Alt ist nicht gleich weise…
Da glaubt man doch fast man träumt. Behauptet der
Herr Zöllner anlässlich seines neuen Jobs als Kuratoriumsvorsitzender
der FU doch allen Ernstes: „In meiner
Zeit als Berliner Wissenschaftssenator wurde der jahrelange
Trend des Sparens entscheidend umgekehrt. Es
gab deutliche Zuwächse für die Berliner Hochschulen
und für die Charité.“ Wie bitte? Also davon haben wir ja
nun mal gar nichts gemerkt. Der Gute scheint auch vollkommen
seinen Auftritt beim Streik 2011 vergessen zu
haben, als wir KollegInnen ihn zu Recht für sein gehaltloses
Bla Bla ausgepfiffen haben! Mit Verlaub, aber ist
das eigentlich schon beginnende Demenz, oder doch
nur Altersstarrsinn? Immerhin wird der Olle demnächst
70…
„Stell dir vor du klingelst und keiner kommt“
Unter diesem Motto demonstrieren in Marbach die potenziellen
PatientInnen. Sie wollen so mehr Druck auf
die Krankhausleitung der Marbacher Klinik ausüben, um
für mehr Personal in den Nachtschichten zu sorgen.
Anlass war der Beinah-Tod einer Patientin, welche wohl
nur durch beherztes Eingreifen ihrer Zimmernachbarin
überlebte. Der Personalmangel und dessen manchmal
tragische Konsequenzen kein Einzelfall an den Krankenhäusern
sind, ist uns nur zu gut bekannt. Da ist es
doch nur Konsequent, wenn sich nun auch die Bevölkerung,
sprich die PatientInnen, an unserem Kampf für
mehr Personal beteiligen. Vielleicht finden wir an der
Charité auch noch mehr Möglichkeiten, unsere berechtigten
Forderungen nach außen zu tragen? Nicht ohne
Grund ermahnt uns die Leitung der Charité, nichts von
den unhaltbaren Zuständen gegenüber der Öffentlichkeit
blicken zu lassen. Sie haben Angst davor, dass wir
uns verbünden.
Da ballt sich die Faust in der Tasche!
7,6 Millionen Euro haben wir in der Charité als Überschuss
erarbeitet. Und das trotz Sanierung am Standort
Mitte. Und die Herren und Damen, die am wenigsten
dafür Schwitzen mussten, überschlagen sich mit Lobesreden.
Natürlich danken Sie uns, wie auch in den Jahren
zuvor, für den Einsatz, die viele Arbeit usw. Doch
darüber können wir nur lachen. Der Scheller sagt: „Wir
sind sehr zufrieden… fühlen uns in unseren Maßnahmen
überaus bestätigt.“ Und das meinen die auch so.
Also weiter mehr Arbeit mit weniger Personal bewältigen,
Ausgründungen, um Tarife zu umgehen, den Druck
auf jeden einzelnen Beschäftigten durch interne Konkurrenz
aufrechterhalten usw. Denn schließlich ist doch
laut Morgenpost ein positiver Abschluss, das beste Argument
an die Politik „weitere Millionen zur Sanierung…“
rauszurücken. Lächerlich ist das! Wir kennen da
ein anderes Argument: Die Faust aus der Tasche nehmen!
Jetzt ist er weg,- weg
Und wir sind wieder… nein nicht allein, sondern gespannt,
welch industrieerfahrener Finanzheini uns nun
nerven wird mit der Ausrichtung der Charité am Allheilmittel
Markt. Nicht dass wir besonders traurig wären,
dass der Herr Scheller die Charité verlässt, doch eigentlich
sind wir schon sehr neugierig, was ihn zu diesem
Schritt bewogen hat. Die Idee, sich einer „neuen beruflichen
Herausforderung zu stellen“, wird es wohl nicht
sein, denn was kommt nach der Charité noch als Herausforderung
in Frage? Steht er anderen Vorständen im
Weg? Ist Schellers Weggang der erste Schritt zu einem
neuen Vorstand? Hat er Angst, seinen Ruf als der Mann
dem die Schwarze Null der Charité zugeschrieben wird,
zu verlieren? Oder hat er gar sein Gewissen entdeckt
und wird demnächst in den Medien gegen den Zwang,
das Gesundheitssystem am Markt auszurichten, gegen
das DRG- System, Gewinnprämien für Chefärzte oder
Abteilungsleiter usw. auftreten? Naja – wahrscheinlich
ist es wohl doch nur der schrullige Nachbar in seinem
Reihenhaus, der ihn vertrieben hat.
„Widerlich“
Es ist doch überall das gleiche Spiel. Vor gut einem
Jahr übernahm Helios das Klinikum in Dachau, mit dem
Wissen, dass u.a. ein neuer Küchentrakt gebaut werden
muss. Doch anstatt dies zu tun, soll jetzt in einer nahe
gelegenen Krankenhausküche für Dachau gekocht und
die rund 40 Angestellten sollen entlassen werden – denn
ihre Löhne und die Baukosten sind angeblich zu hoch.
Und das obwohl der Baubeschluss schon von den alten
Eigentümern getroffen worden ist! Wir merken immer
wieder, dass man dem Wort der „Klinikbonzen“ kein
Vertrauen schenken sollte. Und auch unsere Bonzen
planen sicherlich noch den ein oder anderen Coup. Versprechen
hin oder her!
Undercoveragenten decken (mal wieder) auf!
Neben den ganzen Top-Eins-Ratings vom Fokus kommen
auch immer häufiger Schreckensreportagen, wie
jetzt vom Stern, aus der Charité und anderen deutschen
Krankenhäusern. Was die einen als die „beste pflegerische
und medizinische Qualität“ anerkennen, wird von
den anderen als „Saustall“ bezeichnet. Und dieser
„Saustall“ enthält alles, was wir kennen: Arbeitshetze,
Hygienemangel, keine Pausen, Überlastungsanzeigen,
krasser Personalmangel, aber Hauptsache, so viel abrechnen
wie möglich! Wie oft müssen die Tatsachen
noch auf den Tisch gepackt werden, bis sich endlich
was ändert!? Oder sollten wir endlich mal auf den Tisch
hauen?
