Ha Ho He
Noch immer wissen wir nicht genau, ob das Buffet und die
Biers so lecker sein können, dass wir dieses Jahr der Einladung
der CFM – Geschäftsführung zur Weihnachtsfeier ins
Olympiastadion folgen werden. Schließlich zählen einem die
Antreiber im Zwirn die Bissen in den Mund. Und noch etwas
lässt uns recht skeptisch sein. In der letzten Saison stand
Hertha noch im unteren Mittelfeld, jetzt schon an Stelle 4 in
der Tabelle. Wenn die Preise der Räumlichkeiten im Stadion
mit dem Tabellenstand mithalten, müssen wir 2016 noch
mehr ackern. Oder sollten uns Giebe und Maßwig doch persönlich
einladen als Dank für ihre sicher nicht zu verachtende
(Tor-)Erfolgsprämie.
Und eines ist sicher!
Der Tarifvertrag von dem wir uns so sehr Entlastung versprochen
haben, ist noch immer nicht unterschrieben. Aber
die Kommissarische ist schon fleißig dabei, ihren Ruhm als
Abrissbirne der Krankenpflege zu mehren. Anstatt mehr
Personal einzusetzen werden die Schichten ausgedünnt,
Leasingkräfte sollen durch nicht vorhandene Neueinstellungen
ersetzt werden, das (ge)schön(t)e Pflegleitbild der Charité
soll an jeder Wand hängen (direkt neben dem Porträt der
großen Führerin), damit die schwitzende Schwester bei
Nachfrage eines Patienten zur Sicherheit noch einmal nachlesen
kann, wie es eigentlich sein sollte. Und kein Schatten
wird auf sie fallen, denn für das Grobe auf Station hat sie ja
die Schichtleitungen. Klar, wir können so weiter aufzählen
und jammern. Aber Eines ist sicher: Wer Heepe verhindern
will, der muss hier an der Charité bleiben! Wer Heepe ins
Handwerk pfuschen will, hat nur hier an der Charité die
Chance dazu!
Weil´s passt!
Auf der Internetseite der CFM führt diese spektakuläre Vergleiche
an. Das Energiemanagement würde z.B. solch einen
Stromverbrauch regulieren, das man damit 425 Riesenräder
ein Jahr lang betreiben könne. Dabei haben wir doch nach
einem Arbeitsjahr bei der CFM das Gefühl, als hätten wir die
425 Riesenräder ein Jahr lang ganz ohne Strom gedreht.
Bloß nich´ wein´ – wir ham jetzt Corporate Design
Soll keiner sagen, es gäbe keine Fortschritte bei der CFM.
Fehlendes Personal, Überlastung, stressige Arbeitsbedingungen
– alles nur noch halb so wild, wenn man erfährt,
dass die Seiten des CFM-Krankentransports komplett überarbeitet
wurden und jetzt „eine einheitliche Darstellung des
Gesamtunternehmens“ und „Nutzerfreundlichkeit“ bieten. So
schöön! Jetzt fehlt allerdings noch „Mitarbeiterfreundlichkeit“…
Und so praktisch!
Im neuen CFMKurier können wir für gute Kenntnisse über
die CFM sogar was gewinnen – Brotdose und Trinkflasche.
Wenn es dann mal wieder mit der Pause eng wird, gibt es
praktischerweise gleich einen Beutel mit dazu, um alles ungeöffnet
wieder mitzunehmen.
Das Aufgeben aufgeben
Die katastrophale Personalsituation an der Charité schreit
förmlich nach einer Lösung. Im laufenden Jahr haben wir
schmerzlich erfahren müssen, dass es mit ein paar „kreativen
Aktionen“, bunten Bildern und dem Vertrauen auf warme
Worte nicht besser, sondern noch schlechter wird. Doch wir
wollen an dieser Stelle keine pessimistische Stimmung verbreiten.
Schließlich lohnt es sich fürs kommende Jahr noch
mehr als sonst nach vorne zu schauen. Der TV-Charité läuft
aus und der Tarifvertrag zur Mindestbesetzung steht an. Um
uns dafür zu wappnen, brauchen wir eine ehrliche Auswertung
der Kämpfe der letzten Jahre, um so manche Schlappe
nicht zu wiederholen. Also, warum nicht schon jetzt das bevorstehende
Jahr anpacken, statt den Kopf in den Sand zu
stecken? Wir könnten die im letzten Jahr entstandenen
Strukturen und Vernetzungen voll ausnutzen und umfunktionieren.
Von der reinen „Beratertätigkeit“, hin zum Streikkomitee,
welches schon jetzt die bevorstehenden Auseinandersetzungen
vorbereitet. Wir – und auch die Charité – haben
bisher nur die Ansätze von dem gesehen, was alles in uns
KollegInnen steckt. Und jeder – bis auf die Chefetagen – war
auf unserer Seite und hatte Verständnis. Das können wir
auch im kommenden Jahr nutzen. Also, wer noch nach einem
passenden Motto für das kommende Jahr sucht, hier ist
eines: „Wir können noch mehr!“ – nicht mehr arbeiten, sondern
mehr streiken – bis zur Unterschrift unter unsere Forderungen:
1:2 in der Intensiv, 1:5 auf Normalstation und keine
Nacht allein!
Der Kampf um die Berliner Herzen
Vivantes und Charité kämpfen um die Herzen Berlins, denn
schon seit einiger Zeit wird zwischen den beiden um die lukrative
Herzchirurgie gefeilscht. Scheinbar hat die Charité den
Kampf um die Herz-OPs gewonnen. Gesundheitssenator
Czaja hat beschlossen, das „Herzmonopol“ der Charité und
dem Deutschen Herzzentrum zu überlassen und Vivantes
die gewünschte Herzchirurgie zu verweigern. Vivantes fürchtet
nun einen mittelfristigen Verlust von 25 Mio. € (den sie
später ganz sicher beim Personal wieder rausholt) und plant
nun die Eröffnung einer privaten Herzchirurgie, um lukrative
OPs, wie die Tavis, durchführen zu können. Obwohl Vivantes
mit der Qualität der Eingriffe argumentiert, geht’s doch
am Ende nur darum, wer die Profite einstreicht.
Schnapszahl des Monats
Im Bundestag sitzen seit der letzten Wahl 630 Abgeordnete.
Doch außer diesen haben 1.111 Lobbyisten einen Hausausweis
erhalten und damit ständigen Zugang zum deutschen
Parlament. Von Aalräuchereien bis Zylinderstifte ist
alles dabei, besonders stark vertreten sind Rüstungs- und
Autokonzerne. Bestimmt kein Zufall, dass viele Unternehmen
darunter sind, die in größere Parteispenden investiert
haben. So eine Investition lohnt sich immer, wenn es um gesetzliche
Regelungen geht! Und auch an der Charité ist der
Lobbyismus nicht fremd. Laut „Foodwatch“ fördert z.B. Coca-
Cola mehrere Gesundheitsinitiativen, darunter eine Kooperation
zur Herzgesundheit mit der Charité. Was wird das
Ergebnis dieser Kooperation sein? Die Gesundheit steigt mit
erhöhter Cola-Zufuhr? Und musste Vivantes wegen der Einheitlichkeit
der Studien raus aus dem Herz-Geschäft?
Mal wieder nichts zu Weihnachten…?
„Morgen, Kinder, wird’s nichts geben! Nur wer hat, kriegt
noch geschenkt. Mutter schenkte euch das Leben. Das genügt,
wenn man’s bedenkt. Einmal kommt auch eure Zeit.
Morgen ist’s noch nicht soweit.“ Erich Kästner
Was wir dieses Jahr nicht bekommen haben, holen wir uns
nächstes Jahr! In diesem Sinne: Ein frohes Fest, ruhige Feiertage
und einen guten Rutsch ins neue Jahr!
