Systel und andere Umstrukturierungen

Systel und andere Umstrukturierungen

Am 24. Februar gab es an drei Standorten – Frankfurt, Erfurt, Berlin – Protest von mehreren hundert Kollegen von Systel und nochmal am 11. März in Berlin. Jetzt gibt es die Zusage, dass es keine Zerschlagung geben wird. Die Proteste haben sicherlich geholfen, insofern ein Teilerfolg. Aber keine Erleichterung, denn die Stellenreduzierung um 1.900 bleibt und damit können wir natürlich nicht zufrieden sein. Wenn demnächst Anzeigen auf dem Bahnsteig wieder „Geisterzüge“ ankündigen oder die Updates nicht laufen oder ein Cyberangriff seinen Weg ins System findet, dann könnte Grund die Sparmaßnahmen bei Systel sein. Systel ist zwar Teil des Geldwäsche-Systems innerhalb des Konzerns. Aber für die Kollegen sieht die Welt nicht rosig aus. Scheibchenweisen Stellenabbau kennen wir auch von Cargo, Fahrzeuginstandhaltung, DB Service. Sie nennen es nicht Zerschlagung, aber die Umstrukturierungen laufen unterm Radar.

Kein Stellenabbau! Keine Verlagerung von Aufgaben an externe Firmen! Stattdessen muss die Bahn ausgebaut und Arbeitsbedingungen verbessert werden!

In die andere Richtung ziehen

Bei DB Service werden auch Leistungen verkauft, eingeschränkt und Personal reduziert. Zum Beispiel werden Reinigungskollegen abgezogen. Einige werden in Rente gehen, andere wissen nicht, wo sie unterkommen werden. Für uns alle wäre es besser, wenn es mehr Personal gebe und alle zurück zur S-Bahn kommen.

Ob das Ergebnis der Tarifverhandlungen der GDL gut ist?

2,5% mehr Geld jeweils im August 2026 und August 2027 sind natürlich viel zu wenig. Viele Streckenlokomotivführer werden aber von „Strukturanpassung“ profitieren wegen der neuen Lohngruppe. Außerdem gibt es eine neue Stufe nach 35 Jahren, aber das wird nicht viele betreffen. Für die einen wird das insgesamt 273 Euro monatlich mehr Ende 2027 bedeuten, andere – vor allem Werkstatt – mehrere hundert Euro. Das TEG ist nicht aufgehoben, es muss erst noch gezählt werden. Ansonsten kann man 2027 nur das Entgelt und ab 2028 auch Zuschläge und Arbeitszeitmodell wählen. Aber wie sieht das Jahr 2027 oder 2028 aus? Es ist zu kompliziert, heute was zu vergleichen.

Lustigerweise enden die Tarifverträge für GDL und EVG beide im Dezember 2027. Gemeinsame Streiks im Frühjahr 2028? Die GDL hat sich schon verpflichtet, bis Ende März nicht zu streiken und „kollektiv zu betteln“. Auf Streik im Voraus zu verzichten ist für eine Gewerkschaft ein Skandal. Das lässt sich nicht schönreden.

Wiir haben uns auf Streiktage gefreut. Unterm Deckel gibt es viel Frust. Und mit Kolleg:innen zusammensitzen wäre gut gegen die Vereinzelung auf Arbeit. Die DB behauptet, das Ergebnis ist super. Das wird explodieren…

Sie klagen sowieso

Deutschland ist laut neuester Berechnungen weiterhin die drittgrößte Wirtschaftsmacht der Welt – nach USA und China. Und bei den Waffenexporten hat Deutschland inzwischen China überholt und liegt auf Platz 4 der Welt. Der Wirtschaft Deutschlands geht es relativ gut. Aber die Ausbeutung und der Abbau des Sozialstaates schreiten voran. Beides gehört zusammen in ihrem System.

„Technik ist anfällig“, und der Mensch?

Als Zugbegleiter:innen erlebt man nicht selten, dass sich das Gerät zum Kartenverkauf weigert zu funktionieren. Wenn wir durch die Wäldern fahren, wo keine Mobildaten zur Verfügung stehen, dann… Man soll in diesem Fall die App neu starten oder den Support anrufen. Aber das Problem liegt offensichtlich darin, dass Ticketautomaten wie zuletzt wieder auf der RE7 abgebaut werden und die Papierfahrkarte verschwindet. Technik um sie zu ersetzen, rennt aber hinterher. Wie lange wird es dauern, bis die DB die Lösung findet?

Oben und unten

Das Rolltreppenproblem zieht sich. Aber nach oben zu kommen war schon immer schwerer, nach unten ist es leichter (außer im Headquarter im DB Tower, da sind mehrere Fahrstühle am Stück, da geht es schnellt).

Doppelbesetzung? Ein Träumchen!

Was wird nach dem „Sicherheitsgipfel“ kommen? Man fragt sich das, wenn man mit einem planmäßig aussetzenden Zug wieder allein mit den Besoffenen ist. Da hätte man doch was organisieren können. Zugräumer gibt es, oft sogar in Doppelbesetzung, aber eben nur wenn genug Leute vorhanden sind. Nachts wurden die jetzt rausgenommen. Als Kundenbetreuer kommt es auch nicht selten vor, dass man allein ist.

Mehr Leute wäre besser für uns und eine Hilfe für die Fahrgäste. Aber vbb und DB eiern rum wegen der Finanzierung. Dabei gibt es Geld: im Bahnkonzern und bei den vielen sehr großen Unternehmen in Berlin und Brandenburg (Hallo Tesla und Siemens!), die vielleicht ein bisschen zu wenig Steuern zahlen.

Der Letzte

Die Eröffnung der S15 ist für den 30. März geplant. Aber das steht jetzt in Frage. Laut der Zeitung ND soll eine Frau von InfraGo als Grund mitgeteilt haben…. die Erkrankung des Abnahmeprüfers. Erst macht der Merz mit seiner Krankmeldung unglücklich, und jetzt hängt auch noch das ganze Wohl des S-Bahnverkehrs von ihm alleine ab…

Klar, InfraNoGo.

Ab ins Chaos? Was soll’s

Das ist die Logik bei der Ausschreibung der S-Bahn. Weil Alstom darauf besteht, einen Teil des Milliardenkuchens abzubekommen, geht der Rechtsstreit weiter. Wann das Gericht entscheiden wird, weiß niemand. Jetzt erst wieder wurde ein Termin verschoben. Aber die Fahzeugflotte wird immer älter, Ersatzteile immer schwieriger aufzutreiben. Die aufwendige Revision der 480er steht an, was allen klar ist. Aber weil weder die Bundesländer noch die DB zahlen wollen, läuft das elende Gefeilsche hinter den Kulissen. Am Ende wird alles nur noch teurer werden und die Fahrgäste auf der S3 könnten im Berufsverkehr böse Überraschungen erleben, wenn Verstärkerzüge wegen Fahrzeugmangels fehlen.

Vielleicht ist die Sache mit einem staatlichen ÖPNV, der gut ausfinanziert und ausgebaut ist und auf langfristige Sicht fährt doch eine bessere Idee, als diese Privatisierungen zugunsten privater Bahnkonzerne? Maybe…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert