Ein neues Gespenst geht um und bringt
weltweit die Börsen auf Achterbahnkurs:
Die Angst vor einem griechischen
Staatsbankrott. Nun hat die EU versprochen,
Griechenland im Notfall zu unterstützen,
doch ob damit die Märkte „beruhigt“
werden können, weiß niemand.
Es zeigt sich, dass die Finanz- und Wirtschaftskrise
keineswegs überwunden
ist.
Die Staaten haben mit ihren Milliarden-
Rettungspaketen tatsächlich das
Finanzsystem zeitweilig vor dem Zusammenbruch
gerettet – doch damit
haben sie keine Stabilität in dieses Wirtschaftssystem
gebracht, wo jeder „Akteur“,
egal ob Banker, Investmentmanager
oder Unternehmer nur seinen
persönlichen Profit im Kopf hat. Die
Staaten haben riesige Schulden auf sich
genommen um den Banken und Konzernen
ihre fetten Gewinne abzusichern
– doch jetzt kommt die Frage, wer das
alles bezahlen soll.
Griechenland ist nicht das Land mit
den meisten Schulden, nicht mal gemessen
an seiner Wirtschaftskraft. Aber
bei Griechenland sind sich „die Märkte“,
das heißt in Wirklichkeit die Spekulanten,
denen die gigantische Staatsverschuldung
gerade erst aus der Patsche
geholfen hat, nicht sicher, ob es in
Zukunft seine Schuldenlast tragen kann.
Und so werden griechische Schuldverschreibungen als unsicher eingestuft,
was wiederum die Zinsen für eben
diese steigen lässt, da jeder Gläubiger
nun einen Risikozuschlag will.
Was jetzt von der griechischen Regierung
verlangt wird, ist ein rigoroses
Sparprogramm auf Kosten der Bevölkerung.
Sie hat schon angekündigt, im
Öffentlichen Dienst massiv Stellen zu
streichen und die Renten zu kürzen.
Damit sind Altersarmut und noch weiter
steigende Arbeitslosigkeit vorprogrammiert.
Dabei ist die Situation der
Arbeitenden in Griechenland schon
katastrophal: Die Löhne sind weniger
als halb so hoch wie in Deutschland, die
Arbeitslosigkeit, insbesondere unter
Jugendlichen, eine der höchsten in Europa.
Nicht umsonst gab es die radikalen
Jugendproteste vor etwas mehr als
einem Jahr.
Die Bevölkerung Griechenlands soll
auf dem Altar der „Stabilität der Märkte“
geopfert werden. Dabei ist es dieses
kapitalistische System selbst, was instabil
und völlig verantwortungslos ist.
Die griechischen ArbeiterInnen und
Jugendlichen werden hoffentlich den
Kampf dagegen aufnehmen. Gegen die
aktuellen Sparpläne gab es schon einen
eintägigen Streik. Dieser Kampf ist auch
unser Kampf, denn letztlich geht es
überall um die Frage: Wer soll für die
Krise zahlen?!
