Die „Grünen“ bereiten sich auf die Regierungsbeteiligung an der Seite der CDU vor. Ganz Unternehmerpartei haben sie sich Gedanken gemacht: die DB soll aufgespalten werden. Netz und Infrastruktur sollen rausgelöst werden in eine staatliche Rechtsform. Personen- und Güterverkehr sollen eine GmbH werden, was weitere Privatisierungen erleichtern könnte. Durch öffentliche Fahrzeugpools sollen mehr private Investoren zum Zug kommen… Passt zu Berlin.
Wie war das mit Telekom? Seit sie privat ist, ist alles besser? Die früher staatlichen Unternehmen stellen sich weltweit auf, ständig gibt es Umstrukturierungen. Wer will das? Deregulierung und noch mehr Privatisierung haben in Politikerkreisen viele Freunde, unabhängig von Parteifarben.
Wir haben bei keinem der Konzepte – weiterhin einheitlicher DB-Moloch oder aufgespaltener Konzern – irgendwas zu gewinnen. Aber jede Ausschreibung ist ein Vorwand, uns zu nerven mit dem Gelaber „wir müssen besser werden“, jeden kleinen Fehler abzumahnen und die Daumenschraube anzuziehen.
Protestaktion: S-Bahn-Ausschreibung stoppen
Die Verkehrsverwaltung hatte am 28. Januar ungebetenen Besuch. Solange die Ausschreibung weiter läuft, wird das auch immer wieder passieren. Nächstes Datum: 11. Februar. Bis dahin sollen sich „Interessenten“ für die S-Bahn melden.

Schuldendebakel
Gerade wurde veröffentlicht, dass der DB-Konzern enorme 32 Milliarden Schulden hat, und innerhalb 2 Jahre kommen demnach weitere 6 Milliarden dazu.
Die Finanzen der Deutschen Bahn sind zwar geheim. Aber die steigenden Schulden nicht. Sie sind „öffentlich“, immer verbunden mit der Drohung, sie den Steuerzahlern oder Bahnern überzuhelfen.
Aber Schulden sind gut für die Gläubiger. Die Finanzinstitute und Banken lieben Schuldner. Und es gibt die lachenden Privatunternehmen, die mit den Milliarden zahllose Aufträge abgesahnt haben. Für was und für wen wurden die vielen Milliarden ausgegeben? In welche privaten Kanäle ist die Kohle, die wir erschuftet haben, abgeflossen?
Parallelwelten
Die S-Bahn ist ja ständig in der Selbstfindung. Aufgrund der Schlechtleistung bei den Schichten fangen manche an sich selbst „zu disponieren“. Tauschbörsen haben Konjunktur.
Bei der Gelegenheit, nur mal so zum auffrischen; wozu sind die Chefetagen und sogenannten Führungskräfte noch mal gut?
Chronische Mangelerscheinungen
Es gab da ein paar Versprechungen zur neuen BV Arbeitszeit letztes Jahr, von wegen Bettel-SMS sind vorbei, bessere Verteilung, schicke Diagramme und „das neue System lebt“. Nur, was auch gut lebt, sind die Bettel-SMS. Sogar ganz ohne Grippewelle.
Jede Umstrukturierung solcher Art nervt nur und verhindert nie die Folgen des künstlich herbeigeführten Personalmangels.
Tarifverhandlungen – wohin geht die Reise?
Der Boni-Verteidigungs-Vorstand der DB läuft sich warm und erklärt öffentlich, warum die GDLer voll falsch liegen. Die EVG-Oberen eifern ihnen nach. Alle schütteln die Fäuste. Ist wie beim Wrestling.
Der Vorstand rechnet mit Streiks, aber will die nicht. Die GDL-Chefs reden auch von Streik, aber wollen ihn vermeiden. Klingt nach gewisser Einigkeit.
Wir werden es jedenfalls nicht so gemütlich wie die auserwählten Verhandlungskommissionen in den 4-Sterne-Hotels haben. Also, was tun? Irgendwie müssen wir uns zusammenraufen und das diskutieren, damit unsere Forderungen ernst genommen werden.
Abtreibungsverbot in Polen wieder mit Demonstrationen beantwortet
Letzte Woche hat die polnische Regierung trotz massiver Proteste im Herbst das Verbot von Abtreibungen durchgesetzt, außer in Fällen von Vergewaltigung oder Gefahr für das Leben der Mutter. Seitdem sind wieder fast jeden Tag tausende Demonstranten auf der Straße. Sie haben Recht, nicht aufzugeben. Ende letzten Jahres setzte die Bevölkerung in Argentinien das Recht auf Abtreibung durch. „Heute Argentinien, morgen Polen!“ ist daher ein Slogan, der laut in Polen skandiert wird.
Commerzbank und Siemens Energy – viel kriminelle Energy beim Stellenabbau
Siemens Energy streicht 7.800 Stellen, die Commerzbank will 10.000 Vollzeitstellen streichen. Die Unternehmen sollen profitabler werden. Die neuesten Ankündigungen stehen in einer ganzen Reihe von Stellenabbau. Letztens erst H&M und Douglas.
Eine der drängenden Fragen ist, wie können sich die Beschäftigten aus der Falle der ewigen Verhandlungen um „sozialverträglichen Abbau“ und falsche Versprechungen befreien und gemeinsam gegen die Pläne mobilisieren: für den Erhalt aller Arbeitsplätze!

