Heizungsanlagen wird nur
als einem der Gründe gemunkelt. Aber klar, dazu äußert
sich erst mal niemand von den Verantwortlichen, nachdem
man noch im Dezember den Mund so voll genommen
hat… Ist ja nicht so, als hätte wir es nicht geahnt.
Vorsicht – Werbung!
Seit einiger Zeit hat Vivantes die halbe Stadt mit Plakaten
zugepflastert. Unter dem Motto: „Bei uns geht das“
wird dort künftigen Pfleger_innen der Himmel auf Erden
versprochen. Mal abgesehen davon, dass wir von den
Kolleg_innen von Vivantes hören, dass auch sie mit den
gleichen Problemen kämpfen wie wir an der Charité – immer Weniger arbeiten immer mehr. Trotzdem bleibt spannend, ob jetzt die Personaler
von der Charité kontern, indem sie das Schlaraffenland
versprechen. Dabei haben solche Kampagnen in etwa
so viel mit der Realität zu tun wie die Werbung von Telekom
oder 1&1… Die sollten die Millionen statt in verlogene
Werbekampagnen lieber in reale Verbesserungen
unserer Arbeitsbedingungen stecken, dann klappt´s
auch mit dem neuen Personal.
Dank und Anerkennung?
Da hat der Vorstand zum Jahresende mal wieder „zu
Herzen gehende Worte“ gefunden, insbesondere mit
Blick auf die Opfer des Anschlags auf dem Breitscheidplatz
und den Einsatz der Kolleg_innen, die mit
der Versorgung und Behandlung der Verletzten betraut
waren. So berechtigt dieser Respekt vor den Leistungen
der Kolleg_innen ohne Zweifel ist, aus dem Munde des
Vorstandes rufen solche Worte doch auch einen schalen
Nachgeschmack hervor. Denn wirklicher Respekt
vor Patient_innen und Kolleg_innen würde bedeuten,
endlich unsere Forderungen nach Mindestbesetzung zu
erfüllen und damit die gesundheitsgefährdende „Pflege
am Limit“ zu beenden.
Her mit der Kohle!
Die deutschen Konzerne haben 2016 Rekordgewinne
erzielt. Die operativen Gewinne von den 100 umsatzstärksten
Unternehmen sind um 24 Prozent auf 89,5
Mrd. € gestiegen. Laut Wirtschaftsspezialisten seien die
Umsätze jedoch gefallen, was bedeutet, dass die Ausbeutung
verschärft wurde und dass die angeblichen
„Schwierigkeiten“ der Unternehmen einfache Lügen
sind. Um die Entlassungspläne von Deutsche Bank,
Bombardier und Co zu verhindern und um echte Lohnerhöhungen
zu bekommen, muss 2017 das Jahr der
Kämpfe werden!
