Kostenlos? Für alle!

Der Zugfunke – 28. August 2019 als pdf

Ab Januar 2020 können aktive Soldaten alle Züge der DB für dienstliche und private Fahrten kostenfrei nutzen. Das wird die DB hauptsächlich auf eigene Kosten tragen. Verkehrsminister Scheuer nannte das ein „Herzensanliegen“. DB-Chef Lutz sprach von einem „starken Zeichen der Wertschätzung“.

Und wir? Wir haben Sperrlisten für die Züge und 16 Freifahrten im Jahr, für die wir auch noch den Steueranteil zahlen müssen. Für uns gibt es als Wertschätzung ein paar warme Worte, für Krieg echte Freifahrten…

Wie wäre es denn damit, dass alle kostenlos fahren könnten? Das wär‘ eine Maßnahme zur Entlastung unser aller Geldbeutel, ganz im Sinne des Kampfes gegen die Klimakatastrophe und gerecht wäre es auch (oder ist eine Krankenschwester weniger „wert“?). Das nötige Geld für so eine „Herzensangelegenheit“ wie kostenlose Bahnfahrten lässt sich sicher beim Bundeswehretat und den Subventionen für die Wirtschaft finden.

Geschäftsmodell: Staat abkassieren

Laut Mobifair wurden allein 2018 rund 18,5 Mio. € an staatlicher Förderung für Lokführerausbildung „in den Sand und nicht auf die Schiene gesetzt“. Seit 2013 bis März 2019 wurden an Fördermitteln für die Lokführerausbildung über 120 Mio. ausbezahlt. Das bringt „Geschäftsleute“ auf Ideen. Jetzt gibt es über 125 Ausbildungsstellen, schreibt mobifair. Wenn die Auszubildenden auf Bildungsgutschein kommen, zahlt allein der Staat. Warum dann noch auf Qualität in der Ausbildung setzen, wenn sich mit Masse mehr Geld machen lässt? Warum als EVU Leute einstellen, die nicht arbeitslos sind? Oder noch schlimmer: Leute einstellen, die aus anderen Bahnbereichen kommen, pfui, Leute mit Bahnerfahrung…?

Was die S-Bahn da verdient! Zumal die Azubis während der Ausbildung kein Gehalt von der Bahn bekommen (zahlt ja die Arbeitsagentur), auch keine Zuschläge bei Nachtschicht oder Sonntagarbeit.

Nächstes Jahr…

beginnt die Urlaubsplanung bei der S-Bahn noch früher schon im Mai! Damit das Unternehmen endlich genug Zeit hat, unsere Ausbeutung zu organisieren. Achtung, war ein Witz. Aber in diesem Laden weiß man nie…

Untergeschummelt

Letztens im Juli wollten die bei Regio 15-30 Minuten TU auf dem Bahnsteig Charlottenburg planen… ohne Dach, WC, Pausenraum, inmitten der Fahrgäste. Da sollen wir mit allem Gepäck und dickem Portmonee mit Fahrgeldeinnahmen rumstehen?

Dass das Unternehmen die Schichten nur ganz knapp vorher beim Betriebsrat eingereicht hat, war bestimmt nur „Versehen“… Da wäre doch fast der Charlottenburg Trick nicht aufgefallen in der Hektik.

Pack schlägt sich, Pack verträgt sich

Zwischen Ende 1999 und Anfang 2006 hatten sich elf große Airlines zusammen getan und ein Kartell gebildet. So konnten sie besonders hohe Preise für Treibstoffzuschläge und Sicherheitsgebühren durchsetzen. Zu den Bandenmitgliedern gehörte die Lufthansa. Aus irgendwelchen Gründen kam Streit auf und die Lufthansa verpfiff alle. Die DB, eines der „Opfer“ der Preisabsprachen verklagte alle Kartellmitglieder auf insgesamt 1,76 Milliarden Euro. Die Lufthansa war jetzt bereit, eine Entschädigung „unterhalb 50 Mio. Euro“ zu zahlen.

Hat man einen Weg gefunden, die DB zusätzlich zu finanzieren? Oder vielleicht doch eher die Lufthansa und die anderen Airlines, die sicher über viele Jahre gut profitiert haben und sich jetzt vergleichsweise billig freikaufen?

Wieder gekündigt

Wieder hat die S-Bahn Kollegen gekündigt wegen Krankheit. Kollegen, die Unterstützung brauchen und keinen Rausschmiss, die durch die Arbeit krank werden, sollen fliegen?

Je mehr sie von „Top Arbeitgeber“ labern, desto finsterer ist es hinter den Kulissen.

Achtung, Minutenjäger unterwegs

Regio hat Regelung durchgesetzt, wonach uns 200 Minuten dieses Jahr und dann 20 Minuten pro Monat pauschal als Vorbereitungszeit gutgeschrieben werden. Ein Witz! Bei uns wird kontrolliert und alles kleingerechnet. Aber anderswo werden Millionen rausgeschmissen, laufen Dinge schlecht, wachsen Arbeitsgruppen wie Pilze aus dem Boden, die an unseren Interessen vorbei diskutieren. Da guckt keiner auf die Minute….solange wir nicht die Kontrolle über den Laden kriegen

Neue Hitze, alte Probleme

Hundertmal von der S-Bahn eingefordert, hundertmal angesprochen, bei der Hitze brauchen wir mehr bezahlte (!) Pausen, um runterzukühlen. Wasser und Klimageräte in den Meldestellen sind schön (war auch höchste Zeit), aber wenn man da nicht mehr hinkommt?

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