Werbung kostet halt
Als Team am Tag 25 km zu laufen, ist vielen von uns in
CFM und Charité wohl bekannt. Nun möchten uns die
Chefs mal wieder dazu überreden, dies auch beim
Staffellauf im Sommer als lebende Werbeschilder für
Charité und CFM zu tun. So sponsert die Charité doch
tatsächlich jedem Starter ein T-Shirt. Doch die 85 Eus
Anmeldegebühr, nun ja, wir ahnten es bereits, das kann
sich die Charité nun wirklich nicht leisten.
Marburger Bund an der Charité,
du hattest vor kurzem dein jüngstes
Betriebsgruppentreffen. Wir wollen nur höflich nachfragen,
was dort besprochen wurde an Möglichkeiten, die
Spaltungen zwischen den Berufsgruppen zu verringern
und die Arbeitsbedingungen gemeinsam zu verbessern.
Null Toleranz
gegenüber Grenzverletzungen z.B. in Form sexueller Belästigungen
soll an der Charité gelten. Daher gibt es nun
einen Button im Intranet zur Meldung von
entsprechenden Vorkommnissen. Das begrüßen wir
durchaus! Wir hätten einen Vorschlag für einen weiteren
Button, den wir im Intranet vermissen. Die Schaltfläche
Gefährdungsanzeige würde der Prävention und dem
Schutz vor Gefährdungssituationen dienen. Nicht wahr,
Herr Einhäupl: „Im Zuge der gelebten Werte Respekt,
Verantwortung und Fürsorglichkeit gegenüber unseren
Patient_innen, aber auch untereinander…“. Gut gesagt,
bei den letzten tausenden Anzeigen hat es noch nicht so
gut geklappt, vielleicht ja nun bald.
Wir begehren nicht, wir fordern!
In aller Munde ist das seit Anfang Februar gestartete
Volksbegehren für eine Mindestbesetzung der Pflege in
Berlin. Die Forderungen des Begehrens überzeugen
vielleicht nicht alle hundertprozentig, doch ist es ein konkreter
Anfang, endlich die Situation in der Pflege zu verbessern.
Auch gibt es die Möglichkeiten mit Kolleg_innen,
Familie, Freunden und Bekannten über die Situation bei
uns zu diskutieren und klar zu machen, was wir wirklich
brauchen. Doch wir müssen auch daran denken, dass wir
nichts geschenkt bekommen. Ein paar Unterschriften
überzeugen die Politiker_innen noch lange nicht, auch
tatsächlich etwas zu ändern! Aber stellt euch mal vor,
was wäre, wenn alle Kliniken in Berlin in den Streik gehen
würden?
Die CFM und ihre Nasenpolitik…
… geht in eine neue Runde! Nachdem das Angebot der
CFM von uns abgelehnt worden ist, welches uns mit
11,50€ abspeisen wollte, nutzt die CFM nun ihre alten
Tricks. Anstatt uns allen 11€ Grundlohn zu zahlen, versucht
sie wieder zu spalten und bezahlt nur einzelnen
Berufsgruppen seit Neustem diese Summe. Wir sehen
mal wieder, das Geld ist da. Nur müssen wir die CFM
dazu zwingen, es uns zu zahlen! Doch das wird bestimmt
nichts, wenn wir abwarten, Tee trinken und auf die Politik
hoffen.
Verarscht wird überall
Seit mehreren Wochen sind die studentisch Beschäftigten
(davon gibt es auch einige bei uns an der Charité) im
Streik! Seit 17 Jahren wurde ihr Tarif nicht angehoben,
obwohl sie wichtige Aufgaben übernehmen, wie z.B.
ganze Lehrveranstaltungen zu organisieren und zu unterrichten.
Sie streiken daher für bessere Löhne und eine
Wertschätzung ihrer Arbeit! Das kommt uns doch bekannt
vor, oder?
Lügen erwünscht
Wir haben im weltweiten Netz gesucht, aber keine Verbindung
zwischen dem CDU-Politiker Rüddel und der
Charité gefunden. Gesucht haben wir nach dieser, weil
uns dessen Idee, einen Hashtag namens
#gutezeitenfürgutepflege einzurichten, schon sehr an die
Argumente der Pflegeleitungen bei uns an der Charité
erinnern. Die Pflege sei selber schuld, wenn das Personal
bereits kurz nach Neuanstellung schreiend wegläuft. Die
Pflege müsse nur gut über ihren Beruf und ihre Arbeitsbedingungen
sprechen, dann wäre der Personalmangel
bald Geschichte.
„Was ich nicht weiß, …
… macht mich nicht heiß.“ Nach diesem Motto verfahren
mal wieder verantwortliche Politiker_innen dieser Republik.
Nachdem durch Journalisten veranlasste
Wasserproben bewiesen haben, dass viele Seen und
Flüsse stark mit multiresistenten Keimen belastet sind,
fragten besagte Journalisten im Umweltministerium nach,
was dagegen getan werde. Die Quellen der Belastung
liegen ja auf der Hand – zum einen überstehen die Keime
in den Abwässern unserer Krankenhäuser die
herkömmlichen Klärverfahren ganz gut. Eine weitere
Quelle ist die Massentierhaltung. Und was meinte nun die
Politik dazu? Offiziell lägen keine Ergebnisse vor, da die
Prüfung auf multiresistente Keime gesetzlich nicht vorgeschrieben
sei. Ja genau, wenn ich nicht messe, dann
habe ich auch kein Fieber.
Spiel mir das Lied vom Tod
Was zu vermuten war, ist nun durch aktuelle Studien in
den USA belegt: In gewinnorientierten, privaten Krankenhäusern
gibt es „eine signifikant höhere Mortalität“. Wenn
Krankheit sich vor allem rechnen muss, wird einfach mehr
gestorben. Zwischen 1991 und 2015 erhöhte sich der Anteil
privater Krankenhäuser in Deutschland von 15 auf gut
35 Prozent. Diese Entwicklung ist Besorgnis erregend.
Öffentlich?
Umfragen belegen, dass eine überragende Mehrheit der
Bevölkerung der Meinung ist, dass die Einrichtungen des
Gesundheitswesens in öffentliche Hand gehören. Doch
trotzdem ist auch in den öffentlichen Einrichtungen immer
stärker die „Harmonika“ der Privaten zu hören. Zum einen
wird durch gezielte Mittelkürzungen immer mehr
Sparzwang erzeugt. Zum anderen firmieren bereits 60
Prozent aller öffentlichen Kliniken unter privatrechtlichen
Rechtsformen. Banken, Versicherungen und
Heuschreckenfonds stehen bereit – sie suchen händeringend
nach Anlagemöglichkeiten…
