Der Bahnstreik 2007/2008 – Wie kämpferisch ist die GDL?

„Wir haben gewonnen – aber nur an Erfahrung!“

(Ein Lokführer nach dem GDL-Streik)

Der Streik der Bahner der GDL (Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer) im Jahr 2007 hat in der Bundesrepublik für viel Furore gesorgt. Zum einen waren es die Forderungen, die vielen als ungewöhnlich hoch erschienen und selbstverständlich im Lager der Unternehmer für Entrüstung sorgten, Denn hier stellten ArbeiterInnen nicht nur die viel gepredigte Lohnzurückhaltung in Frage, nein, sie forderten auch die Verbesserung ihrer Arbeitsbedingungen, was zwangsläufig zu Neueinstellungen hätte führen müssen.

Im Lager der Linken und linksradikalen Gruppen herrschte zunächst Verwirrung. Sollte man einen Streik unterstützen, der tatsächlich vor allem berufsständische Ziele verfolgte? Im Laufe der Auseinandersetzung wurde jedoch allen klar, dass es hier nicht um berufsständisch oder nicht ging, sondern um Kampfbereitschaft oder ständiger Verzicht. Doch viele der radikalen und linken Kräfte und Gruppierungen schütteten bei dieser Erkenntnis das Kind mit dem Bade aus und es wurde die GDL in Bausch und Bogen bejubelt. Doch in Wahrheit unterschied sich die GDL in nichts von den üblichen Methoden der Gewerkschaften. Vor, während und nach den Monaten des Kampfes der Bahner hat sie es an undemokratischen und streikhemmenden Methoden in ihren Reihen nicht mangeln lassen.

Mai 2008

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