Die Deutsche Bahn will 6 Milliarden Staatsknete, aber die Oberaufseher der EU wollen ihr ok nicht ganz ohne Bedingungen geben: Der Vorstand soll auf Dividenden und Boni verzichten.
Oh neeein, niemals, nie ohne unsere Boni, das geht dem Vorstand zu weit, schreibt der Spiegel. Der Vorstand jammert, er habe doch schon letztes Jahr verzichtet und stemmt sich mit aller Kraft gegen drohendes Ungemach und pokert weiter.
Ja, Gehaltsverzicht, wirklich übel…
Der erste, der sich bewegt, hat verloren?
Nach der Kriegsrethorik zum Jahreswechsel ist es stiller in den Chefetagen der DBEVGGDL. Bis Februar laufen die Tarifverträge und bis dahin? Alle pokern, alle schauen sich tief in die Augen und warten die Reaktion der anderen ab? Jeder macht währenddessen Inventur in seinem Laden? Die Bevölkerung wird langsam eingestimmt, wer in dem Spiel die Guten und die Bösen sind? Und wir an der Basis? Wir müssen uns auch in Stellung bringen. Es ist eine der Lehren der letzten Streiks: je mehr Kontakte wir untereinander über alle Bereiche hinweg geknüpft haben, desto schneller können wir reagieren und was auf die Beine stellen. Wir werden von der DB noch ganz schön Gegenwind bekommen.
Keine Ruhe bei den Schichtplänen
Nun ist das „neue System“ gegen viel Widerstand in Kraft gesetzt, und die erste Bettel-SMS kam schon raus. Scheint ja wohl nicht der „Stein des Weisen“ zu sein! Viel Ärger für „umsonst“?
Mit den individuellen Lösungen bei den Schichtplänen hat die Fahrleitung versucht, das Feuer zu löschen. Aber die Grundprobleme der Arbeitsbelastung bleiben. Die Stimmung könnte in diesem besonderen Streikjahr auch wieder hochkochen.
Da ist noch Luft nach oben
Warum fahren eigentlich nochmal am Wochenende die Nachtverkehre voll durch, wenn dann kaum Fahrgäste unterwegs sind? Oder mittags auf der Stadtbahn? Ausdünnen und Reduzierung der Schichten, zu Hause bleiben ohne Lohnverlust, wären gesundheitsschützende Maßnahmen.
Und warum nochmal gibt es immer noch Kurse mit lauter Leuten in einem Raum?
Ihre Geheimnisse sind immer interessant
Die Bundesregierung wurde von der FDP aufgefordert, alle Unternehmensbeteiligungen der DB offenzulegen. Machen sie aber nicht, wegen …“Wettbewerbsnachteil“. Voll unfair, was haben sie zu verstecken? Volle Transparenz darüber, was die Bahn mit unseren Arbeitsleistungen macht, wollen wir schon lange. Aber was will die FDP? Ein paar Geschäftskumpels unterbringen?
Leere Züge fahren besser
Die Bahn posaunt überall rum, dass wir 2020 mit höchster Pünktlichkeit seit 15 Jahren gefahren sind. Echt zum fremdschämen. Bahn funktioniert nur ohne Fahrgäste… Aber es gibt eine echte Erfolgsgeschichte bei Schenker: die Strecke Europa-China schnurrt. Es geht voran. Dieses Jahr werden Elektroautos und Akkus dazu kommen. Aber da geht es ja auch um die Industrie, vor allem die Autoindustrie…
Worte und Taten
Mit salbungsvollen Worten betonen Merkel und Spahn ständig, dass alles für die medizinische Versorgung getan werde. Doch gleichzeitig werden – trotz und während der Corona-Pandemie – Kliniken geschlossen. Mehr als eine Klinik pro Monat im Durchschnitt. Allein in Bayern haben letztes Jahr vier Kliniken dicht gemacht, in Essen zwei. Häufigste „Begründung“: wirtschaftliche Gründe… Privatisierung, auch so eine nervige Pandemie.
TUI – wer lächelt am Ende?
Lufthansa hat‘s vorgemacht, TUI folgt: 8.000 Stellen sollen gestrichen werden, und dazu buttert die Bundesrepublik durch Finanzspritzen und Staatsbeteiligung bis zu 4,3 Milliarden in das größte Touristikunternehmen der Welt. Für kommenden Samstag rufen in Frankreich gewerkschaftlich aktive Beschäftigte des TUI-Konzerns, der dort 600 von 900 Stellen streichen will, zu einer Demonstration gegen Stellenabbau und Kündigungen auf. Ein erster Versuch, auf der Straße alle Arbeitenden zu versammeln, deren Job in Gefahr ist – Stellenabbau gibt es in Frankreich wie in Deutschland, Solidarität auch.
In Indien erschüttert der Aufstand der Bauern die Regierung
Seit November sind die indischen Bauern in Aufruhr. Zehntausende protestieren und blockieren die Autobahnzufahrten zur Hauptstadt Neu-Delhi. Im Dezember streikten mehr als 200 Millionen. Sie fordern die Rücknahme von drei Gesetzen, die dem System der staatlichen Kontrolle der Agrarpreise ein Ende setzen soll. Dieses System garantierte den Bauern feste Preise für den Verkauf ihrer Produkte und die Verteilung von Grundbedarfsartikeln zu niedrigen Preisen, auf die viele Familien angewiesen sind.
Angesichts ihrer Drohung, am 26. Januar (Nationalfeiertag) zu demonstrieren, beschloss nun der Oberste Gerichtshof Indiens, die drei Gesetze auszusetzen, um eine „Schlichtung“ einzuleiten. Aber das hat die Bauern und ihre Organisationen nicht eingeschläfert.
Hoffen wir, dass diese außergewöhnliche Revolte alle Arbeiter*innen dieses riesigen Landes dazu bringt, gegen die reaktionäre Regierung des finsteren Modi zu kämpfen.

