Kämpfend in den Mai!

Neuer Stoff am CBF!

Wer jetzt denkt, es gibt neue Dienstkleidung – falsch gedacht!
Die Charité hat es nur geschafft, noch mehr Merchandise
in Form von Kapuzen-Shirts oder Polohemden zu
produzieren und diese nun auch am CBF zu verschachern.
Schade, dass es nicht so schnell mit der Dienstkleidung
klappt, aber vielleicht kann man auch bald Kasacks im
Charité-Fanshop erwerben…

Mehr Kinder in Mitte

Anfang nächsten Jahres soll es eine neue Kindertagesstätte
für den Nachwuchs von Charité-Beschäftigten, Studierenden
und Anwohner_innen am CCM geben. Ist das etwa
ein neuer Versuch der Charité, ihre Familienfreundlichkeit
unter Beweis zu stellen (die wir ja alle nur zu gut kennen)?
Doch wer darf dann da überhaupt hin? Gibt es ein Ranking
zwischen Ärzt_innen, Pflegenden oder CFMMitarbeiter_
innen? Wie sind die Schließzeiten und sind diese überhaupt mit Schichtdienst vereinbar? Ein neuer Kindergarten in Arbeitsnähe ist schön, doch so wie wir die Charité kennen, wird sie uns auch diese Suppe wahrscheinlich
versalzen.

Durchbruch?

„Der Durchbruch ist geschafft! Endlich kommen neue Regelungen
zur Eingruppierung der Gesundheitsberufe.“ Mit
solch euphorischen Hymnen feiert verdi die im Rahmen
des TVÖD kommunal vereinbarte neue Entgeltordnung,
die ab 1.1.17 gelten soll. Ja ne, is klar. Geben wir aber erst
mal zu, dass die Tatsache eines Abschlusses schon bemerkenswert
ist. Immerhin ist die Absicht mehr als 12 Jahre
immer wieder angekündigt worden. Ziel sollte eine „finanzielle
Aufwertung der Gesundheitsberufe“ sein. Daran
gemessen wurde das Ziel klar verfehlt. Der Hütchenspielertrick
liegt mal wieder im Kleingedruckten. „Die Tarifparteien
haben sich verständigt, die Mehrkosten paritätisch
aufzubringen.“ Klingt harmlos, geht aber in etwa so: Ich
versprech dir 20 €. Dazu geb ich dir 10€ – und 10€ musst
du selber drauflegen. Wenn du jetzt der Meinung bist, du
hast 20€ mehr von mir bekommen, dann kann ich dir auch
nicht helfen… Der nächste Schritt sind dann Lohnerhöhungen
mit 100% Selbstbeteiligung.

Charité weltberühmt?

Von wegen – nicht mal die Post kennt unseren Laden
noch. Kein Witz – drei mal kam ein Brief als unzustellbar
zurück, weil der Bote den Adressaten „Charité“ nicht kannte.
Ein schönes Beispiel dafür, wie Lohndrückerei und prekäre
Arbeitsbedingungen auch bei den Zustellern die Qualität
der Dienstleistungen weiter in den Keller schicken.
Liegt hier vielleicht auch der Grund, warum so wenige Bewerbungen
angeblich eingehen?

Thema getroffen!

Tatsächlich fiel der „weiße Block“ in der diesjährigen 1. Mai
– Demonstration des DGB endlich einmal richtig auf. Die
Kolleg_innen von Vivantes waren gut vertreten und forderten
in entschlossener Stimmung unter anderem die Rückholung
der Tochtergesellschaften. Für alle, die am 1. Mai
arbeiten mussten ohne Kommentar die Forderungen auf
den Plakaten: „TVÖD für Alle! Gleiches Geld für gleiche
Arbeit!“; „Weg mit den Befristungen“; „Gegen Leiharbeit“;
„Stoppt die Tarifflucht bei Vivantes, stoppt Abwertung therapeutischer
Berufe, Jetzt Tochtergesellschaft rückführen“!
Recht hatten sie auch mit der Feststellung: „Heute Tarifflucht,
morgen Hungerlöhne, übermorgen Altersarmut“ Ungenügend
fanden wir hingegen das Gerede auf der Bühne,
welches diese Forderungen viel zu wenig aufgegriffen hat.

Nach dem Frühdienst

Da sind wir oft wirklich zu fertig, um noch irgendetwas zu
unternehmen. Mit Mühe verstecken wir unsere schlechte
Laune und Abgeschlafftheit vor den Kindern und Freunden.
Auch deshalb haben wir ja gestreikt. 10 Tage lang.
Und jetzt erzählt uns die Gewerkschaft, dass die Arbeit
erst richtig los geht, die Arbeit an der Umsetzung des Tarifvertrages.
Das ist schon ein starkes Stück. Doch was
sollen wir lamentieren, nehmen wir sie beim Wort. Lassen
wir uns kein Tarifberatertreffen mehr entgehen, lassen wir
uns den Tarifvertrag erklären und fordern von der Charité
und dem Gesundheitsausschuss unser Recht auf eine entlastende
Mindestbesetzung ein. Sammeln wir bereits heute
Argumente und Erfahrungen für die Auseinandersetzung
zur Erneuerung des Tarifvertrages Mindestbesetzung.
Entwickeln wir unsere Forderungen fort und setzen das
bisher Nichterreichte dann um. Auch wenn es nach dem
Frühdienst manchmal weh tut!

Wir informieren über den Charité – Alltag

Der Schutz der Patientinnen und Patienten geht in jedem
Fall vor und liegt uns am Herzen, dieser Schutz gilt aber
auch für uns Beschäftigte. Danach muss sich alles richten
und das erwarten wir auch von der Charité. Mit Grüßen an
die Pflegedirektorin und den Vorstand! (frei nach der Meldung:
„Charité informiert über Streiksituation“ des Vorstandes
vom 24.04.2016)

Wir lassen uns nicht einschüchtern!

Wenn den Krankenhausbetreibern doch sonst das Patient_
innenwohl recht egal ist – an Streiktagen ist es immer
besonders wichtig. So hat sich Asklepios (wie die Charité
und Vivantes auch) im Vorfeld des Streiks geweigert, eine
Notdienstvereinbarung zu unterschreiben. Und dann waren
mehr als 1600 Mitarbeiter_innen der Hamburger Asklepios
Kliniken und des Universitätsklinikums Eppendorf am 22.
April dem Aufruf von Ver.di gefolgt und hatten für mehr
Geld und bessere Arbeitsbedingungen gestreikt. Für 39
Mitarbeiter_innen der Asklepios Kliniken hatte das nun
Konsequenzen: Sie wurden abgemahnt. Solch Einschüchterungsversuche
zeigen, dass es wohl eng wird für Asklepios.
Nur getroffene Hunde bellen…

Ein unaussprechlicher Verlust

Die Tage des Warnstreiks waren in Steglitz von Trauer
überschattet. Ganz plötzlich und unerwartet verstarb ein
junger Kollege aus dem Krankentransport. Er hinterlässt
bei allen Kollegen_innen, die ihn kannten, eine schmerzhafte
Lücke. Und das eben auch, weil es für die, die zurückbleiben
nicht zu verstehen ist, wie man so plötzlich von
der Welt gehen kann…

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