Und es geht doch!
Pflegekräfte und Ärzte gemeinsam auf der Straße für
mehr Personal und Gehalt in den Krankenhäusern? Hierzulande
denkt man ja – wenn man den Gewerkschaftsoberen
so zuhört – dies wäre ein Ding der Unmöglichkeit.
Doch die Wiener machen es vor! Dort waren tatsächlich
am 5. Oktober alle gemeinsam zu hunderten auf der
Straße. Super Aktion, welche hier in Deutschland gut und
gerne Schule machen darf!
Should I stay or should I go…
Parken in Mitte? Unmöglich. Und wer infolge dessen naiv
auf´s Fahrrad umstieg, musste bitter erfahren, warum Mitte
zu den Bezirken mit der höchsten Fahrraddiebstahlquote
zählt. Auch wir möchten immer weniger Autoverkehr in
der Innenstadt haben. Deswegen haben wir ein gewisses
Verständnis für zu bezahlende Parkflächen in diesen Bereichen.
Jedoch ist es absolut unklar, warum dann nicht
für Leute, die in der Innenstadt arbeiten müssen, Regelungen
getroffen werden können. Denn es ist in der Praxis
so, dass die Leute vom CCM dort schön malochen gehen,
um die Knete direkt in den Parkautomaten stecken zu
können. Das geht gar nicht! Früher gab es im Pott extra
„Schicht-Busse“, welche die Kollegen zur Arbeit brachten
und dort auch wieder abholten. Wenn die Stadt bzw. der
Bezirk es ernst meinen würden mit ihrer „Autofreien
Stadt“, müsste man solche alternativen Systeme einführen!
Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt
Auch im Siemenskonzern folgt ein Sparprogramm auf das
andere – damit der Siemensclan in der gerade veröffentlichten
Liste der reichsten Deutschen nicht etwa Plätze
verliert. Damit das nicht passiert, sollten im Gasturbinenwerk
in Moabit weitere 500 KollegInnen gehen. Ende September
feierten sich nun Betriebsrat, IGMetall und Werksleitung
für die Vereinbarung, diese Zahl auf 250 reduziert
zu haben. Dafür sollten die verbliebenen KollegInnen auf
Zulagen und Sonderzahlungen verzichten, insgesamt bis
zu 35% Lohnverlust. Als das bei einer Versammlung am
1.10. vorgestellt wurde, verliessen etwa 200 nach lautstarkem
Protest den Saal und beschlossen, am Folgetag
vorm Tor zu protestieren. Ab 6 Uhr am Freitag sorgten
300 KollegInnen dafür, daß die Produktion bis 18 Uhr zum
Stehen kam. Die Werksleitung verrechnete den Tag als
„Freizeitausgleich“. Doch die Kollegen haben die Kraft des
gemeinsamen Kampfes gespürt.
Kleine Leute! Keine Leute?
Ja, sie würden ja so gern das Richtige tun – aber dann
fehlt es wieder am Personal. Die Anweisung, dass Minderjährige
durch die CFM nur in Begleitung transportiert
werden dürfen, hat ja bisher durch begleitende Verwandte
halbwegs funktioniert. Doch nun tauchte das Problem der
„unbegleiteten Flüchtlingskinder“ auf. Lösung? Statt genügend
Personal einzuplanen, wurde die Anweisung einfach
aufgehoben.
Schlechte Laune
Vom RBB haben wir es erfahren. An der Charité wird wieder…
Nein, nicht gestreikt, sondern erst einmal wieder
verhandelt. Und zwar ab dem Monatsende. Wohl gemerkt
Oktober. Anfang Juli unterbrachen wir unseren Streik zu
Gunsten des Eckpunktepapiers. Seitdem gab es seitens
der Charité nur Frechheiten. Da muss unsere Gewerkschaft
doch gegenhalten! Und das tut sie auch ganz gewaltig.
Mit einer kleinen Demo am Regierungssitz und vielen
tausend Unterschriften für eine Petition für mehr Personal.
Na gut, etwas bessere Laune bekommen wir wieder,
wenn wir lesen, dass nun endlich auch die ver.di
Gruppe Vivantes aktiv werden möchte oder auch im Saarland
Diskussionen zum Arbeitskampf für bessere Arbeitsbedingungen
geführt werden.
Achtung Spaltpilz
Wirklich niedlich von unserer kleinen Charité und ihrer tollen
Samtabteilung. Zuerst lassen sie uns 10 Tage streiken
und rechnen entgegen der Zusicherungen im Eckpunktepapier
lediglich mit einer festen Zahl an neuen Kollegen.
120. Just die Zahl, die sie uns auch schon vor dem Streik
zugestanden hätten. Dann der Trick mit dem scheinbaren
Eingehen auf die Forderungen im Intensivbereich, während
die sog. Normalstationen mit einer PPR sogar unter
100% abgespeist werden sollen. Das lässt doch so schön
Stimmung aufkommen. Kollegen gegen Kollegen. ITS gegen
Normalpflege. Und beinahe wären doch tatsächlich
einige von uns drauf rein gefallen. Doch nun wächst der
Spaltpilz nicht weiter, denn auch bei den Kollegen der Intensivbereiche
zeichnet sich die nächste Frechheit ab.
Dort soll es keine Nebenabreden mehr geben. Auch der
Einsatz von Leasingkräften wird zurückgefahren. Das
heißt, noch vor Einarbeitung neuer KollegInnen wird
schon das Personal reduziert. Also auch auf den Intensivstationen
sind die Forderungen des Streiks und noch
nicht einmal die Vereinbarungen der Eckpunkte umgesetzt.
Also kein Grund neidisch Richtung Intensiv zu
schielen, sondern gemeinsam die Wiederaufnahme des
Streiks vorzubereiten.
Und einmal ausatmen, bitte!
Dass die Charité einen langen Atem hat, haben wir schon
öfters mitbekommen. Als weiteres Beispiel haben wir nun
das „Holen aus dem Frei“. Fast vier Jahre lang wurde
mühsam gerichtlich gestritten (obwohl es im TV-C vereinbart
wurde), was, wie, wo holen aus dem Frei heißt und
wann es eine Einmalzahlung gibt oder nicht. Nach vier
mühsamen Jahren bekommen wir endlich unser Geld,
ohne stunden- bzw. jahrelang diskutieren zu müssen. Unser
Glück, das der Tarifvertrag erst 2016 ausläuft. Als hätte
es jemand geahnt…
Die billigen Versuchskaninchen
Es wurde vor kurzem eine Studie veröffentlicht, dass immer
mehr Medikamentenstudien in Schwellenländern
durchgeführt werden. Der Grund ist klar: es ist viel billiger.
Dabei ist den Pharmakonzernen bewusst, dass die Studien
in Südamerika, Indien und Osteuropa unter dubiosen
Umständen durchgeführt werden und den Ergebnissen
z.T. nicht zu trauen ist. Doch sie nutzen die Armut und
den Mangel an Gesundheitsversorgung der Bevölkerung
in diesen Ländern aus und klären weder über die Nebenwirkungen
noch über Patientenrechte auf. Doch solange
das Geld fließt, geht der ein oder andere Konzern
auch über Leichen.
