Einmischen! Mitmischen!
Jetzt Ende Juni startet die neue Tarifverhandlung mit
der CFM zum Tarifvertrag. Am 30.Juni trifft sich die Tarifkommission
dazu. Also, jetzt gilt es erst recht, euch
einzumischen. Die CFM – Geschäftsführung muss nun
erst recht spüren, dass ihr unsere Löhne und Arbeitsbedingungen
nicht weiterhin so egal sein können wie bisher.
Wie oft hört man von den Kolleg_innen: „Es muss
besser werden. Sonst gehe ich…“ Genau – in den
Streik!
Mit den Underdogs hat niemand gerechnet…
Man soll die „Kleinen“ nicht unterschätzen. Bei der diesjährigen
Europameisterschaft machte es das kleine Island
vor und kickte England aus dem Turnier. Brexit auf
allen Ebenen sozusagen. Und was im Fußball gilt, gilt
im wahren Leben erst recht. Wie kommen wir dazu, nur
weil wir Reinigung, Service, Transport, IT oder sonstwas
sind, uns was die Gehälter und Arbeitsbedingungen angeht,
von oben herab behandeln zu lassen? Eben! Ohne
uns ginge nix! Also, lasst uns mal denen dort oben
zeigen was Underdogs noch so alles drauf haben.
Wenn Gesundheit zum Geschäft wird
„Wer soll das bezahlen, wer hat so viel Geld…“ Egal, ob
es um fehlendes Personal oder vernünftige Arbeitsbedingungen
geht, ständig spielen sie uns in den Krankenhäusern
und Kliniken dieses blöde Lied vor. Dabei
hat dieses Land eines der teuersten Gesundheitssysteme
der Welt. Wo ist sie also hin, die ganze Kohle? Da
ist zum Beispiel der Herr Broermann, Eigentümer der
Asklepios-Kliniken. In der aktuellen Forbes-Liste der
reichsten Deutschen taucht er mit 3,9 Milliarden € Privatvermögen
auf Platz 10 auf. Da bekommt der Begriff
„Blutsauger“ doch eine neue Berechtigung. Wie viele
zusätzliche Pflegekräfte könnten dafür wohl eingestellt
werden?
Vom Klagen allein wird sich nichts ändern
Die Brandenburg-Kliniken waren unlängst in den
Schlagzeilen, weil sie Urlaubs-und Weihnachtsgeld auf
die Monatslöhne aufrechneten und nur so den Mindestlohn
erreichten. Kolleg_innen klagten dagegen – und
die Klinik bekam recht. Nun tritt die Klinikleitung nach.
Sie zahlt ab 1.7. „freiwillig“ 2% mehr. Außer an die, die
es gewagt haben, ihr vermeintliches Recht einzuklagen
– offenbar um zu zeigen, wo der Hammer hängt. Ein
Lehrstück. Zum einen, wir haben offenbar keinen
Grund, uns auf die Gerichte zu verlassen. Und zum anderen,
wer was ändern will, muss mehr tun als Klagen…
Logisch?!
Die Bundesregierung höchst selbst hat es berechnen
lassen. Der Mindestlohn von 8 Euro 50 reicht nicht zum
Leben. Logisch, dass da die Mindestlohnkommission
einen Vorschlag zur Erhöhung des Mindestlohnes abgibt.
Um glatt 34 Cent je Stunde. Gut, diese Summe ist
nicht der Großzügigkeit dieser Kommission geschuldet,
sondern beruht auf einem Regelwerk, dass die Erhöhung
des Mindestlohnes an die durchschnittliche Lohnentwicklung
anpassen soll. Doch leider gibt es noch eine
ganz andere Berechnung. Wenn man nach 45 Arbeitsjahren
als Mindestlohnempfänger auf die sogenannte
Grundrente kommen möchte, müsste der Mindestlohn
bei 11 Euro 68 liegen. Logisch, diese 11,68
Euro bekommen viele Kolleg_innen, die eigentlich glauben
mehr als den Mindestlohn zu verdienen, ebenfalls
nicht. Auch oder gerade bei CFM und Charité. Das wiederum
sollte es mehr als logisch erscheinen lassen,
gemeinsam den Druck in Richtung Lohnerhöhungen
deutlich zu erhöhen!
Verdoppelt!?
Die Aktion „Saubere Hände“ soll sehr erfolgreich sein.
Zu merken wäre das daran, dass sich in den beteiligten
Kliniken der Verbrauch an Desinfektionsmitteln glatt
verdoppelt hat. Dolle Sache! Doch irgendwie können wir
uns der Zweifel nicht erwehren. Mehr Personal gibt es in
wohl keinem Krankenhaus. Damit dürfte also keine zusätzliche
Zeit für die Desinfektion der Hände zur Verfügung
stehen. Trotzdem ein erhöhter Verbrauch an Desinfektionsmittel?
Nun gut, ein Effekt der Sensibilisierung
vielleicht. Gleichzeitig wurden aber deutlich mehr Fälle,
also Patient_innen, durch die Kliniken geschleust. Also
mehr Händedesinfektionsprozeduren. Hätte dabei der
Verbrauch nicht sogar um mehr als das Doppelte ansteigen
müssen? Zumal Patient_innen und Angehörige
nach Medienberichten ebenfalls mehr auf die Händehygiene
achten. Und ist vielleicht manch Liter Desinfektionsmittel
im Ausguss gelandet, um in der Statistik nicht
allzu schlecht abzuschneiden? Die Frage zur Überprüfung
eines Erfolgs sollte also doch wohl eher lauten: Hat
die Zahl der im Krankenhaus erworbenen Infektionen
abgenommen?
