Frankreich bald Europameister…?

Kampf der Tochter

Bei den Kolleg_innen der CFM geht es weiter. Eine Tarifkommission
ist gewählt und nun heißt es für jeden Einzelnen
von uns, weiter Druck aufzubauen. Und wie erreichen wir das
am besten? Genau, indem wir uns so gut es geht organisieren
und sammeln! Schon jetzt – ohne Streik – ist es wichtig, dass
wir Kolleg_innen zusammenkommen und darüber diskutieren,
was wir wollen und wie wir das am besten erreichen können.
Die von verdi vorgeschlagenen Tarifberatergremien können
dafür genutzt werden. Je mehr wir werden, umso mehr Druck
können wir auf die Gegenseite aufbauen.

Diese Gesellschaft ist ein schlechter Scherz

Da die Krankenhausbetreiber_innen sich nun rigoros weigern,
Notdienstvereinbarungen mit den Gewerkschaften zu vereinbaren
(und praktisch das Streikrecht einschränken!!), sieht
verdi sich im Saarland gezwungen, über andere Wege nachzudenken.
Und somit wird nun öffentlich in der Presse über
mögliche, von verdi organisierte, Massenkündigungen diskutiert.
Die verantwortliche Gesundheitsministerin Bachmann
kommentiert das Ganze nur schlicht von oben herab als
„schlechten Scherz“. Ach ja? Und wie nennt man bitte den
Fakt, dass die Krankenhausbetreiber_innen und Politiker_
innen wie sie mit Ihrer profitorientierten Gesundheitspolitik
dafür sorgen, dass das Wohl der Patient_innen und der
Beschäftigten gefährdet wird? Wie bitte nennt man eine Gesellschaft,
in welcher Geld wichtiger ist als Menschenleben?!

Der Vorleser

„Am 30.Mai liest Professor Frei.“ – und zwar aus dem neuen
Kinderbuch „Meine Charité-Kinderklinik“. Schönes Ding. Die
Leute, die durch immer weitere „Effizienzsteigerungen“ dafür
sorgen, dass wir unseren Kindern kaum noch vorlesen können,
produzieren sich öffentlichkeitswirksam und ohne rot zu
werden als guter Märchenonkel.

Einhäupls Gruselmärchen, Nr. 1

Einhäupls Statements in der Berliner Mopo lassen jeder Pflegerin
und jedem Pfleger die Haare zu Berge stehen. Zur Finanzierung
des neuen TV Mindestbesetzung lässt er verlauten:
„Wir werden in unseren gesamten Prozessen noch effizienter
werden müssen.“ Was heißt das denn genau für uns?
Das wir noch mehr Patient_innen in noch kürzerer Zeit durchschleusen
müssen? Soll das Geld bei den anderen Mitarbeiter_
innen abgezweigt werden? Ist das denn nicht schon eine
angekündigte Verletzung des neuen TVs? Und eigentlich
auch eine klare Kampfansage an uns?

Einhäupls Gruselmärchen, Nr. 2

Einhäupl bezeichnet die Charité als „attraktiv für Pflegekräfte.“
Wenn’s so wäre, wo sind sie denn alle? Auch scheint die
krasse Fluktuation des Personals immense Fragezeichen in
der Buchhaltung aufzuwerfen. Seit letztem Jahr seien zwischen
150 und 160 neue Menschen eingestellt worden, aber
„genauer lässt es sich nicht sagen.“ Muss die Charité eigentlich
nicht wissen, wie viel Personal sie bezahlt? Oder sind
auch die Charité-Chefs verwirrt, weil sie – wie wir – vom neuen
Personal einfach nichts mitbekommen?

Und zum Schluss: Einhäupls Gruselpointe

Und wer glaubt, dass das schon alles war, der wird von Karl
nochmals enttäuscht. Einen festen Personalschlüssel pro Station
wäre für ihn „nicht angemessen, weil Stationen nicht vergleichbar
sind.“ Seine Beispielrechnung: „Auf einer Augenstation
werden sich Patienten bei einem Verhältnis 1:10 gut betreut
fühlen. In der Onkologie […] brauchen wir mindestens
1:5.“ Erstens, anscheinend war Einhäupl noch nie selbst Patient
auf der Augenstation und zweitens, seine Busenfreundin
und jetzt amtierende Pflegedirektorin hat eine 1:10 Besetzung
in der Onkologie durchgesetzt. Das nächste Mal sollten wir
wohl besser das Interview halten!

Hoch motiviert und niedrig bezahlt,

so wünscht sich die Charité ihre studentischen Hilfskräfte.
Damit das auch klappt, gilt zum einen kein vernünftiger Tarifvertrag
und zum anderen sind die meisten über eine Tochtergesellschaft
beschäftigt. Die kaufmännische Leitung findet
das auch schwer in Ordnung. Doch manche sind sooo undankbar!
Statt sich mit dem Stolz zufrieden zu geben, in einem
so tollen Laden wie der Charité arbeiten zu dürfen, wollen
die auch noch ordentlich bezahlt werden. Da haben doch
ein paar Aufrührer eine Befragung gestartet – selbst vor der
Bildung eines Betriebsrates wird scheinbar nicht zurückgeschreckt.
So was gabs im Kaiserreich unter Virchow nicht…

Nur nicht aufhalten lassen!

Liebe Haustechniker_innen, ihr müsst euer Bestes geben, die
Video – und Tontechnik muss am Donnerstag einfach klappen.
Denn wir wollen uns nicht aufhalten lassen, weder von
zu leisen Übertragungen noch auf dem Weg zur Betriebsversammlung
an der CFM. Denn auch dort können und sollten
wir uns weiter vorbereiten und vernetzen für den „Kampf der
Töchter“. Die Betriebsversammlung findet am 09.06.2016
um 11 Uhr zeitgleich an den drei Campi statt. Sollten die großen
oder auch irgendwelche von den kleinen Chefs den einen
oder anderen Kollegen von der Teilnahme abhalten wollen,
gehen wir halt gemeinsam hin. Im Zweifel auch Hand in Hand.

Verdrehte Welt

In Berlin, im Saarland und wohl noch in einigen anderen Bundesländern
versuchen die Klinikleitungen, die Streiks ihrer
Beschäftigten zu verhindern, indem sie zum Beispiel betonen,
dass es gegenüber den Patient_innen nicht zu verantworten
ist, Betten oder gar ganze Stationen vorübergehend zu
schließen. Dagegen schließt die Baden – Württembergische
Krankenhausgesellschaft aus Personalmangel ganze Stationen,
über Tage und Wochen. Personalmangel, den sie sicher
auch mit zu schlechten Arbeitsbedingungen mit verursacht
hat, der aber vor allem Folge einer völlig verfehlten Gesundheitspolitik
ist. Auch diese Schließungen werden wohl mit der
Verantwortung gegenüber den Patient_innen begründet werden.
Uns bleibt wohl nur Eines. Unserer Verantwortung gegenüber
den Patient_innen und uns selber gerecht zu werden,
indem wir daran arbeiten, diese DRG geleitete Gesundheitspolitik
zu Fall zu bringen. Gegen den Profit am Krankenbett
hilft am besten die streikbedingte Schließung der Stationen
und… der Abrechnung.

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