U.S.-Truppen in Peru – Unterstützung der Regierung gegen die Bevölkerung

Im Juni dieses Jahres begann die US-Regierung mit der Entsendung von Truppen in das südamerikanische Land Peru, um die Regierung zu stärken und die Streitkräfte auszubilden. Die peruanische Regierung, deren Zustimmungsrate bei 6 % liegt, sieht sich seit Monaten mit großen Mobilisierungen konfrontiert, und für den 19. Juli ist ein weiterer großer Protest geplant.

Die Regierung von Dina Boularte kam im Dezember an die Macht, als der amtierende Präsident Pedro Castillo durch eine Mehrheitsentscheidung des Kongresses abgesetzt wurde. Dieser Schritt der Regierung löste eine heftige Reaktion der Bevölkerung aus. Massive Demonstrationen erschütterten die peruanische Hauptstadt Lima im Dezember und Januar. Die Absetzung Castillos wurde von der indigenen und ländlichen Bevölkerung Perus als Beleidigung empfunden. Castillos Regierung war zwar nicht in der Lage, ihre Botschaft zur Bekämpfung der Armut und zur Begrenzung der Macht internationaler Konzerne umzusetzen, doch Castillo ist indigener Abstammung und stammt aus dem ländlichen Cajamarca. Seine Absetzung stellte die Legitimität der Regierung in Frage, da hinter Boulartes Präsidentschaft die Vertreter der wohlhabenden Elite Limas die Macht an sich gerissen haben. Die Demonstrationen wurden brutal unterdrückt, wobei 65 Menschen, darunter auch Kinder, getötet und 912 verwundet wurden.

Nun an der Macht hat das Boularte-Regime Angriffe auf die Arbeiter:innen gestartet und auf die Umwelt, während es die Polizei vor Strafverfolgung schützt. Der Kongress erhöhte das Rentenalter in Peru von 70 auf 75 Jahre. In der Zwischenzeit wurden die peruanischen Lithiumvorkommen, ein wesentlicher Bestandteil von Elektrofahrzeugen, für die weitere Ausbeutung durch internationale Konzerne geöffnet. Gleichzeitig hat sich der Kongress trotz seiner Unpopularität geweigert, vorgezogene Neuwahlen abzuhalten.

Die Anwesenheit von US-Truppen kann nur eines bedeuten: Die Regierung rüstet ihr Militär auf, um sich vor einem weiteren Aufstand der Bevölkerung zu schützen. Auch wenn die US-Truppen nur am Training beteiligt sein sollten, ist die Botschaft klar: Das US-Militär ist bereit, die peruanische Regierung zu stärken, zusammen mit dem internationalen System der Ausbeutung, das das peruanische Volk unterdrückt.

„Dieser Artikel erschien zuerst am 16. Juni auf der website der mit uns befreundeten trotzkistischen Gruppe „Speak out now“ in den USA.

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