Europa, wer ist das?

Der Zugfunke – 02. Mai 2019 als pdf

Der letzte Stellwerker oder Superhelden sind auch nur Menschen
Ein Stellwerk in Rüsselsheim ist nicht besetzt, ICEs und Regiozüge können im Raum Frankfurt-Mainz nicht fahren, weil sich ein(!) Kollege krankgemeldet hat und die Bahn hat den „Mut“ sich zuverteidigen: So ein Stellwerk sei ja was Spezielles, dafür braucht man eine Ausbildung. Hui, das macht Eindruck. Und so eine „Spezialausbildung“ kann natürlich nicht jeder kriegen? Außerdem habe die DB ja 650 Kollegen schon eine Einstellungszusage gemacht, heißt es aus dem Vorstand… also nix bislang passiert. Als hätte es nicht schon 2013 Mainz gegeben mit den tagelangen Zugausfällen. Nach Mainz regnete es Versprechungen. Was wir davon zu halten haben, sehen wir. Was lehrt uns das? Wenn wir wieder keinen Bock haben, das DB Universum zu retten, dann bleiben alle Räder ziemlich schnell stehen… wie bei den letzten Streiks auch…

Ein Gefühl von Vorteil mit Kinderkrankheiten?
Bald geht’s los mit der Ausbildung auf den neuen 483ern. Buchner hat‘s vorgemacht, alles ganz easy, Einweisung und Zertifikat hat er schon. Ist es ein Vorteil, zu den ersten zu gehören? Dann ist man wenigstens sicher für die nächsten 15 Jahre und weiß, das man auf dem Ring unterkommen wird? Nach dem Motto: wer die „bessere“ Qualifikation hat, kommt weiter, wenn es mal Umstrukturierungen gibt? Bei den Aufsichten lief das so. Die mussten sich am Ende auf ihre eigenen Arbeitsplätze bewerben, und die S-Bahn spielte die einen gegen die anderen aus. Oder ist es besser, nicht der Erste zu sein, wer ist schon scharf drauf, die Kinderkrankheiten der neuen Züge zuertragen? Von den Regio-Kollegen wissen wir, was da so von den Herstellern auf Fahrt geschickt wird. So oder so, die Geheimniskrämerei über unsere Zukunft nervt.

Dingsdairgendwasbild Tf
Die S-Bahn ist eigentlich offen, was ihre Ziele angeht: 100 Prozent Leistung sollen erreicht werden mit geringsten Aufwand. Die sind frech genug, dass deutlich zu sagen. Wenn sie nun zwischen unseren Beinen herumschleichen und uns nach unserer Meinung anschnurren, dann sicher nicht, um was an besseren Arbeitsbedingungen für uns rauszuhauen, sondern zu messen, wie hoch das Frustpotenzial ist. Bei Regio gibt’s immer vor den Ausschreibungen die Wunschliste der Geschäftsführung zur Verbesserung der „Wettbewerbsfähigkeit“: Pause auf Zügen, Einsatz(t)räume und so weiter. So manche Betriebsvereinbarung hat dabei in irgendwelchen Hinterzimmern schon das Licht der Welt erblickt. Alles in der Schwebe und unklar zu halten, ist eine altbekannte Management-Methode.

Kaufen… Verkaufen… Arriva!
2010 kaufte die DB das Unternehmen Arriva für 3Milliarden. Finanzchef Doll war damals dabei alsDeutschlandchef des Finanzinstituts Barclays. Erund Barclays haben sicher gut verdient. Jetzt leiteter den Verkauf von Arriva als Finanzchef der DB. Die „Investoren“ (und seine alten Kumpels aus der Finanzszene?) spekulieren noch, ob es sich lohnt 2, 3 oder 4 Milliarden für Arriva auszugeben. Was bringt das Geschäft am Ende? Mal sehn. Sicher lohnt sich das Ganze nicht für die Kollegen, um diees in diesem Poker gar nicht geht. Aber leise sind sie auch nicht. Die Busfahrer in Großbritannien haben sich in der Vergangenheit immer wieder mit Streiks Gehör verschafft.

Mit einem Wisch ist alles weg?
Das Hauptproblem mit den durch geschriebenen,Pausen, die dann wieder gestrichen werden, ist doch, dass es eigentlich verkehrte Welt ist: die BZ müsste sich kümmern, dass wir die Pause bekommen; denn wir fahren ja nicht aus Vergnügen über die geplante Pause weiter, sondern weil es Verspätung gibt oder sonst was und wir zur geplanten Pause nicht da sind, wo wir sein sollen. Klar haben wir ein Recht auf Pause und wenn man drauf besteht, kriegt man die. Nur,warum müssen wir uns auch noch darum kümmern? Die S-Bahn hat eigentlich die Verantwortung für genug (bezahlte!) Luft in den Schichten zu sorgen!

Die Unschuld vom Lande
Letzte Woche gab es wieder einen fiesen Unfall: Südkreuz hat ein Fahrgast die Tür der S-Bahn offen halten wollen und wurde von der anfahrendenBahn mitgeschliffen. Der Mann hatte letztlich Glück.Schlecht für den Tf? Wird uns ja im Dienstunterricht immer eingebläut, dass wir den Hut aufhaben, also einfach mal besser gucken?Das unschuldige Schweigen der S-Bahn bedeutetgenau das. Aber ist das immer nur unsere Verantwortung in diesem stressigen Betrieb und so einer verrückten Stadt mit vielen und manchmal eben auch unberechenbaren Fahrgästen? Hat die S-Bahn denn etwa wirklich alles, alles technisch und organisatorische getan, um solche Unfälle zuverhindern? Die Antwort kennen wir…

CO2-Steuer… aber bitte die Schuldigen nicht zuviel stören
Unter dem Vorwand, was gegen den Klimawandelzu tun, wird an einer neuen Steuer gebastelt… die wir am Ende blechen sollen. Klimaschutz ist superdringend und kostet Geld, klar, aber die Konzerne sollen zahlen! Seit Jahrzehnten kriegen sie Subventionen, machen Gewinne, sie sind dieVerursacher der Klimakatastroph

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