Der Zugfunke – 1. Oktober 2015Unterschriften statt Flaschen sammeln
In Cottbus waren die Tfs bei Regio schon mit über 90% gegen die Einführung von Einsatzräumen. In anderen Bereich gibt es Einsatzräume schon. Aber das könnte sich ändern. Zurzeit werden Unterschriften für die Abschaffung gesammelt.
Einsatzräume sind eine indirekte Lohnkürzung und die Chefetage hat bestimmt weitere Pläne in der Schublade. Also lieber jetzt Unterschriften dagegen sammeln, als später Flaschen zu sammeln, um über die Runden zu kommen.
Kritische Zustände
Aus Mangel an 646ern konnten einige Umläufe auf dem RE6 nur noch Solo durch die Gegend brummen. Dadurch konnte in Neuruppin nicht mehr durchgetauscht werden und so bestand die Gefahr, dass der Sprit ausgeht. Die Tfs sollten ein Auge drauf werfen und melden, wenn es kritisch wird.
Und wenn es schiefgeht…? Kommt dann ein Teamleiter mit einem Tankgutschein angesockt? Nur Fahrgäste, die einen 5 Liter Kanister dabei haben, dürfen einsteigen? Und die bekommen dann einen Kugelschreiber mit dem Spruch: „DB-Regio – Wir punkten mit Service und Zuverlässigkeit!“
Die ungekürzte Wahrheit
Einige Schichten bei Regio werden wegen der „Fahrzeugminderverfügbarkeit“ (tolles Wort) gekürzt, weil Verstärkerarbeiten nicht stattfinden können. Richtig Freizeit bringt das aber nicht.
So geht das nicht. Die Fehlkalkulationen von Werkstattkapazitäten oder Ersatzteilen ist nicht unser Problem, sondern ein Managementfehler. Wir sollten uns das nicht bieten lassen, denn das Unternehmen gerät in sogenannten Annahmeverzug, weil sie ihre vertraglichen Pflichten uns gegenüber nicht einhält. Die ganze Zeit, die wir für die Schicht eingeplant haben, muss gutgeschrieben werden!
Heiße Luft mit Blabla
Die DB fühlt sich verpflichtet, so zu tun, als hätte sie ein Herz für Flüchtlinge. Doch was hat die Bahn mehr im Angebot, als die Menschen in die Camps zu transportieren?
„Sie plant für den Herbst zwei kleinere Pilotprojekte in Bayern, um Flüchtlinge auszubilden“, heißt es in der DB-Welt. Zwei kleinere Projekte, ach ja? Das ist nichts, was den Flüchtlingen und dem Personalmangel bei der Bahn gerecht wird.
Wo gemogelt wird, da fallen Späne
11.000.000 Autos räumt VW ein im Zuge der Abgas-Affäre manipuliert zu haben. „Nichts ist unmöglich“ in der Welt der Konzerne, wenn es ums Tricksen geht. Egal ob legal, indem man die Laufzeit von Akkus in Smartphones reduziert, oder illegal wie nun bei VW.
Dabei ist VW in der Autobranche nicht das einzige schwarze Schaf. Letztes Jahr rief GM 8,4 Mio. Autos zurück, da die Zündschlösser vermutlich den Tod von 13 Menschen verursacht haben. Statt „Vorsprung durch Technik“ wird immer mehr Schrott verkauft. Sichere und innovative Produkte herzustellen macht für Unternehmen im Kapitalismus keinen Sinn. Für die Millionen Konsumenten und Beschäftigten aber schon!
Überstundendumping
So wie die Teamleiter um uns herum schleichen und uns „großzügige“ Angebote für Überstunden machen, hat die DB offensichtlich ein Problem.
Bei Regio scheint das Problem am größten zu sein, denn es gibt 10 EUR pro Stunde extra, wenn man sich die Überstunden abkaufen lässt. Die S-Bahn beginnt den Ablasshandel mit einem niedrigeren Angebot und ködert mit 10%-Aufschlag.
So oder so, das ist nicht teuer genug, um uns um unseren Freizeitanspruch zu prellen.
Bunker oder Plüsch
Seit in Südkreuz die Klimaanlage weg ist, kann die keinen Schimmel mehr verpusten. Aber dafür ist die Luft unmöglich. Was da wohl jetzt alles in dem fensterlosen Meldestellenbunker unterwegs ist…?
Dabei geht es auch anders. In den Bügelbauten ist es so schön ruhig und flauschig, da will man nicht mehr weg. Und in den oberen Etagen des Bahntowers bieten die riesigen Fenster in den Klos so ein schönes Panorama, da fühlt man sich auf einem anderen Stern.
Auf einer Skala von eins bis zehn: was sagen die Zustände unserer Klos und Räume über den Respekt der Chefetage uns gegenüber aus?
Arbeit bei der DB… ständig gesundheitsgefährdend
Bei der S-Bahn hängen „Verhaltensrichtlinien gegenüber Flüchtlingen“ zu Gesundheitsgefahren aus. Das ist eine extra Erwähnung wert, dass wir vor diesen Menschen keine Angst haben brauchen?
In der Tat, die wirklichen Gesundheitsgefahren gehen von den Schichtzeiten, den versifften Stühlen und Armaturen in den Führerständen, nicht gewarteten Klimaanlagen, unterbesetztem Personal, das in den ICE mit einem Wischlappen Klo und Sitze abwischen muss, fehlende Klos für KinS, wenn sie mal wieder im Nirgendwo an Bahnsteigen stehen usw. aus.
Können diese Zahlen lügen?
Die Schlaumeier aus der Faultierfarm errechneten Anfang des Jahres für Regio Cottbus einen schlimmen Personalüberhang von 18 Tf. 5000 Minusstunden wären das am Ende. Jetzt rühmen sich die Rechenkünstler dafür, dass das Niveau von 5000 Plusstunden gehalten werden kann.
Mancher meint, dass sie nur nicht wüssten, wie man einen Taschenrechner richtig hält. Die Taschenrechnerbediener reden sich mit den fehlenden Einsatzräumen und dem hohen Krankenstand heraus. Aber wisst ihr was, die Zahlen, die uns an den Kopf geworfen werden sind manipuliert oder schlichtweg gelogen.
TTIP – Gefeilsche unter Bandenchefs
Seit Jahren wird zwischen den USA und der EU über das Freihandelsabkommen TTIP verhandelt. Was durchsickert, lässt nichts gutes erahnen. Auf Wunsch der großen Konzerne könnten dadurch Arbeitsrechte, wie die Gründung eines Betriebsrates oder das Streikrecht massiv eingeschränkt werden. Es geht um Privatisierungen und geringere Produktionsstandards. „Böse Amis“ und die „gute“ Deutschland AG, alle versprechen sich so von TTIP noch bessere Geschäfte.
Stopp-TTIP-Demonstration:
Samstag, 10. Oktober, 12 Uhr, Berlin-Hauptbahnhof
