Metalltarifrunde: Nullrunde mit Taschengeld

Letztes Jahr gab es schon die Erpressung der großen Unternehmen: „Arbeitsplätze oder Lohnerhöhung“. Und sie haben bekommen, was sie wollten. Die Tarifrunde wurde ohne jede Lohnerhöhung auf dieses Jahr verschoben.

Was ist seitdem passiert? Großer Stellenabbau in der ganzen Branche: bei Continental, Audi, VW, Daimler/Mercedes, Siemens … Auf Lohnerhöhungen zu verzichten hat jedenfalls nicht diese Arbeitsplätze gerettet.

Jetzt haben sich die Gewerkschaft IG Metall und die Unternehmen der Metall- und Elektrobranche in Nordrhein-Westfalen für die nächsten 21 Monate geeinigt auf … eine Nullrunde 2.0!

Ein „tarifdynamisches Transformationsgeld“ versteckt, dass in der Lohntabelle gar nichts erhöht wird. Die Monatslöhne bleiben, wie sie sind. Dafür wird es lediglich einmalig eine „Corona-Beihilfe“ von 500 Euro geben. Im Februar 2022 und 2023 gibt es dann jeweils Einmalzahlungen in Höhe von ungefähr einem Fünftel eines Monatslohnes – nämlich dieses „Transformationsgeld“. Der Arbeitgeberverband liebt dieses „Transformationsgeld“, denn Unternehmen mit „wirtschaftlichen Problemen“ müssen das unter Umständen nicht zahlen; je nach Situation kann es verrechnet werden. Aber wer arbeitet in einem Unternehmen, das keine „Probleme“ hat?

Diese Kopplung von „Beschäftigungssicherung“ und Lohnerhöhung ist nicht nur intransparent, sondern ein Betrug.

Auch wenn die IG Metall die bundesweiten Warnstreiks für beendet erklärt hat, bleibt das Problem der ostdeutschen Beschäftigten der Metallindustrie: sie arbeiten für denselben Lohn immer noch 38 Stunden pro Woche, statt der 35 Stunden im Westen. Die Entscheidung, die Ostdeutschen damit allein zu lassen, hat die IG Metall getroffen. Einen bundesweiten Streik für die Angleichung will sie nicht organisieren.

Ein IG-Metaller aus Niedersachsen erklärte, die Kolleginnen und Kollegen seien es leid, „mit Mini-Offerten abgewimmelt zu werden“. Dann, ran an den nächsten Streik, solange es noch geht!

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