Alles schön, schön!?

Der Zugfunke – 14. August 2019 als pdf

Alles schön, schön!?

Was gibt es Neues zur „Zielscheibe Tf“… Es tagt die Arbeitsgruppe und schmiedet Pläne, von denen offiziell bisher nur bekannt ist, dass zwei Meldestellenkonzepte auf dem Tisch liegen. Es geht nur um die Belange des Unternehmens. Vor den Ferien erklärte die S-Bahn noch unter dem viel versprechenden Titel „Sie fragen, wir antworten!“ alles seien nur Gerüchte, aber unsere Fragen – die sich ordentlich am Ende des Artikels finden – wer­den nicht beantwortet. Alles ist also in Frage gestellt. Daran hat das Schreiben nichts geändert.

Im September soll es wieder workshops geben, aber nur ein enger ausgewählter Kreis wird nach Anmeldung die Zutrittsdaten für das Geheimtreffen kriegen. Vielleicht soll das Ganze so mehr Bedeu­tung kriegen und Leute anziehen, die sich um den Finger wickeln lassen können. Dabei kann man da wieder nur hingehen, um was zu sagen, was dann keine Rolle spielen wird.

So kennen wir sie, „unsere“ S-Bahn-Geschäftsführung. Alles in der Schwebe halten, während es für uns nicht besser wird.

Wasserbauch

Wachendorf pries kürzlich Warnwesten mit Kühl­gürtel als neuesten Schrei an. In Hamburg wär‘ das wat. Aber aus Hamburg hört man, dass die ein anderes Modell ausprobieren, und außerdem nicht zufrieden sind. Eih, hier wird was hochgelobt, und dann stimmt es nicht. Billige Fake News… Nicht billig, aber effizient wären mehr Ablösen an heißen Tagen und zusätzliche Pausen als Entwärmungsphasen!

Es stinkt

Die BR245 von Bombardier brannte bereits 2014 das erste Mal. Seitdem immer mal wieder. Jetzt ist rausgekommen, dass bei der Hitze krebserregende Stoffe freigesetzt werden. Die Kollegen durften nur noch mit Atemmasken arbeiten und die Züge wur­den erstmal komplett vom EBA stillgelegt. Dann hat Bombardier „was“ geschickt und sicher viel geheult, von wegen großer Stillstand, aber krebserregend vielleicht doch nur vielleicht. Und tatsächlich, das EBA hat wieder alles freigegeben.

Wenn man auf der Innotrans so rumsteht und beobachtet, dann sieht man gleich, wie die sich aus den Führungsetagen alle gut kennen.

Ein gutes Gefühl kann man bei solchen Zuständen auf den Zügen nicht haben.

Schreibtischtäter

Es gibt bei der S-Bahn eine „neue Verfahrenswei­se“ bei Abweichungen vom Schichtverlauf. Nicht einfach Fahrdienstleiter folgen, sondern man muss sich immer erst mit der Leitstelle in Verbindung set­zen und die Anweisung bestätigen lassen.

Und die Leitstelle ist nicht etwa überfordert, gerade bei Störungen? Telefone reichen nicht, Kollegen auch nicht? Und in der Zwischenzeit bleibt der Zug stehen? Ein Beispiel, dass Leute mal wieder Entscheidungen treffen, die das glatte Gegenteil von Verbesserung sind. Hätten sie mal besser vorher nachgedacht und bei uns nachgefragt, dann hätten sie bemerkt, dass das am Schreibtisch in den Teppichetagen funktioniert, aber nicht im Betriebsablauf… Dort heißt die Devise: lieber uns verstärkt am Ende der Kette kontrollieren, als die Probleme mit den Störungen und die Besetzung der Leitstelle anzugehen.

Die Geschwätzigkeit des Vorstands

Kürzlich gab es wieder einen Brief aus der DB-Zentrale. Sich immer wieder was Neues aus den Fingern saugen, das ist auch irgendwie Arbeitsleistung und sollte allein dafür, dass da jemand, oder gar eine ganze Arbeitsgruppe, viel Gehirnschmalz aufgewendet hat, eine gewissen Anerkennung bekommen. (Zwinkersmiley)

Aber leider beginnt dieser Brief mit der poetischen Einleitung, die wertvollsten Briefe seien die, in de­nen etwas Persönliches stehe… wie persönlich ist ein Massenbrief des Vorstands? Entweder landete der gleich im Müll oder in der Ecke als Klopapier für später. Wobei, ist zu hart dafür, vielleicht besser für den Kaminofen im Winter, zur Beruhigung.

Der Brief strotzt auch vor Lügen und Überheblich­keit. 70% mehr Cargo, aber gleichzeitig Ausgliederung an Private, Kündigung von An­schlüssen, Profitdruck etc. Wir sollen jetzt doch bitte mal den Gürtel enger schnallen und uns am Riemen reißen… Als Vorwand muss schon wieder das arme Klima herhalten (die armen Bäume, die für den Brief drauf gegangen sind. Wütendsmiley). Der Liebesbrief entpuppt sich gar als unterschwellige Drohung. Im Management herrscht die Vorstellung, wir seien die Verursacher aller Probleme und mit so einem Brief könnten sie sich die Verantwortung wegschreiben. Wann lernen sie, uns mit ihren Visionen zu verschonen?

Harte Einschnitte? Gemeinsamer Widerstand!

Die Unternehmer, die sich seit Jahren über angeblichen Personalmangel beschweren, stim­men diese Woche ein neues Lied an: nach den „goldenen Jahren“ nun „Wirtschaftskrise!“. Die Wirtschaftszahlen des zweiten Quartals 2019 zeigen „Anzeichen von Abschwung“, und es seien „weitreichende Folgen für Millionen Beschäftigte“ zu erwarten. Diener der Kapitalisten bieten ihren Herren wieder Kurzarbeitergeld an, auch für „Qualifizierungszeiten“. Kurzarbeit geht nicht nur auf Kosten des Staatshaushalts, sondern ist für die Arbeiter*innen ein dicker Verlust. Wir könnten fordern: volle Weiterbezahlung und langfristig eine Arbeitszeitverkürzung von mehreren Stunden pro Woche bei vollem Lohn auf Kosten der Betriebe.

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