Impfstoff im Sicht?

Das Universitätsklinikum von Düsseldorf hat untersucht, ob es einen Zusammenhang zwischen Arbeitsplatz und Corona-Infektionen gibt. Ja, gibt es. In Landkreisen mit vielen Produktionsbetrieben sind die Zahlen höher.

Zwei Tests pro Woche: warum, wozu?

Die Krankenhäuser sind immer noch von Corona-Kranken voll, die – weil sie jünger sind als vorher – länger da bleiben. Diese Krankheit bleibt gefährlich!

Sich testen lassen ist ein Schutz, auch und erst recht wenn man keine Symptome hat. Das Bundesarbeitsministerium hat die Arbeitgeber nur dazu verpflichtet, uns die „Möglichkeit“ zu bieten, sich testen zu lassen, mehr aber nicht…

Bei uns hat die Betriebsleitung zuerst einen Brief des Arbeitgeberverbands rumliegen lassen, der andeutete, die Verordnung sei nicht so klar… Von der Politik keine große Entschlossenheit, von den Unternehmen eher eine Bremse. Wo es nur um unsere Gesundheit geht, da sind die Ausbeuter nicht so eifrig wie für die Produktion!

Für die Tests können wir uns zwischen 8 und 16 Uhr eintragen von Montag bis Donnerstag. Nachts und am Wochenende gibt es nix.

Osram hat unter Corona nicht gelitten: ams hat sogar dank Corona außerordentliche Gewinne eingestrichen. Die Produktion wurde nie zugunsten unseres Schutzes eingeschränkt. Schamlos verhält sich aber die Betriebsleitung nach dem Motto: „Für uns die Gewinne, für euch die Krankheit!“.

Geh mal rüber: dort ist es noch besser!“

Seit einer Woche erscheint eine Meldung auf den Led-Bildschirmen: „Bei OBI gegenüber kann man sich auch testen lassen“. Sonst noch was!? Will sich die Betriebsleitung die Minikosten der Tests sparen? Zwei Tests pro Woche pro Person über zwei Monate kosten nur insgesamt 45€! Oder stört es irgendwie, dass ab und zu eine/r 15 Minuten aus der Werkstatt geht, um sich testen zu lassen? Um die Tests korrekt durchzuführen, sollte die Betriebsleitung eigentlich jemanden extra einstellen. Als Ablenkung ist aber eine Werbung billiger.

Positiv getestet : Doppelstrafe!

Wer positiv getestet wird, bleibt 2 Wochen zu Hause und verliert seine Schichtzuschläge. Die Schichtzuschläge stellen aber immer mehr einen Teil unserer Einkommen dar. Ist es unsere Schuld, an Corona zu erkranken?

Bei einem Arbeitsunfall behalten wir die Schichtzu­schläge: warum nicht bei einem Corona-Fall?

Impfstoff im Sicht?

Die Betriebsleitung sammelt Unterschriften derer von uns, die sich gerne impfen lassen möchten. Klingt wie ein Versprechen, aber waaaarte! Der Vorstand der Deutschen Bahn zum Beispiel hat auch vor Wochen davon gesprochen, dass die Lokführer:innen eine Impfung bekommen, weil sie der „Kategorie 3“ angehören. Die meisten warten noch: es gibt zu wenig Impfstoff.

Mehr Licht produzieren mit weniger Strom

Wäre die geplante Schließung des Glaswerks doch ein Fortschritt? Die Öfen sind enorme Energiefresser. Würde man sie mit erneuerbarer Energie füttern wollen, dann müsste eine Fläche wie halb Berlin mit Solarpaneelen bedeckt werden. Da Osram schon ewig billigen Strom bekommt (billiger als der Strom, den wir für uns zuhause kaufen), hat es eher lange dauert, bis es auf diese alte Technologie verzichtet.

Daher aber die Frage: Die Kolleg:innen vom Glaswerk bangen um ihre Jobs. Warum sollte die Technologiewende immer auf unserem Rücken stattfinden?

Das Glaswerk ist nur ein Beispiel. Kapitalismus ist so, dass der technische Fortschritt immer Übel mit sich bringt. Nur wenn wir die Produktion selbst kontrollieren, wird es anders.

GROWING TOGETHER oder schrumpfen?

In München sollen 140 Stellen abgebaut werden, in Regensburg 120. Wäre es nicht Zeit, jenseits der „Townhall meetings“ Proteste zu organisieren? Die IG Metall schreibt, sie informiere uns „sobald wir mehr wissen“. Das Problem ist, dass wir die Infos früher im Handelsblatt online finden!

Ams meldet eine „passion to innovation“, die haben wir tatsächlich: lasst uns ein Netzwerk jenseits der Standorte entwickeln, um die Infos auszutauschen!

Angleichung Ost/West: wie weiter?

Die Mauer existiert immer noch in Berlin: Metaller:innen arbeiten 38 oder 35 Stunden pro Woche, je nachdem ob ihr Betrieb im Osten oder im Westen steht. Für die Angleichung haben Kolleg:innen von Daimler-Ludwigsfelde mehrmals 24-stündig gestreikt, bei Siemens-Energy gab es auch einen Warnstreik. Dabei hat Bürgermeister Müller (SPD) Krokodilstränen vergossen, sowie der ehemalige Vorsitzende der PDS/SED Gysi. Keiner hat aber die Fortsetzung der Streiks gefordert und ihre Entwicklung hervorgehoben. Darum geht es aber: keine Unterschriftsammlung wird den Streik ersetzen! Kommt jetzt ein gemeinsamer Streik aller Betriebe im „Osten“? Wir schließen uns gerne an: es gibt keine Friedenspflicht!

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