Der Zugfunke – 9. Dezember 2015So viel Heimlichkeit
Kurz vor Weihnachten sollen wir aus der Presse erfahren, was sich die Ganoven im Vorstand über unserer Zukunft ausgedacht haben.
Mit Gewerkschaftsvertreten werden schon Gespräche in Hinterzimmern geführt und die Führungsebenen verbreiten – teils aus vorauseilendem Gehorsam oder einem klaren Schlachtplan folgend – dass alles sehr, sehr schlimm wird. Nur Grube schauspielert das besonnene Oberhaupt und redet von Abschreibungen für Investitionen und Umstrukturierungskosten, die den Gewinn ins Minus drücken würden.
Was wird den Strategen eingefallen sein? Einsparungen, Auslagerungen, Investoren, die mehr zurück haben wollen, als sie „investieren“…
Wenn es um die Arbeitsplätze der „lieben“ Mitarbeiter geht, dann sollen sie die Hosen runter lassen! Aber alle! Dann werden wir sehen. Wir haben schon lange das Gefühl, dass einige Bereiche bewusst an die Wand gefahren werden, um den Vorwand für „Notwendigkeiten“ zu schaffen.
Schwarzer Kanal – reloaded 2D oder
Regio in der Endlosschleife
In der Regio-Lokleitung Lichtenberg steht eine Flimmerkiste. Auf der läuft in Endlosschleife die Strecke zwischen Grünau und Lichtenberg. So wird bei uns Streckenkenntnis erworben! Für Nachtfahrt wird einfach das Licht ausgeschaltet oder es gibt Sonnenbrillen. Genial. Ob es auch Nachtzulagen gibt? Aber was ist, wenn die Zeit für drei Fahrten nicht ausreicht, darüber gibt es nicht mal Untertitel.
Graue Theorie
Wenn uns mal wieder Zweifel plagen: Wie erkennen wir, dass eigentlich alles supi ist bei uns, keine Gefahr für die Tfs durch die Arbeitszeiten und Schichtdienste? Durch einen Blick in die Gefährdungsbeurteilung, die ein schlau auftretender Mensch auf der letzten S-Bahn-Betriebsversammlung vorstellte! Theoretisch… alles in Ordnung.
Synergieeffekte aus dem L@b
Nach intensiver Marktforschung wird in Zukunft ein „Familienbereich“ in ICEs angeboten. Weil Familien die Nähe anderer Familien und der Toiletten lieben. Gekennzeichnet durch… bläuliche Banderolen! Mehr nicht. Dass diese Toiletten auch funktionieren, kann allerdings nicht garantiert werden.
Die Visionäre aus den L@bs können scheinbar aus „AA“ Bonbon machen und wir kümmern uns um funktionierende Toiletten und deren Entsorgung. Wenn das mal keine Win-Win-Situation ist.
Hart gekuppelt
Für Lokrangierführer hat die S-Bahn eine Überraschung. Sie sollen zwischen den Werkstätten Grünau/Erkner und Friedrichsfelde/Wansee/Oranienburg wechseln, heute hier und morgen dort. Einsatzräume heißt das bei Regio. Ein Verschiebebahnhof der besonderen Art, der auf Kosten der Freizeit der Kollegen geht.
Aus der Affäre ziehen
Pünktlich zum Advent gab’s bei Regio die ersten Tablets für die Tfs. Ach diese Jugend! Lernfreudig wird mit den Dingern auch „ganz privat“ rumgespielt.
Doch lebenslanges Lernen im Zeichen des demografischen Wandels heißt noch lange nicht, dass dazu Freizeit geopfert und Privates mit Dienstlichem vermischt werden muss. Wäre doch langweilig, jeden Bahnchef über eine Datenaffäre loszuwerden. Lasst uns mal was Neues ausprobieren.
Geld und Arbeit gibt’s genug, das System ist der Betrug!
Die Gerüchte über das Werk in Eberswalde brodeln ordentlich. Die drohende Schließung oder das Verhöckern an einen Investor sind dabei noch offen. Doch das Werk hat volle Auftragsbücher und wird es angesichts der Pläne von DB auch weiterhin haben. Diese Drohkulisse soll einzig und allein helfen, die DB aus der Verantwortung zu ziehen, indem sie einen neuen Investor findet, der schlechtere Arbeitsbedingung einführt und damit die gebrauchte Arbeit billiger gemacht wird. Deshalb zogen 200 Kollegen letzte Woche vor das Werktor, nur sie können die Schweinerei stoppen.
Illegale Geldpresse
Reibungspunkt Lokdienst – die Kollegen sind immer in der Bredouille, weil sie einerseits keine Reserven haben und wir andererseits auf unsere Arbeitszeit pochen.
Wie die Regio-Leitung das „löst“, kriegen wir mehr und mehr zu spüren. Es werden Abmahnungen ausgesprochen oder sonst Druck gemacht, damit wir länger als 12 Stunden arbeiten. Das Arbeitszeitgesetz erlaubt das nur in außergewöhnlichen Fällen und Notsituationen, wenn keine anderen Vorkehrungen getroffen werden können. Sehenden Auges riskierte „Not“ ist illegal!
Winterblues
Da stehen wir mit geballten Bahnerfäustchen am Fenster, staunen angesichts der hohen Temperaturen und machen uns Sorgen wegen der Klimakatastrophe. Wäre doch zu blöd, wenn sie dieses Jahr mit der Wintervorbereitung durch kämen. Keine Personaler mit Schneeschieber pressehübsch gemacht.. kein Rüdiger, das Rentier, das im Schnee feststeckt… gar kein richtiger Winter mehr.
Schnapszahl des Monats
Im Bundestag sitzen seit der letzten Wahl 630 Abgeordnete. Doch außer diesen haben auch 1.111 Lobbyisten einen Hausausweis erhalten. Von Aalräuchereien bis Zylinderstifte ist alles dabei, besonders stark vertreten sind Rüstungs- und Autokonzerne. Sicher kein Zufall, dass viele Unternehmen darunter sind, die in größere Parteispenden investiert haben. So eine Investition lohnt sich immer, wenn es um gesetzliche Regelungen geht! Na dann Prost.
